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Aus den Augen – aber nicht aus dem Sinn

Forscher-Alumni-Förderprogramm an der Freien Universität gestartet / Bewerbungen bis 30. April

11.03.2013

Bleiben nach ihrem Forschungsaufenthalt als Alexander-von-Humboldt-Stipendiasten der Freien Universität als Alumni verbunden (v.l.n.r.): Ilona Regulski, Thamy Pogrebinschi, Arturo Robertazzi, Anthony Morfa.
Bleiben nach ihrem Forschungsaufenthalt als Alexander-von-Humboldt-Stipendiasten der Freien Universität als Alumni verbunden (v.l.n.r.): Ilona Regulski, Thamy Pogrebinschi, Arturo Robertazzi, Anthony Morfa. Bildquelle: Martin Thoma

Thamy Pogrebinschi aus Brasilien, Ilona Regulski aus Belgien, Anthony Morfa aus den USA und Arturo Robertazzi aus Italien verbindet mindestens eines: Sie alle forschen zurzeit als Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Freien Universität. Dafür, dass Gastwissenschaftler wie sie auch nach dem Aufenthalt in Dahlem Kontakt zu ihrer Gasthochschule halten können und als sogenannte Forscher-Alumni Teil des internationalen Netzwerks der Hochschule werden, setzt sich das kürzlich an der Freien Universität gestartete Forscher-Alumni-Programm ein. Interessierte Wissenschaftler der Freien Universität sowie deren Forscher-Alumni können sich bis zum 30. April um Fördermittel für Fachworkshops und Forschungsstipendien für Nachwuchswissenschaftler bewerben.

Um Kontakte aus Gastaufenthalten zu nachhaltigen Forschungsnetzwerken auszubauen, vergibt das Forscher-Alumni-Programm der Freien Universität 2013 Fördermittel für Fachworkshops und Forschungsstipendien für Nachwuchswissenschaftler. Bewerben können sich für die Workshop-Förderung Wissenschaftler der Freien Universität, die Gastgeber für internationale Forschern sind. Letztere müssen dabei als Mitantragsteller genannt werden.

Für die Gastaufenthalte können sich internationale und Nachwuchswissenschaftler der Freien Universität bewerben, die entweder mit Gastgebern an der Freien Universität kooperieren oder mit ehemaligen Gastwissenschaftlern.

Für Nachwuchswissenschaftler der Freien Universität und aus dem Umfeld der Forscher-Alumni sieht das Programm besondere Fördergelder vor: Mit Aufenthalts- und Reisestipendien werden ein- bis dreimonatige Forschungsaufenthalte gefördert, die im Ausland von Forscher-Alumni sowie an der Freien Universität von deren ehemaligen Gastgebern betreut werden. Exzellente Nachwuchswissenschaftler bekommen so die Gelegenheit, die Netzwerke ihrer Betreuer für die eigene Forschung zu nutzen und sie gleichzeitig nachhaltig zu stärken.

Das Forscher-Alumni-Programm soll dazu anregen, bereits existierende Kontakte und Kooperationen zu intensivieren. Es setzt den Gedanken des im Rahmen der Exzelleninitiative des Bundes und der Länder ausgezeichneten Konzepts der Freien Universität als internationaler Netzwerkuniversität in die Praxis um.

Netzwerke stärken

Die vier Humboldt-Stipendiaten begrüßen die Idee des Forscher-Alumni-Programms, denn für sie sind es eindeutig die fachlichen Kontakte zu Betreuern und Kollegen, die auch nach Ende eines Gastaufenthalts gepflegt werden sollten und den geeigneten Raum für internationale Forschungsprojekte bieten. „Mit meinem Gastgeber hier an der Freien Universität werde ich aufgrund gemeinsamer Forschungsinteressen immer in Kontakt bleiben“, sagt Ilona Regulski, die zurzeit am Ägyptologischen Seminar forscht.

Der Chemoinformatiker Arturo Robertazzi forscht zurzeit in der Arbeitsgruppe „Macromolecular Modelling Group“ an der Freien Universität. Der Campus sei sehr international und biete Gastwissenschaftlern ein ideales Arbeitsumfeld: „Ich habe mich hier sofort zuhause gefühlt, was sehr wichtig für die eigene Arbeit ist.“

Dass Internationalität unerlässlich für die eigene Forschung und die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern seien, bestätigt auch die Politikwissenschaftlerin Thamy Pogrebinschi: „Internationale Netzwerke sind heute in allen Forschungsfeldern relevant. Immer mehr Wissenschaftler veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse in englischer Sprache und in internationalen Fachzeitschriften. Sie suchen den Kontakt zu Kollegen aus anderen akademischen Traditionen. Dabei geht es nicht nur um den Austausch von Ideen und um Feedback für die eigene Arbeit, sondern um die Schaffung kollektiven Wissens und die Durchführung gemeinsamer Projekte.“

Nachhaltige Zusammenarbeit mit ehemaligen Gastwissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlern

Die Fortführung des fachlichen Austauschs möchte das Forscher-Alumni-Programm durch die Förderung von Fachworkshops in den Focus Areas der Freien Universität unterstützen. Durch die Teilnahme von Forscher-Alumni sollen die Workshops internationale Netzwerke von Wissenschaftlern der Freien Universität stärken und den geeigneten Rahmen zum Vorantreiben gemeinsamer Projekte bieten.

Durch die Einbindung weiterer Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler können bestehende Kooperationen ausgebaut werden. Pogrebinschi sieht einen deutlichen Bedarf für derartige Förderangebote: „Wir benötigen eine Möglichkeit, um die Zusammenarbeit zwischen meinem Institut hier an der Freien Universität und meinem Institut in Brasilien aufrechtzuerhalten.“

Anthony Morfa, der als Postdoc im Bereich der experimentellen Festkörperphysik an der Freien Universität forscht und Kontakte zu Wissenschaftlern in den USA, Australien, Italien, Spanien, Großbritannien und nun Deutschland pflegt, bestätigt dieses Konzept: „Mein derzeitiges Netzwerk ist im Prinzip die Summe der Netzwerke meiner früheren Kollegen und Betreuer“, sagt der US-Wissenschaftler. „Ich hatte das Glück, dass diejenigen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, mir Kooperationspartner empfohlen haben und bei der ersten Kontaktaufnahme behilflich waren.“

Weitere Informationen

Forscher-Alumni-Programm

Das Forscher-Alumni Programm der Freien Universität wurde in der 2. Runde des Ideenwettbewerbs „Forscher Alumni an deutschen Universitäten“ prämiert und ist Teil des Projekts „Internationales Forschungsmarketing“ der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist Teil der Initiative „Research in Germany".

Die ersten Ausschreibungsrunden des Programms haben am 1. März 2013 begonnen. Bewerbungen hierfür können bis zum 30. April 2013 im Alumni-Büro der Freien Universität eingereicht werden.

Im Internet

www.fu-berlin.de/sites/alumni/alumni-buero/forscher-alumni/index.html

Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Alumni-Büro der Freien Universität

Anna Rathert, Telefon: +49 (0)30 838 73803, E-Mail: anna.rathert@fu-berlin.de