Freie Universität Berlin


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Im Sinne der Menschenrechte

Amnesty-International-Hochschulgruppe der Freien Universität veranstaltet am 26. Juni aktiven Beitrag zum Internationalen Tag der Unterstützung der Opfer von Folter

25.06.2014

Das offizielle Logo zur STOP FOLTER-Kampagne, die am 26. Juni 2014, dem Tag zur Unter­stützung von Folter­opfern, beginnt.
Das offizielle Logo zur STOP FOLTER-Kampagne, die am 26. Juni 2014, dem Tag zur Unter­stützung von Folter­opfern, beginnt. Bildquelle: Amnesty International

Anlässlich des Tages der Opfer von Folter veranstaltet die Amnesty-International-Hochschulgruppe der Freien Universität am 26. Juni einen Aktionstag im Henry-Ford-Bau der Freien Universität. An diesem Tag werden aktive Studierende verschiedenster Fachbereiche von 9.00 bis 16.00 Uhr mit Plakaten und Symbolaktionen gegen Folter protestieren und auf das Thema aufmerksam machen. Campus.Leben sprach mit Fabian Lischkowitz von der Amnesty-International-Hochschulgruppe der Freien Universität.

Herr Lischkowitz, warum veranstaltet die Amnesty-International-Hochschulgruppe den Aktionstag?

Wir setzen uns für die Opfer von Folter ein, weil Folter und Misshandlung in vielen Ländern von Seiten der Polizei oder in Gefängnissen weiterhin üblich sind. Amnesty International hat festgestellt, dass heute, im Jahr 2014, in noch mindestens 79 Ländern gefoltert wird.  Und das, obwohl die meisten Staaten internationale Konventionen gegen Folter ratifiziert und nationale Gesetze, die Folter verhindern sollen, verabschiedet haben. Zum Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer von Folter am 26. Juni protestiert unsere Organisation deshalb weltweit gegen diesen alltäglichen Skandal.

Wie gestaltet die Amnesty Hochschulgruppe den Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer von Folter hier an der Freien Universität Berlin?

Zum einen werden wir uns an einer Aktion beteiligen, die Amnesty-Mitglieder in ganz Deutschland durchführen: Wir und andere, die uns unterstützen, verbinden uns die Augen mit einer schwarzen Binde, die die Aufschrift Schau nicht weg: STOP FOLTER trägt, und machen so in Kurzinterventionen in Hörsälen auf die Situation aufmerksam. Zudem werden wir im Henry-Ford-Bau an einem Informationsstand zum Thema informieren und Unterschriften zur Unterstützung konkreter Fälle sammeln.

Um welchen konkreten Fall geht es beispielsweise?

Eine Petition richtet sich an die mexikanische Regierung und betrifft den Fall von Claudia Medina Tamariz. Sie wurde im August 2012 von Marinesoldaten im Bundesstaat Veracruz festgenommen und unter Folter gezwungen, ein Geständnis zu unterschreiben, in dem sie sich bekannte, Teil einer kriminellen Gang zu sein. Die meisten Anklagepunkte wurden inzwischen fallengelassen. Amnesty International unterstützt Claudia Medina in ihrer Forderung an die mexikanischen Justizbehörden, ihre Peiniger zur Verantwortung zu ziehen.

Was fordert Amnesty International in einer solchen Petition?

Wir verlangen die konsequente Umsetzung der UN-Antifolterkonvention von 1984. Mexiko beispielsweise hat sich verschiedentlich dazu verpflichtet, gegen Folter und Misshandlung durch staatliche Behörden vorzugehen. Dennoch werden in Mexiko weiterhin unter Folter erzwungene Geständnisse vor Gericht anerkannt. Weiterhin wird Personen in Haft der Zugang zu medizinischen Untersuchungen, einem Anwalt oder Kontakt mit Angehörigen verweigert. Diese Situation ist nicht akzeptabel.