Goldene Zeiten

Bei der Promotionsfeier am Fachbereich Veterinärmedizin trafen sich die Jahrgänge 2014 und 1964

24.07.2014

Ernährungswissenschaftlerin Lena Martin (links) und Tierärztin Carolin Krämer (rechts) haben ihre erste berufliche Station nach der Promotion bereits gewählt: Forschung und Tierarztpraxis
Ernährungswissenschaftlerin Lena Martin (links) und Tierärztin Carolin Krämer (rechts) haben ihre erste berufliche Station nach der Promotion bereits gewählt: Forschung und Tierarztpraxis Bildquelle: Anja Matys
Der Dekan der Veterinärmedizin Professor Jürgen Zentek beglückwunscht die „goldene“ Promovendin Dr. Hildegard Brekenfeld.
Der Dekan der Veterinärmedizin Professor Jürgen Zentek beglückwunscht die „goldene“ Promovendin Dr. Hildegard Brekenfeld. Bildquelle: Pawel Osiak
Glücklich nach dem Erhalt der Medaillen: Promovenden des Jahrgangs 2013/14 mit dem Dekan Professor Jürgen Zentek.
Glücklich nach dem Erhalt der Medaillen: Promovenden des Jahrgangs 2013/14 mit dem Dekan Professor Jürgen Zentek. Bildquelle: Anja Matys

Die jungen Promovenden zu verabschieden und die „Goldenen“ zu ehren – dies sei der Höhepunkt des Semesters, sagte Professor Jürgen Zentek, Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin, bei der Eröffnung der diesjährigen Promotionsfeier. Zur feierlichen Zeremonie im Seminaris CampusHotel in Dahlem waren neben den frischgebackenen Doktorandinnen und Doktoranden traditionell auch die Absolventinnen und Absolventen eingeladen, die vor 50 Jahren ihren Doktorgrad erworben haben.

Insgesamt 79 Tiermedizinerinnen und Tiermediziner sowie Absolventen des wissenschaftlichen Doktorgrads „PhD“ haben im Jahrgang 2013/2014 ihre Promotion am Fachbereich Veterinärmedizin abgeschlossen. „Ich freue mich über diese hohe Promotionsquote“, sagte Professor Zentek. Auch die zunehmende Zahl von PhD-Absolventen „sei eine sehr erfreuliche Entwicklung“. Bereits 17 Prozent der Promovierenden schließen mit dem international anerkannten PhD-Titel ab, eine deutliche Steigerung zu einem Anteil von 10 Prozent im letzten Jahrgang.

„Wenn es einen Weg gibt, etwas besser zu machen, finde ihn.“ Mit diesem Zitat des amerikanischen Erfinders Thomas A. Edison ermunterte der Dekan die jungen Akademikerinnen und Akademiker, im Leben nicht allein die persönlichen Ziele zu verfolgen, sondern darüber hinaus auch ihren eigenen Weg zu finden, um eine Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Der Beruf biete vielfältige Chancen, beides zu verbinden.

Promotion und Passierschein-Abkommen im Jahr 1964

Die „goldenen“ Promovenden des Jahrgangs 1964 standen vor 50 Jahren vor dem Start in ihr berufliches Leben – in jenem Jahr, in dem in Ost-Berlin das neue Passierscheinabkommen unterzeichnet wurde und, wie Dekan Zentek in seiner Rede mit Blick auf die gerade beendete Fußballweltmeisterschaft ergänzte, Sepp Herberger von seinem Amt als Bundestrainer zurücktrat.

Der Bedarf an praktischen Tierärzten sei damals, insbesondere in den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands, sehr groß gewesen, erzählte die Veterinärin Hildegard Brekenfeld nach der Verleihung der Urkunde zur „Goldenen Promotion“. Nach einer längeren tierärztlichen Tätigkeit, schlug sie später noch einmal eine ganz andere berufliche Richtung ein: In den 1990er Jahren arbeitete sie zunächst als Gleichstellungsbeauftragte und anschließend im Kulturamt ihres heimatlichen Landkreises in Mecklenburg-Vorpommern.

Berufswege finden

Was sie wohl in 50 Jahren zu erzählen haben werde, wenn sie selbst einmal mit der „Goldenen Promotion“ geehrt werden sollte? Vor dieser Frage stand nicht nur Lena Martin, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin und „PhD of Biomedical Sciences“, beim anschließenden geselligen Beisammensein. Sie hat ihre erste berufliche Station nach der Promotion bereits gewählt und forscht jetzt mit einem DAAD-Stipendium an der Universität in Kopenhagen.

Auch die Veterinärmedizinerin Anne-Katherine Jasensky ist sich ziemlich sicher, dass sie in der Forschung bleiben möchte: „Ich bin neugierig, und es macht mir Spaß, den Dingen auf den Grund zu gehen.“ Andere Promovenden freuen sich dagegen darauf, zukünftig als Dr. med. vet. in einer Tierarztpraxis zu stehen.

Der Nachwuchs ist gesichert

Eins jedoch scheint gewiss: Die Zukunft der Veterinärmedizin wird weiblich. Dies zeigt auch der gemeinsame Fototermin mit allen Absolventen auf der Bühne: Der Frauenanteil des aktuellen Jahrgangs liegt bei über 80 Prozent. Und die Reihe der geparkten Kinderwagen im Festsaal bekräftigte den Eindruck, dass sich die Veterinärmedizin um ihren Nachwuchs nicht sorgen muss.