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Vortrags-Video: „Relativ milder Verlauf, aber keine Entwarnung“

Vortragsvideo: Veterinärmediziner der Freien Universität informieren über Schweinegrippe

07.05.2009

Lothar H. Wieler und Klaus Osterrieder informieren über den Forschungsstand zum H1N1-Virus
Lothar H. Wieler und Klaus Osterrieder informieren über den Forschungsstand zum H1N1-Virus Bildquelle: Freie Universität Berlin

Die nächsten Monate werden entscheidend sein: Wächst sich die sogenannte Schweinegrippe zur Pandemie aus oder handelt es sich bei dem H1N1-Virus um eine relativ ungefährliche, weil ineffiziente Art? Ein Vortrag des Virologen Klaus Osterrieder und des Mikrobiologen Lothar H. Wieler, beide Veterinärmediziner an der Freien Universität, zum Thema Schweinegrippe ist als Video abrufbar.

Deutschland ist so gut vorbereitet wie noch nie auf eine mögliche Grippe-Epidemie. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: In einer zweiten Welle könnte sich das H1N1-Virus, das zuerst in Mexiko aufgetaucht ist und die sogenannte Schweinegrippe auslöst, wesentlich aggressiver verhalten als zurzeit. „Das pandemische Potenzial des jetzt zirkulierenden Influenza-Virus ist gegenwärtig nicht abzusehen. Deshalb ist größte Vorsicht und Wachsamkeit geboten", sagt Klaus Osterrieder. Er leitet das Institut für Virologie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin und forscht zur Molekularen Pathogenese von Virusinfektionen bei Haustieren.

Schweinegrippe, Vogelgrippe, Spanische Grippe

Gemeinsam mit seinem Kollegen Lothar H. Wieler, Leiter des Instituts für Mikrobiologie und Tierseuchen, hat Osterrieder an der Freien Universität über den Wissens- und Forschungsstand zur Schweinegrippe informiert. In ihrem halbstündigen Vortrag zeigten die Tiermediziner die Unterschiede zur Vogelgrippe auf, die durch das H5N1-Virus ausgelöst wird, und die Ähnlichkeiten und Unterschiede zu Epidemien vergangener Epochen – etwa der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 mindestens 25 Millionen Todesopfer forderte.

„Das H1N1-Virus ruft bei Menschen bisher vorwiegend milde Krankheitsverläufe hervor. Dank moderner Methoden in der molekularen Epidemiologie können wir jede Veränderung des Virus-Erbguts unmittelbar feststellen“, erläutert Lothar H. Wieler. Der Veterinärmediziner beschäftigt sich an der Freien Universität mit der Erforschung von Zoonosen – jenen Infektionserregern, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können. Sein Forschungsschwerpunkt ist die „Molekulare Epidemiologie“, die Analyse der Übertragungswege und Evolution von Infektionserregern.

Sonnenlicht, also UV-Strahlen, zerstört das H1N1-Virus. Deswegen hoffen die Wissenschaftler, dass sich die Situation in den kommenden Wochen eher stabilisiert. Dennoch laufen alle Vorsichts- und Schutzmaßnahmen weiter und Entwarnung wird längst noch nicht gegeben: Denn ein Impfstoff gegen die sogenannte Schweinegrippe stünde frühestens in einigen Monaten zur Verfügung.