Freie Universität Berlin


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Von Detektivarbeit und dem Kampf für Fahrradständer

Promovenden des Jahrgangs 1965 kehrten aus Anlass des 50. Jubiläums ihrer Promotion an die Freie Universität zurück

24.11.2015

Goldenes Jubiläum: Alumni - hier der promovierte Mediziner Christian Gerlach - feierten 50 Jahre Doktortitel.
Goldenes Jubiläum: Alumni - hier der promovierte Mediziner Christian Gerlach - feierten 50 Jahre Doktortitel. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Die promovierte Medizinerin Brunhilde Kleibeler erhält von Professorin Monika Schäfer-Korting ihre Jubiläumsurkunde.
Die promovierte Medizinerin Brunhilde Kleibeler erhält von Professorin Monika Schäfer-Korting ihre Jubiläumsurkunde. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
In diesem Jahr lud das Alumni-Büro der Freien Universität gemeinsam mit der Ernst-Reuter-Gesellschaft bereits zum 14. Mal zur „Goldenen Promotion“.
In diesem Jahr lud das Alumni-Büro der Freien Universität gemeinsam mit der Ernst-Reuter-Gesellschaft bereits zum 14. Mal zur „Goldenen Promotion“. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

„Wir leisten zum Teil Detektivarbeit, um die Ehemaligen ausfindig zu machen“, sagt Franca Brand, Leiterin des Alumni-Büros. Und das mit großem Erfolg: Fast 800 ehemalige Promovenden sind seit 2002 der Einladung zur „Goldenen Promotion“ an die Freien Universität gefolgt. „Das Erfolgserlebnis, wieder jemanden gefunden zu haben, der von der Nachricht seiner Alma Mater freudig überrascht wird, ist für das Team aber Motivation und Belohnung zugleich.“ In diesem Jahr lud das Alumni-Büro der Freien Universität gemeinsam mit der Ernst-Reuter-Gesellschaft bereits zum 14. Mal zur „Goldenen Promotion“.

Die überaus positive Stimmung unter den Jubilarinnen und Jubilaren während der Feierstunde und dem vorhergehenden Spaziergang über den Campus geben Franca Brand und ihrem Team recht: Wiedersehen werden gefeiert, Erinnerungen ausgetauscht und den Ausführungen über die aktuellen Entwicklungen an der Universität mit großem Interesse gelauscht.

„Damals war’s“ - Die promovierte Medizinerin Brunhilde Kleibeler teilte ihre Erinnerungen

Unter denjenigen des Jahrgangs 1965, die die Einladung des Alumni-Büros erreicht hatte, war auch die promovierte Medizinerin Brunhilde Kleibeler, die während der Feierstunde unter dem Motto „Damals war’s“ ihre persönlichen Erinnerungen – nicht nur an die Zeit der Promotion – mit den Anwesenden teilte. Die Kinderärztin wollte wie ihre Eltern eigentlich Lehrerin werden.

Der Zugang zum Studium in ihrer sächsischen Heimat wurde ihr jedoch aus politischen Gründen verwehrt. Sie entschloss sich daher, nach Berlin zu gehen und nahm mit einem Flüchtlingsstatus im Jahr 1957 das Studium an der Freien Universität auf – wie sich herausstellte ein Lebensweg, den sie mit mehreren der anwesenden Alumni teilte.

Als Republikflüchtling war Brunhilde Kleibeler von der Zahlung des sogenannten Unterrichtsgeldes an der Universität befreit. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie mit Zahlungen, auf die sie als Flüchtling nach dem „Lastenausgleichsgesetz“ Anspruch hatte. Gewohnt wurde damals privat zur Untermiete – mit den Restriktionen, die dies mit sich brachte.

Als Studentenvertreterin setzte sich Brunhilde Kleibeler unter anderem für die Umsetzung des Honnefer Modells, dem Vorläufer des heutigen BAföG, ein. Genauso leidenschaftlich wurde aber auch für Fahrradständer an der Universität gekämpft, erinnert sie sich.

„In der Medizin gab es damals nur Männer“

Studentisches Engagement war allerdings auch zu Beginn der 1960er keine Selbstverständlichkeit: „Auch damals mussten Studierende motiviert werden, zu den studentischen Wahlen zu gehen“ sagt die 79-Jährige, die in ihrer beruflichen Karriere unter anderem als Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes Berlin-Tempelhof tätig war.

Mit ihrem Doktorvater Professor Heinz Goerke war sie über all die Jahre bis zu seinem Tod 2014 in Kontakt geblieben. „In der Medizin lehrten damals nur Männer“, fügt Brunhilde Kleibeler hinzu. „An eine Frau Professorin war nicht zu denken.“

Dass die akademische Ausbildung und die Zeit an der Universität Verbindungen fürs Leben schaffen, konnte auch Walter Rasch, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Reuter-Gesellschaft, erfahren, der den Gästen die Arbeit des Fördervereins vorstellte: Der Betreuer seiner Diplomarbeit, Professor Carl Böhret, war ebenfalls unter den Jubilarinnen und Jubilaren.

Auch die Erste Vizepräsidentin der Freien Universität, Professorin Monika Schäfer-Korting, die durch die Veranstaltung führte und die Jubiläumsurkunden an die „Goldenen“ Promovenden überreichte, freute sich über die große und positive Resonanz und die zahlreichen Erinnerungen, die beim anschließenden gemütlichen Beisammensein weiter ausgetauscht wurden.

Die Arbeit des Alumni-Teams hingegen geht weiter: Demnächst starten die Vorbereitungen zur „Silbernen Promotion 1991-2016“, die im Frühjahr stattfinden wird. Und die ersten „Goldenen“ des Jahrgangs 1966 sind auch schon ausfindig gemacht worden.

Weitere Informationen

In Kontakt bleiben!

Haben Sie, Ihre Freunde oder Bekannten ebenfalls an der Freien Universität Berlin promoviert und möchten an einer der kommenden Jubiläumsveranstaltungen zur Silbernen oder Goldenen Promotion teilnehmen? Dann melden Sie sich bitte beim Alumni-Team der Freien Universität unter der E-Mail-Adresse alumni@fu-berlin.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Auf den Seiten des Alumni-Büros finden Sie auch Bildergalerien zu bisherigen Veranstaltungen.