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Sofja-Kovalevskaja-Preis

Die Physikerin Cinzia Casiraghi erhält mit 1,65 Millionen Euro dotierten Preis

27.11.2008

v.l.n.r.: Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Cinzia Casiraghi, Prof. Helmut Schwarz, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung
v.l.n.r.: Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Cinzia Casiraghi, Prof. Helmut Schwarz, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung Bildquelle: Bildschön / AvH
Verleihung des Sofja-Kovalevskaja-Preises in der Parlamentarischen Gesellschaft
Verleihung des Sofja-Kovalevskaja-Preises in der Parlamentarischen Gesellschaft Bildquelle: Bildschön / AvH

Die russische Mathematikerin Sofja Kovalevskaja war eine Grenzgängerin – genauso wie die acht jungen Wissenschaftler, die gerade mit dem nach ihr benannten Preis ausgezeichnet wurden. Eine der Preisträgerinnen ist  Dr. Cinzia Casiraghi, Physikerin und Gastwissenschaftlerin an der Freien Universität.

Die 33-jährige Wissenschaftlerin Cinzia Casiraghi wurde in Italien geboren, studierte an der Technischen Universität in Mailand und wurde an der Universität Cambridge promoviert. Seit 2007 forscht sie als Alexander von Humboldt-Stipendiatin an der Freien Universität im Bereich der experimentellen Festkörperphysik.

Zur feierlichen Verleihung des Sofja-Kovalevskaja-Preise waren zahlreiche Wissenschaftler, Diplomaten und Gäste in die Parlamentarische Gesellschaft am Reichstag gekommen. Insgesamt wurden acht junge Wissenschaftler aus Italien, Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, Tschechien, Finnland und Deutschland ausgezeichnet, alle zwischen 28 und 35 Jahren alt. Sie forschen und lehren als Alexander von Humboldt-Stipendiaten jeweils an einer deutschen Gastuniversität.

Hilfe bei der Entwicklung schnellerer PC-Prozessoren

Von dem Preisgeld wird Cinzia Casiraghi an ihrem deutschen Gastinstitut – der Freien Universität Berlin – eine eigene Forschungsgruppe aufbauen, mit der sie gemeinsam fünf Jahre lang forschen wird. Casiraghi will ergründen, wie sich aus Graphen durch Stapeln einzelner Schichten Graphit entwickelt oder wie man durch Aufrollen von Graphen Kohlenstoffnanoröhrchen erhält – Wissen, das zum Beispiel bei der Entwicklung schnellerer PC-Prozessoren helfen könnte.

Förderung von Grenzgängern

Der Sofja-Kovalevskaja-Preis wird alle zwei Jahre von der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgelobt, die Preise stiftet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). In ihrer Laudatio sagte Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung: „Es ist eine besondere Qualität von Wissenschaft, jeden Tag aufs Neue Grenzen zu überwinden: intellektuell, fachlich und geographisch. Mit dem Sofja-Kovalevskaja-Preis ermöglichen wir herausragenden jungen Talenten aus aller Welt solche Grenzgänge und laden sie ein, an deutschen Hochschulen zu forschen.“  Besonders betonte Schavan den Bezug zur Namensgeberin des Preises: In Moskau geboren, ging Sofja Kovalevskaja eine Scheinehe ein, um in Heidelberg und Berlin studieren und später an der Universität Göttingen promovieren zu können. Kovalevskaja erhielt im Jahr 1889 als erste Frau in Europa einen Lehrstuhl für Mathematik.