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Fokus Festung

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Archäologie-Netzwerk

11.12.2008

Die Stadtmauer von Messene auf dem Peloponnes in Griechenland
Die Stadtmauer von Messene auf dem Peloponnes in Griechenland Bildquelle: Silke Müth
Sie ist meterdick und kilometerlang: die Stadtmauer von Messene
Sie ist meterdick und kilometerlang: die Stadtmauer von Messene Bildquelle: Silke Müth

Sie ist meterdick und kilometerlang: Der Forschungsgegenstand von Silke Müth ist schon von seiner Gestalt her schwer zu fassen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin erforscht die Stadtmauer von Messene.

Die gewaltige Befestigungsanlage, am Berg Ithome auf der südwestlichen Peloponnes gelegen, errichteten die Messenier im 4. Jahrhundert vor Christus. Nach Jahrhunderten des Krieges gegen Sparta gründeten sie damit endlich ihren eigenen Staat und die dazugehörende Hauptstadt Messene. „Die Geschichte der Befreiung Messeniens und der Sicherheit dieser Freiheit durch Mauern ist eine klare Erfolgsgeschichte“, sagt Silke Müth.

Auf den Spuren antiker Festungen

Festungs-Geschichten wie diese sind nicht selten im östlichen Mittelmeerraum. Von der späten Bronzezeit bis in die Spätantike entstand in Griechenland, Kleinasien und dem Vorderen Orient eine Reihe von Befestigungen, die in vielfältiger Weise vernetzt oder in Konflikte eingebunden waren. Dies aus archäologischer, bauforscherischer oder althistorischer Perspektive zu untersuchen, haben sich fünfzehn Nachwuchswissenschaftler zur Aufgabe gemacht, die sich zum wissenschaftlichen Netzwerk „Fokus Fortifikation: Antike Befestigungen im östlichen Mittelmeerraum“ zusammengeschlossen haben. Auf Antrag des Instituts für Klassische Archäologie / Exzellenzcluster "Topoi" der Freien Universität Berlin und des Architekturreferats des Deutschen Archäologischen Instituts wird die Plattform jetzt für drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

„Trotz der Unterschiede in ihrer Entstehungszeit, Ausführung und kulturellem Kontext bilden Befestigungen eine gemeinsame Gattung von Monumenten und stellen uns so vor gemeinsame Fragen“, erklärt Silke Müth. Diese Fragen wollen die Forscher von „Fokus Fortifikation“ vor Ort angehen. Bei sechs Treffen in Deutschland, Griechenland, in der Türkei und in Syrien werden gemeinsame Probleme an den jeweils untersuchten Objekten bearbeitet. Die Ergebnisse der Netzwerkarbeit werden im Internet und in einer abschließenden Publikation veröffentlicht. So können die Mitglieder von „Fokus Fortifikation“ in ihrer Forschungsarbeit schließlich gemeinsam Mauern überwinden.