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Geschäftsideen, die unser Leben besser machen

Auf dem Sommerfest des Netzwerks Unternehmertum wurde der Gründerpreis der Berliner Sparkasse verliehen

13.07.2015

Drei Ausgründungen der Freien Universität Berlin standen im Finale um den Gründerpreis der Berliner Sparkasse.
Drei Ausgründungen der Freien Universität Berlin standen im Finale um den Gründerpreis der Berliner Sparkasse. Bildquelle: Sebastian Skiba-Gutjahr
Einen Scheck über 4.000 Euro Preisgeld nahmen Julia Rosendahl, Hannah-Sophie Braun und Katharina Hille von PerformaNat entgegen.
Einen Scheck über 4.000 Euro Preisgeld nahmen Julia Rosendahl, Hannah-Sophie Braun und Katharina Hille von PerformaNat entgegen. Bildquelle: Sebastian Skiba-Gutjahr
Das Haus der Berliner Sparkasse am Wannsee bot einen schönen Rahmen zum Netzwerken. Bei anregenden Gesprächen klang der Sommerabend am See aus.
Das Haus der Berliner Sparkasse am Wannsee bot einen schönen Rahmen zum Netzwerken. Bei anregenden Gesprächen klang der Sommerabend am See aus. Bildquelle: Sebastian Skiba-Gutjahr

Gesünderes Futter für Kühe, eine App, die E-Mails sicher und automatisch verschlüsselt, eine Initiative für das soziale Miteinander von Einheimischen und Flüchtlingen – drei tolle Ideen, drei überzeugende Auftritte, drei wichtige Anliegen. Doch nur ein Kreuz durfte auf jedem Stimmzettel stehen. Wer würde im Finale als Gewinner hervorgehen? Das Netzwerk Unternehmertum der Freien Universität Berlin hatte zum Sommerfest und zur Verleihung des Gründerpreises der Berliner Sparkasse ins Veranstaltungshaus der Sparkasse am Wannsee geladen.

Drei Unternehmensgründungen aus dem Umfeld der Freien Universität Berlin traten um die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung an. Sie hatten für ihre Präsentation jeweils acht Minuten Zeit, dann wurden Fragen aus dem Publikum gestellt. Den 150 Gästen oblag es anschließend auch, per Stimmzettel über den Gewinner zu entscheiden. Ein Preis der Herzen also – zumindest im letzten Durchgang.

Die Finalisten waren zwei Wochen vor dem Fest von einer Jury nominiert worden. Unter dem Motto „Gut gründen“ wurden vor allem der gesellschaftliche Nutzen der Geschäftsidee, aber auch das Team, das Netzwerk, das Geschäftsmodell und erste Erfolge am Markt bewertet. Juroren waren Christian Segal, von der Berliner Sparkasse, Simon Frost aus der Wirtschaftsredaktion des „Tagesspiegel“, Oliver Schmidt von der Unternehmensberatung Hultgren, Christian Herzog von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowie Karsten Stein, Vorsitzender des Netzwerks Unternehmertum der Freien Universität.

Kochen für ein besseres Miteinander

Der Nutzen für die Gesellschaft liegt bei dem Projekt, das Ninon Demuth und Gerrit Kürschner präsentierten, auf der Hand oder besser: auf dem Teller: Ein Kochbuch mit Rezepten von Asylbewerbern sollte das Thema Asyl und Flüchtlinge aus einer neuen, positiven Perspektive beleuchten. Die Idee war 2013 im Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität entstanden. Heute fördert „Über den Tellerrand kochen“ in ganz Deutschland Begegnungen auf Augenhöhe – vermittelt über gemeinsame Interessen wie Fußball, Gärtnern, Theater oder eben Kochkurse.

Das Team hat einen Verein gegründet, über den sich Spender und aktive Mitglieder einbringen können, auch „Satelliten“-Projekte in anderen Städten werden unter dem gemeinsamen Dach unterstützt. Freundschaften schließen – dieser einfache Ansatz für ein besseres Miteinander von Einheimischen und Asylbewerbern erhielt auch an diesem Abend begeisterten Applaus.

