Mexikanische Ehren für Professor Raul Rojas

Informatiker der Freien Universität Berlin wurde in seiner Heimat ausgezeichnet

25.11.2008

Informatik-Professor Raul Rojas arbeitet seit langem eng mit Wissenschaftlern und Universitäten aus Mexiko zusammen
Informatik-Professor Raul Rojas arbeitet seit langem eng mit Wissenschaftlern und Universitäten aus Mexiko zusammen Bildquelle: Jorge Rojas

Professor Raul Rojas arbeitet seit langem eng mit Wissenschaftlern mexikanischer Hochschulen zusammen. Für seine Arbeiten auf dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und Robotik wurde Rojas kürzlich bei einem Arbeitsbesuch in Mexiko ausgezeichnet.

Raul Rojas ist der Herr der Fußball-Roboter. So kennen den Informatik-Professor wohl viele Mitarbeiter und Studenten der Freien Universität. Bei der Langen Nacht der Wissenschaften präsentieren Rojas und sein Team von der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz ihr Robocup-Humanoid-Team – kurz: FU-manoid – regelmäßig.

2007 hat die Arbeitsgruppe außerdem das autonome Fahrzeug "Spirit of Berlin" vorgestellt. Bei einem Arbeitsbesuch in seinem Heimatland Mexiko wurde Raul Rojas nun mehrfach geehrt – und verlieh seinerseits einen Wissenschaftspreis, der seinen Namen trägt. Am 15. November nahm Raul Rojas zunächst an der internationalen Tagung "50 Jahre Rechenmaschinen in Mexiko" teil und hielt den Abschlussvortrag zur weiteren Entwicklung der Informatik in Mexiko. Zu der Tagung hatte die Nationale Universität Mexikos (UNAM) namhafte mexikanische Professoren aus dem Ausland nach Mexiko-Stadt eingeladen, um die Installation des ersten Computers 1958 in Mexiko zu feiern. Raul Rojas ist selbst ehemaliger Student und Dozent der UNAM, der größten und bekanntesten mexikanischen Universität.

Goldmedaille für Raul Rojas

Im Anschluss an die Tagung veranstaltete Rojas ein Seminar an der Universität Monterrey. Im Jahr 2007 hatte diese ihn zum Honorarprofessoren ernannt und ihm die "Catedra Laboris" verliehen. Seitdem unterrichtet er in Blockseminaren regelmäßig Studenten im Fach Mechatronik. Sein Engagement wurde in diesem Jahr durch die Universität mit der TECNOS-Urkunde geehrt.

Zurück in Mexiko-Stadt erhielt Rojas für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Robotik und für seine Dienste im Bereich des Technologietransfers die Goldmedaille "Heberto Castillo", den höchsten Wissenschaftspreis seiner Heimatstadt. Der Preis wurde ihm von Marcelo Ebrard, Governeur des Bundeslandes Distrito Federal überreicht.

Nach der Ehrung durfte Rojas selbst einen Wissenschaftspreis besonderer Art verleihen: Er zeichnete Luis Rafael Herrera Estrella mit der "Raul-Rojas-Gonzalez-Medaille" des Instituts für Wissenschaft und Technologie des Bundeslandes Distrito Federal aus. Gewürdigt wurde Luis Rafael Herrera Estrella für seine Arbeiten über transgene Pflanzen. Der Wissenschaftspreis, der im Rahmen des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien eingerichtet worden ist, wurde zum ersten Mal vergeben.

Neben kleinen und großen Robotern entwickelt Rojas intelligente Algorithmen für das maschinelle Sehen und forscht an innovativen Multimediasystemen. Im Oktober wurde er mit dem Transferpreis WissensWerte 2008 der Technologiestiftung Berlin für die Entwicklung eines transportablen Vorlesegerätes ausgezeichnet.