Freie Universität Berlin


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Mehr als nur eine Zahl

Intelligenz-Testung an der Freien Universität im Selbstversuch

13.01.2009

Eine Nachzeichnung der Aufgabe zur Bestimmung der Konzentrationsfähigkeit: Nur das "d" mit zwei vertikalen Strichen darf durchgestrichen werden
Eine Nachzeichnung der Aufgabe zur Bestimmung der Konzentrationsfähigkeit: Nur das "d" mit zwei vertikalen Strichen darf durchgestrichen werden Bildquelle: Jan Hambura

Vor den Probanden liegen mehrere graue und braune Umschläge. Auf jedem steht eine Buchstaben- und Zahlenkombination. Campusleben-Reporter Jan Hambura erhält die Chiffre CHGA1. Es ist kurz nach neun Uhr an diesem Dienstagmorgen. Die Teilnehmer, die zum Intelligenztest erschienen sind, sind sichtlich nervös.

Der Intelligenztest dauert insgesamt zweieinhalb Stunden. Der Versuchsleiter gibt uns Anweisungen, wie wir die einzelnen Aufgaben bearbeiten sollen. Er stoppt auch die Zeit, die wir für jede Aufgabe zur Verfügung haben, während wir von Aufgabe zu Aufgabe hetzen. Nach rund einer Stunde legen wir eine kurze Pause ein. Zeit, um ein Glas Wasser zu trinken und sich die Beine zu vertreten. Nach der Pause geht es genauso schnell weiter wie zuvor. Bei einer Aufgabe zur Ermittlung der Konzentrationsfähigkeit haben wir sogar nur wenige Sekunden Zeit: Wir sollen auf einer allein mit den beiden Buchstaben „b“ und „d“ beschriebenen Seite ein bestimmtes Muster erkennen. Von uns markiert werden soll nur das „d“ mit zwei vertikalen Strichen.

Konzentrationsfähigkeit der Probanden wird getestet

Der Intelligenztest wird vom Arbeitsbereich Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik der Freien Universität im Rahmen einer Studie durchgeführt. Untersucht wird – an freiwilligen Probanden – der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf Testergebnisse zur Erfassung der Intelligenz und des schlussfolgernden Denkens. Interessierte können durch die Studie anonym Erfahrung mit etablierten sowie innovativen Testverfahren sammeln, die für den Kontext der Personalauswahl entwickelt wurden. Dabei handelt es sich nicht um einen Test, bei dem der Intelligenzquotient ermittelt wird. Vielmehr soll der Test Aufschluss über das sprachliche, rechnerische, räumliche und schlussfolgernde Denken geben. Neben der persönlichen Konzentrationsfähigkeit wird im Rahmen der Testung auch Wissen abgefragt, beispielsweise über Informationstechnologien. 

Differenzierte Auswertung

Rund eine Woche nach dem anonym durchgeführten Test erhalten wir das Ergebnis per E-Mail. Anders als bei der Bestimmung des Intelligenzquotienten erfahren wir nicht nur eine schnöde Zahl, sondern ein differenziertes Ergebnis. Wir können uns jetzt rühmen, etwa im sprachlichen Denken oder in der Konzentrationsfähigkeit unterdurchschnittlich, unterdurchschnittlich-durchschnittlich, durchschnittlich, durchschnittlich-überdurchschnittlich oder überdurchschnittlich im Vergleich zu anderen zu sein – im Falle dieses Tests verglichen mit über tausend Erwachsenen mit Abitur aus dem deutschsprachigen Raum.

Weitere Informationen

Wollen auch Sie sich einem Intelligenz-Test unterziehen? Die Tests werden fortlaufend angeboten und sind kostenlos. Teilnehmer müssen zwischen 18-35 Jahre alt sein und das Abitur bestanden haben. Sie können sich unter folgender E-mail-Adresse bei der Studienleiterin Dipl. Psych. Isabella Vormittag anmelden: isabella.vormittag@fu-berlin.de.