Freie Universität Berlin


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Sichtbarkeit der Freien Universität in der Welt weiter stärken

Für die Wahl der Ersten Vizepräsidentin am 30. April ist erneut Professorin Monika Schäfer-Korting nominiert

25.04.2014

Professorin Dr. Monika Schäfer-Korting ist seit Juni 2010 Erste Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin. Sie ist für das Amt erneut nominiert.
Professorin Dr. Monika Schäfer-Korting ist seit Juni 2010 Erste Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin. Sie ist für das Amt erneut nominiert. Bildquelle: Stephan Töpper

Mit der Wahl des Präsidenten bzw. der Präsidentin der Freien Universität am 30. April wird auch die Erste Vizepräsidentin bzw. der Erste Vizepräsident gewählt. Vom Kuratorium nominiert und vom Akademischen Senat vorgeschlagen wurde die Pharmakologie-Professorin Monika Schäfer-Korting. Sie hat das Amt seit Juni 2010 inne. Worin lagen die Herausforderungen ihrer ersten Amtszeit? Welche Ziele würde sie im Falle ihrer Wiederwahl verfolgen? Campus.leben im Gespräch mit Monika Schäfer-Korting.

Frau Professorin Schäfer-Korting, Sie treten für eine zweite Amtszeit als Erste Vizepräsidentin an. Was war die schwierigste Entscheidung, die Sie während Ihrer ersten Amtszeit treffen mussten?

Im Präsidium sind täglich unzählige Entscheidungen zu treffen, die auf ganz unterschiedliche Art schwierig sind. Häufig geht es dabei um die Verteilung knapper Ressourcen. Wenn ein herausragendes Projekt nicht gefördert werden kann, ist das eine schmerzliche Entscheidung. Für mich persönlich war ganz sicher die Abstimmung der Rahmenstudien- und -prüfungsordnung einer der schwierigsten Prozesse, galt es doch, sehr unterschiedliche Interessen und Vorstellungen zusammenzuführen.

In Ihrer Zuständigkeit liegen unter anderem die Universitätsmedizin, die Biologie, Chemie und Pharmazie, ebenso wie die Focus Areas Dahlem Centre of Plant Sciences (DCPS) und Disease in Human Aging – Dynamics at the Level of Molecules, Individuals, and Society (DynAge). Welchen Stellenwert haben die Lebenswissenschaften an der Freien Universität mit ihrem besonderen geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt?

Die Freie Universität war immer stark als breit aufgestellte Universität, und der Erfolg der Geisteswissenschaften in der Exzellenzinitiative ist beeindruckend. Es war und ist mir – auch als Pharmakologin – ein besonderes Anliegen, das Potenzial der Natur- und Biowissenschaften klar herauszuarbeiten. Mit der Einrichtung von vier neuen Sonderforschungsbereichen in der Biochemie, Biologie, Biophysik und Chemie/Pharmazie seit 2011 sind wir damit auf einem sehr guten Weg.

Ebenso liegt mir am Herzen, die Zusammenarbeit mit der Humanmedizin auszubauen trotz weitgehender organisatorischer Unabhängigkeit der Charité – der gemeinsamen medizinischen Fakultät von Freier Universität und Humboldt-Universität. Die Focus Area DynAge ist dafür ein gelungenes Beispiel: Hier forschen Humanmediziner gemeinsam mit Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaftlern unserer Universität. Solche Verbünde leben vom breiten fachlichen Spektrum, das die Freie Universität bietet, und dem Selbstverständnis unserer Wissenschaftler, über ihre Disziplinen hinaus zu denken. Da Verbünde wie DynAge nur an einer Volluniversität möglich sind, muss uns dieses Potenzial unbedingt erhalten bleiben.

Welche Ziele haben Sie sich für eine zweite Amtszeit gesetzt?

Ich möchte nicht nur die Freie Universität mit einem breiten Fächerspektrum erhalten wissen, sondern die Position der Freien Universität Berlin im Spektrum der deutschen Universitäten sichern und ihre weltweite Sichtbarkeit weiter erhöhen. Dazu bedarf es einer sorgfältig austarierten Berufungsstrategie. Dies alles zu leisten, ohne dass es zu Lasten der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen geschieht, die schon jetzt häufig an der Grenze ihrer Belastbarkeit arbeiten, legt der Universitätsleitung eine besondere Verantwortung auf. Ohne eine wesentliche Steigerung der Grundfinanzierung bzw. einer Steigerung des Overheads bei Drittmittelprojekten stehen wir vor einer enormen Herausforderung.

Schließlich muss das Studienangebot weiterhin so gestaltet und gegebenenfalls weiterentwickelt werden, dass sich unsere Studierenden zu Leistungsträgern auf ihren jeweiligen Gebieten mit hoher ethischer Verantwortung entwickeln können. Ich wünsche mir, dass unsere Absolventen ihre Verantwortung in der Gesellschaft – in Deutschland und Europa, aber auch an vielen anderen Orten der Welt – wahrnehmen und so zurückgeben, was sie von den akademischen Lehrerinnen und Lehrern der Freien Universität und der Gesellschaft erhalten haben. Wichtig ist mir darüber hinaus, die Möglichkeit auszubauen, Absolventen für eine Rückkehr an die Universität zu gewinnen, etwa im Rahmen weiterbildender Masterstudiengänge.