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School Shootings verhindern

Forschungsministerium unterstützt Projekt zur Gewaltprävention mit mehr als einer Millionen Euro

28.08.2009

Wann wird aus einem Schüler ein Amoktäter?  Das Forschungsprojekt will tragfähige Ansätze zur Früherkennung gefährdeter Schüler entwickeln
Wann wird aus einem Schüler ein Amoktäter? Das Forschungsprojekt will tragfähige Ansätze zur Früherkennung gefährdeter Schüler entwickeln Bildquelle: David Ausserhofer

Drohungen auf dem Pausenhof, Andeutungen im Internet, gezeichnete Pläne unter der Schulbank: Amokläufe an Schulen – fachlich genauer gesagt School Shootings – kündigen sich oft durch Zeichen an. Doch diese müssen bemerkt und richtig eingeschätzt werden: Ein neues Projekt des Psychologie-Professors Herbert Scheithauer soll Pädagogen in die Lage versetzen, Warnsignale zu erkennen und Gefahren im Vorfeld abzuwenden.

Das Projekt ist Teil des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung; es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über drei Jahre mit 1,128 Millionen Euro gefördert. Innerhalb des Forschungsvorhabens wollen Herbert Scheithauer und seine Projektmitarbeiter soziale und professionelle Netzwerke sowie Frühwarnsysteme zur Prävention von sogenannten School Shootings und anderen zielgerichteten schweren Gewalttaten an deutschen Schulen erforschen. Als Grundlage erstellen sie Studien an Schulen in Berlin und Baden-Württemberg, als Unterprojekt trägt die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg eine vergleichbare Studie für Schulen in Brandenburg bei. Die Studien sollen Vergleiche ermöglichen zwischen Schulen einer Großstadt, eines Flächenstaats im Südwesten Deutschlands und eines Flächenstaats mit hauptsächlich ländlichen Gegenden.

Gefahren früh erkennen

Ziel des Projektes ist es, tragfähige Ansätze zur Früherkennung gefährdeter Schüler zu entwickeln. Auf den Studienergebnissen aufbauend, will Herbert Scheithauer Erkenntnisse über Risikofaktoren und Warnsignale für School Shootings verbessern, damit Lehrer und Erzieher Gewaltandrohungen und Tat-Fantasien besser einschätzen können. „Mittelfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Gewaltprävention an deutschen Schulen zu verbessern und Schulungskonzepte für Pädagogen weiterzuentwickeln“, sagt Scheithauer. Langfristig sollen die Erkenntnisse helfen, ein flächendeckendes Beratungs- und Unterstützungsangebot bei drohender Gewalt aufzubauen: damit Lehrer eine Anlaufstelle haben, wenn sie versteckte Ankündigungen und kleine Zeichen als Vorboten der Gefahr deuten.