Italienisch für Anfänger und Fortgeschrittene

Seit 25 Jahren werden im „Ristorante Galileo“ in der Silberlaube italienische Spezialitäten serviert

01.05.2015

Cosimo und Chun Wai Dalessandro servieren seit 25 Jahren Gerichte aus seiner Heimat Apulien.
Cosimo und Chun Wai Dalessandro servieren seit 25 Jahren Gerichte aus seiner Heimat Apulien. Bildquelle: Jenny Jörgensen

Immer zur Mittagszeit bewegen sich hungrige Massen durch das Foyer der Silberlaube. Wer Appetit auf italienisches Essen hat, folgt der Einladung einer Stelltafel vor dem Treppenhaus: „Galileo. Wagen Sie den Schritt nach oben.“ Dort begrüßt Wirt Cosimo Dalessandro jeden Gast persönlich – und das, seitdem er das „Ristorante Galileo“ vor 25 Jahren eröffnet hat.

Alte Sammlerstücke ziehen beim Betreten des Restaurants die Blicke auf sich: Eine Waage, eine 60 Jahre alte Aufschnittmaschine und ein schmiedeeiserner Schinkenspanner. Auf jedem Tisch liegen zwei Menüs – eines mit günstigen Preisen für Studierende und eines für alle anderen Gäste. Zu ihnen zählen Angehörige der Freien Universität ebenso wie Leute aus dem Viertel, sagt Cosimo Dalessandro, der das Galileo seit April 1990 gemeinsam mit seiner Frau Chun Wai betreibt. Ihre Räume bieten Platz für 180 Gäste. „Wir wollen, dass jeder Gast satt und glücklich wieder geht. Das ist uns in 25 Jahren immer gelungen“, sagt der Wirt nicht ohne Stolz.

Gäste werden persönlich begrüßt

„Buon Giorno, Professore! Ciao Bettina!“ Seine Stammgäste, zu denen manche schon seit 25 Jahren gehören, kennt Cosimo, wie ihn hier alle nur nennen, mit Namen. „Bettina, du brauchst etwas Schnelles heute? Wie wär’s mit Auberginenauflauf?“ fragt der Wirt. Den Auflauf aus panierten und frittierten Auberginen, Tomaten und Mozzarella für 8,50 Euro gibt es nicht jeden Tag – er ist aufwendig in der Herstellung. „Wir haben eine Liste mit Gästen, die wir anrufen sollen, wenn wir Auberginenauflauf machen“, sagt Dalessandro.

Mit klassischen italienischen Gerichten und Spezialitäten aus Apulien überzeugt der 57-Jährige mit seinem Team. Der Anfang 1990 war nicht ganz leicht, erinnert sich Cosimo: „Das Erste, was ich getan habe, war, die Sahne im Cappuccino mit Milchschaum zu ersetzen.“ Mit handgemachten Bandnudeln, frischem Gemüse, Käse und Fleisch aus Italien und Rezepten à la Mama konnte er neue Gäste gewinnen.

Neue Rezeptideen aus Apulien

Jeden Sommer reist das Ehepaar Dalessandro nach Putignano, Heimatort Cosimos in Apulien im Südosten Italiens. Von hier bringt er neue Rezeptideen mit und entwickelt seine Karte immer weiter. Obwohl seine Frau aus Hongkong stammt und sein Schwiegervater ihm beigebracht hat, wie man Pekingente zubereitet, kommt „Fusion Food“, bei dem unterschiedliche Nationalküchen vermischt werden, nicht in Dalessandros Kochtopf. „Die chinesische Küche ist eine der besten der Welt. Aber im Galileo wird es immer nur italienisches Essen geben“, versichert er.

Durchhaltevermögen ist in der Gastronomie in vielerlei Hinsicht gefragt. „Alles ist viel schnelllebiger geworden. Die besten Arbeitsgespräche führt man beim Essen. Aber dafür hat heute kaum noch jemand Zeit“, bedauert der Wirt. Er und seine Frau wünschen sich, dass sie noch mindestens weitere zehn Jahre ihre Gäste verwöhnen dürfen.