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Bildung gemeinsam gestalten

Kindergärten und Grundschulen auf neuen Wegen

04.11.2008

Kinder aus der Kita "Rappelkiste" in Wünsdorf beim Waldspaziergang
Kinder aus der Kita "Rappelkiste" in Wünsdorf beim Waldspaziergang Bildquelle: Piero Chiussi

Im Rahmen des Kindergarten- und Schulentwicklungsprogramms ponte (italienisch "die Brücke") wurden Grundschulen und Kindergärten zu "Lerntandems" zusammengeschlossen. Unter Anleitung einer geschulten Moderatorin sollen Kinder mit- und voneinander lernen, den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule besser zu gestalten.

Ziel des Programms ist es, einen systematischen Dialog zwischen Erzieherinnen einerseits und Grundschullehrerinnen andererseits zu starten, um die kindlichen Bildungsprozesse besser zu verzahnen. Grundschulen sind auf die Zusammenarbeit mit Kindergärten angewiesen, denn alle Bildungsprozesse der Grundschule wurzeln in der frühen Kindheit. Der Kindergarten ist nicht mehr nur eine "Vorbereitungseinrichtung" auf die Schule. Er ist vielmehr eine der Schule ebenbürtige Bildungseinrichtung, wo viele Lernprozesse vorweggenommen werden, die früher traditionell der Grundschule vorbehalten waren, wie zum Beispiel die Einführung in die Schriftkultur.

Grundschulen und Kindergärten müssen voneinander lernen

Damit die Grundschule im ersten Schuljahr sinnvolle Angebote machen kann, muss sie die Vorkenntnisse und Bildungserfahrungen der Kindergartenkinder kennen. Aber Kindergärten und Grundschulen wissen bislang wenig voneinander. Die Zusammenarbeit dieser beiden Institutionen ist noch nicht selbstverständlich, was an der Geschichte unseres Bildungssystems liegt. Ein erstes Ergebnis von ponte ist die Anerkennung der Gleichwertigkeit der beiden Bildungsstufen Kindergarten und Grundschule. Traditionell gibt es hier ein hierarchisches Verständnis. Unterschiedliche Ausbildungsgänge, unterschiedliche Träger und unterschiedliche Gehaltsstufen trennen eher, als dass sie die Einrichtungen zusammenbringen.

Im Programm ponte bilden jeweils eine Grundschule und ein oder mehrere Kindergärten ein "Lerntandem". Die Zusammenarbeit wird in jedem Tandem von einem Moderator begleitet. Dieser Moderator stellt einen kontinuierlichen Dialog der Beteiligten sicher und lenkt den Blick immer wieder auf die kindlichen Bildungsprozesse. Es gibt außerdem gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen, in denen sich Erzieher und Lehrer als gleichgestellte, miteinander Lernende betrachten.

Die Moderatoren erhalten ihrerseits ein regelmäßiges Coaching durch ein Wissenschaftlerteam der Freien Universität unter der Leitung von Prof. Jörg Ramseger. Das Team ist auch für die interne Evaluation der Entwicklungsprozesse zuständig. Immer mehr Eltern beteiligen sich und fragen nach, ob ihre Kinder auch von der Entwicklungsarbeit einer ponte-Einrichtung profitieren können.

Informationen zum ponte-Programm

Das ponte-Programm, 2004 in Brandenburg gestartet, wurde 2006 und 2007 auf Berlin, Sachsen und die Region Trier in Rheinland-Pfalz ausgeweitet. Insgesamt haben etwa 200 Pädagogen in 74 Einrichtungen mitgewirkt. Im Dezember 2008 endet das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie – INA gGmbH – an der Freien Universität Berlin und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Kooperationspartner von ponte ist die Deutsche Bank Stiftung, unterstützt wird ponte durch die Stiftung Lausitzer Braunkohle (Vattenfall Europe Mining AG) sowie von der Nikolaus Koch Stiftung in Trier. Ebenfalls beteiligt sind die Bildungsverwaltungen der Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen.