Freie Universität Berlin


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Französisch im Fokus

Internationaler Kongress für französische Linguistik findet an der Freien Universität statt: 19. bis 23. Juli

18.07.2014

Das Elsässische ist einer von vielen Dialekten, an denen die jüngere Generation in Frankreich wieder verstärkt Interesse hat.
Das Elsässische ist einer von vielen Dialekten, an denen die jüngere Generation in Frankreich wieder verstärkt Interesse hat. Bildquelle: www.olcalsace.org

Paris, New Orleans und Lyon – dort tagte der „Congrès Mondial de Linguistique Française“ (CMLF) bisher. In diesem Jahr ist der vom Institut für französische Sprachwissenschaft (ILF) organisierte Weltkongress zum ersten Mal zu Gast in Berlin, an der Freien Universität. Campus.leben sprach im Vorfeld mit Judith Meinschaefer, Professorin am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität und Mitorganisatorin der Tagung.

Frau Professorin Meinschaefer, welche aktuellen Fragen der französischen Linguistik werden auf dem Kongress diskutiert?

Das Themenspektrum ist breit gefächert. Wir werden über methodische Neuerungen diskutieren, die mit der Erhebung von Sprachdaten in großem Umfang auch mithilfe des Internets einhergehen und über das Kommunikationsverhalten in Blogs und auf Twitter. Auf dem Gebiet der Pragmatik und Interaktion werden wir uns mit der Kluft zwischen Gesagtem und Gemeintem auseinandersetzen. Wie wird etwa der Ausspruch „Es ist kalt hier“ wahrgenommen? Als reine Beobachtung? Als Anweisung oder als Wertung?

In der Dialektologie werden wir den jüngsten Bestrebungen in Frankreich nachgehen, alte Dialekte wiederzubeleben. Besonders die jüngere Generation zeigt neu erwachtes Interesse an Dialekten wie dem Elsässischen oder Limousinischen, die ihre Großeltern noch als Muttersprachen erlernt haben. Linguistisch betrachtet stellt sich die Frage, ob ein Dialekt, der kaum mehr gesprochen wird, bewahrt werden kann.

Was wird darüber hinaus auf dem Kongress stattfinden?

In Arbeitsgruppen setzen sich bis zu 230 Vortragende mit insgesamt 15 linguistischen Themen auseinander. Die Arbeit in den Sektionen wird von fünf Plenarvorträgen umrahmt, die von international renommierten Wissenschaftlern gehalten werden. Pierre Korzilius vom Institut Français in Düsseldorf spricht beispielsweise über Dichtung als Bindeglied zwischen französischer und deutscher Musik. Charlotte Schapira kommt vom Israel Institute of Technology aus Haifa und beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit Stereotypen in der Sprache und im Denken. An zwei runden Tischen werden zudem linguistische Fragestellungen diskutiert – zum Beispiel, ob sich Sprache mit naturwissenschaftlichen Methoden beobachten lässt oder Methoden der Geisteswissenschaft genutzt werden sollten.

An wen richtet sich die Veranstaltung?

Die Teilnehmer werden in erster Linie internationale Sprachwissenschaftler aus französischsprachigen und angelsächsischen Ländern sein, die sich mit französischer Linguistik befassen. Aus Belgien, Kanada, Nordafrika und natürlich Frankreich werden beispielsweise Wissenschaftler anreisen. Außerdem werden von internationalen Nachwuchswissenschaftlern Dissertationsprojekte vorgestellt.

Weitere Informationen

Congrès Mondial de Linguistique Française (CMLF)

Zeit und Ort

  • 19. Juli bis 23. Juli 2014
  • Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Garystraße 35, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3)
  • Programm
  • Eine Teilnahmegebühr von 150 Euro wird erhoben, Nachwuchswissenschaftler und Studierende zahlen 70 Euro.
  • Online-Registrierung