Studierende als Diplomaten bei den Vereinten Nationen

Bewerbung für Teilnahme an UN-Konferenzsimulation "National Model United Nations" in New York noch bis 26. Oktober möglich

21.10.2014

Beim "National Model United Nations" im vergangenen April in New York trafen Peggy Wittke (rechts) und die Delegation der Studierenden der Freien Universität den Stellvertretenden Generalsekretär der Vereinten Nationen, Jan Eliasson (Mitte).
Beim "National Model United Nations" im vergangenen April in New York trafen Peggy Wittke (rechts) und die Delegation der Studierenden der Freien Universität den Stellvertretenden Generalsekretär der Vereinten Nationen, Jan Eliasson (Mitte). Bildquelle: Eskinder Debebe, UNDPI

Wie überzeuge ich Vertreter anderer Staaten von meiner Position? Wie muss ein Antrag aussehen, damit er auch behandelt wird? Fragen wie diese kann Peggy Wittke beantworten. Die Juristin koordiniert das Programm "National Model United Nations" am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität und bereitet die Studierende auf ihre Rolle als „Diplomaten“ bei UN-Konferenzsimulationen vor. Als renommierteste Veranstaltung des Programms gilt die Konferenz in New York, die im März 2015 stattfindet. Campus.leben sprach mit Koodinatorin Peggy Wittke über das bevorstehende Ereignis, für das sich Interessenten noch bis Sonntag bewerben können.

Was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "National Model United Nations"-Programms?

Das Programm könnte auch umschrieben werden mit „Learning by doing“: als „Diplomaten“ in die Mitte des Verhandlungsgeschehens gestellt, erhalten Studierende unmittelbare Eindrücke von Politik und Funktion multinationaler Diplomatie. Bei einem „Model United Nations“ werden internationale Organisationen oder Gremien simuliert, wie etwa der UN-Sicherheitsrat, der Menschenrechtsrat oder die UN-Abrüstungskonferenz, und aktuelle Weltprobleme verhandelt. Die Teilnehmer übernehmen die Rolle eines „Botschafters“ – allerdings nicht ihres eigenen Landes. Sie müssen die Themen aus der Perspektive anderer Staaten betrachten. Gleichzeitig lernen die Teilnehmer Einzelheiten über die Arbeitsweisen der Vereinten Nationen kennen und üben sich in informellen und formellen Verhandlungsstrategien. Das „National Model United Nations“ findet jedes Jahr in New York statt, einige Sitzungen sogar im Hauptquartier der Vereinten Nationen am East River! Im Vorfeld der Konferenz organisieren wir für die Teilnehmer der Freien Universität außerdem eine dreitägige UN-Study Tour mit Vorträgen von „echten“ UN-Diplomaten.

Also ist es mehr als nur ein Spiel?

Auf jeden Fall. Studierende erwerben Fachwissen und sammeln gleichzeitig wichtige Erfahrungen im internationalen Kontext. Zum einen werden Themen behandelt, die auch auf der aktuellen Tagesordnung der Weltpolitik stehen: internationaler Terrorismus, die Gefährlichkeit übertragbarer Krankheiten wie HIV/AIDS oder Ebola, Kinderrechte, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, um nur einige zu nennen. Zum anderen geht es darum, während der Simulation eine Thematik komplett aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Diese Fähigkeit zum Perspektivwechsel kann auch im täglichen Leben und im Berufsalltag sehr hilfreich sein, etwa bei Konflikten – und dies nicht nur auf dem diplomatischen Parkett.

Wer kann an dem Programm teilnehmen?

Für das National Model United Nations 2015 können sich Studierende der Freien Universität aus allen Fachrichtungen bis zum 26. Oktober bewerben. Die Themen sind breit angelegt und bieten für die verschiedensten Studiengebiete interessante Anknüpfungspunkte. Unter unseren ehemaligen Teilnehmern sind nicht nur Studierende aus den Fächern Politik, Wirtschaft oder Rechtswissenschaft, sondern auch aus Medizin, Physik, Mathematik, Biochemie oder Geschichte.

Die Fragen stellte Jan Hambura

Weitere Informationen

"National Model United Nations" 2015