Freie Universität Berlin


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Gute Aussichten bei Wind und Sonne

Studierende organisierten ein Ferienprojekt für Schüler zum Thema Erneuerbare Energien

25.07.2014

Bohren, basteln, begreifen: 14 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Energiewerkstatt teil. Hier wird gerade ein Wasserrad zusammengebaut.
Bohren, basteln, begreifen: 14 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Energiewerkstatt teil. Hier wird gerade ein Wasserrad zusammengebaut. Bildquelle: Annika Middeldorf
Sebastian Seier, einer der fünf Organisatoren des Ferienprojekts, mit einem gerade fertig gestellten Windrad.
Sebastian Seier, einer der fünf Organisatoren des Ferienprojekts, mit einem gerade fertig gestellten Windrad. Bildquelle: Annika Middeldorf

Die Mädchen legen zuerst Hand an: Die Bohrmaschine sicher in den Händen, den Bauplan fest im Kopf. Das graue Plastik eines Kunststoffrohrs wird gezielt durchlöchert und auf einer runden Holzplatte befestigt. „Das wird unser Wasserrad“, erklären die handwerklich geschickten Schülerinnen nicht ohne Stolz. Bei der Energiewerkstatt „Erneuerbare Energien verstehen, entdecken und selber machen“ bohrten, bastelten und spielten 14 Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und zwölf Jahren an vier Tagen auf dem Gelände des Botanischen Gartens der Freien Universität.

Zur Energiewerkstatt eingeladen hatten fünf Studierende des Projektkurses „Vom Wissen zum Handeln“. Dieser war in diesem Sommersemester an der Freien Universität unter der gemeinsamen Leitung von Achim Brunnengräber, Politikwissenschaftler am Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) und der dort koordinierten Nachhaltigkeitsinitiative SUSTAIN IT! durchgeführt worden. Die Studierenden haben dabei Konzept und Inhalte eines Angebots für Schüler entwickelt – und jetzt umgesetzt. Als Kooperationspartner konnten sie die BUND-Jugend Berlin gewinnen sowie das Projekt UniGardening – Permakultur zum Anbeißen, dessen Team sein Gartengelände im Botanischen Garten der Freien Universität zur Verfügung stellte.

Wind- und Wasserräder selbst gebaut

Passend zum Titel der Veranstaltung „Erneuerbare Energien verstehen, entdecken und selber machen“ schritten die Schüler auch selbst zur Tat und werkelten bei strahlendem Sonnenschein: Sie fertigten Wind- und Wasserräder sowie eine Biogastonne an. „Damit können wir zwar keine Unmengen an Energie erzeugen“, sagt Sebastian Seier – das selbstgebaute Windrad bringt beispielsweise nur eine kleine Lampe zum Leuchten –, „wir können den Kindern damit aber zeigen: Da passiert etwas, da wird Energie erzeugt.“ Der 24-jährige Masterstudent der Politikwissenschaft ist Teil des fünfköpfigen Teams, das die Energiewerkstatt entwickelt und umgesetzt hat.

„Es war uns wichtig, ein Projekt zu organisieren, bei dem wir schon die Jüngeren an das Thema Energie heranführen“, sagt er. Das Interesse an dem Angebot war enorm: „Fast 60 Anmeldungen hatten wir für unser Projekt“, sagt Seier. Weil damit nur etwa jeder Fünfte teilnehmen konnte, ist nun eine Wiederholung für das kommende Jahr geplant.

Kochen mit Sonnenenergie

An Energiezufuhr für die Schüler und Studierenden hatte man auch gedacht. Für das leibliche Wohl wurde ein Solarofen eingesetzt, eine transportable Kochstation, die das Kochen und Braten mit Sonnenkraft ermöglicht. Da kam das herrliche Sommerwetter gerade richtig, freute sich Seier: „Schon nach fünf Minuten Sonneinstrahlung ist der Ofen richtig warm.“

Zum viertägigen Programm des Ferienprojekts zählte auch ein Besuch des Wetterturms vom Institut für Meteorologie der Freien Universität. „Hier ging es uns darum, den Kindern den Unterschied zwischen Klima und Wetter zu erklären“, sagt Ingmar Naumann aus dem Organisationsteam. Während beim Wetter nur der kurzfristige Blick auf die Atmosphäre gemeint ist, etwa für einen Tag, bezeichnet der Begriff Klima meteorologische Vorgänge über einen längeren Zeitraum von etwa 30 bis 40 Jahren.

Besuch auf dem Wetterturm und dem Solardach

Eine weitere Station war das Solardach der Freien Universität auf dem Gebäude der Habelschwerdter Alle 45. Hier lernten die Schüler, wie die regenerative Energiegewinnung durch Sonnenkraft funktioniert. Bei einem kurzen Abstecher in die Mensaküche sahen die Kinder dann auch gleich, wie die auf dem Dach gewonnene Energie wieder eingesetzt wird.

„Neben all dem Tun und Lernen kommt der Spaßfaktor bei uns auch nicht zu kurz“, sagt Naumann. Deshalb gab es auch immer wieder gemeinsame Fußball- oder Federballpausen. So kam auch die älteste Energiequelle des Menschen, die Muskelkraft, bei der Energiewerkstatt 2014 zum Einsatz.