Soja statt Heu – und trotzdem gesund

Julia Rosendahl und Hannah-Sophie Braun von PerformaNat zeigten in ihrem Vortrag, dass auch Zahlen Emotionen wecken können: Um 1900 gab eine Kuh acht Liter Milch am Tag, heute sind es bis zu 60 Liter. „Wie kann das gehen?“, fragte man sich im Publikum nicht ganz ohne Sorge. Proteinreiches Kraftfutter macht es möglich: Soja statt Heu. Die Folge dieser Ernährung sind aber häufig Stoffwechselerkrankungen. Außerdem wird sehr viel Futter verbraucht, weil das Verdauungssystem der Hochleistungskühe nur einen Teil davon aufnehmen und verwerten kann.

Die Veterinärmedizinerinnen haben einen natürlichen Futtermittelzusatz entwickelt, der dafür sorgt, dass im Pansen der Tiere mehr Nährstoffe aus dem Kraftfutter aufgenommen werden. Das steigert die Tiergesundheit und senkt den Kostendruck auf die Milchbauern. „Wäre es nicht besser“, kam als Frage aus dem Publikum, „die Kühe gar nicht erst unter diesen Leistungsdruck zu setzen?“ Julia Rosendahl und Hannah-Sophie Braun stimmten zu, gaben aber zu bedenken, dass derzeit noch 95 Prozent aller deutschen Milchkühe nicht „bio“ seien und in konventionellen Betrieben gehalten würden.

Sichere E-Mails einfach verschicken

Auch Roman Priebe und Lukas Neumann fassen mit ihrem Start-up Mynigma ein heißes Eisen an: Nach den Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden machen sich private Nutzer ebenso wie Firmen Gedanken darüber, dass ihre Korrespondenz nicht besser geschützt ist als der Text auf der Rückseite einer Postkarte. Die Gründer haben deshalb eine E-Mail-App entwickelt, die Nachrichten automatisch verschlüsselt und auch weniger versierten Nutzern auf einfache Art und Weise hohe Datensicherheit bietet.

Im Gegensatz zu gängigen Programmen verwendet die App echte Gerät-zu-Gerät-Verschlüsselung: Der zum Entschlüsseln notwendige private Code bleibt zu jeder Zeit auf dem eigenen Gerät, nur Absender und Empfänger können die Nachricht öffnen.

Nach der Stimmenauszählung lagen schließlich alle drei Teams fast gleichauf – aber eben nur fast: Julia Rosendahl und Hannah-Sophie Braun von PerformaNat nahmen am Ende den Hauptpreis und die Glückwünsche von Professor Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin, und von Michael Jänichen, Bereichsleiter Firmenkunden der Berliner Sparkasse, entgegen. Aber auch die beiden anderen Teams durften sich über eine Anerkennungsprämie von 500 Euro freuen. Mit einem Grill-Buffet unter freiem Himmel und vielen anregenden Gesprächen klang der Sommerabend am Wannsee aus.

Weitere Informationen

Netzwerk Unternehmertum

Das Netzwerk Unternehmertum der Freien Universität Berlin wurde im Juni 2012 gegründet und wird getragen von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern aus den Reihen der Freien Universität Berlin sowie von Experten für Gründungsfragen. Das Dach für das Netzwerk bildet die Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Freien Universität Berlin e. V. (ERG). Die rund 115 Mitglieder gestalten das Gründungsgeschehen an der Freien Universität aktiv mit, engagieren sich etwa als Mentorinnen und Mentoren und geben auf Netzwerkveranstaltungen Kontakte und Erfahrungen an Gründerinnen und Gründer weiter.

Gründerpreis

Die Verleihung des Gründerpreises ist Teil einer Kooperation zwischen der Berliner Sparkasse und der Freien Universität Berlin. Seit 2013 ist die Berliner Sparkasse Partnerin für Gründungsförderung auf dem Campus. Im Frühjahr 2015 wurde die Zusammenarbeit um weitere drei Jahre verlängert. Die Finanzexperten engagieren sich beispielsweise mit Gastvorträgen in Seminaren und bieten eine regelmäßige Gründersprechstunde an.