Freie Universität Berlin


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Sport verbindet – über Ländergrenzen hinweg

Über ERASMUS+ beteiligt sich der Hochschulsport der Freien Universität an einem Auslandsaustauschprogramm für Mitarbeiter, Trainer und Praktikanten

27.01.2014

Aufmerksam verfolgt Enn Läänmäe das Spiel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Basketball-Hochschulsportkurses. Als Austausch-Trainer verbringt der Este eine Woche an der Freien Universität Berlin.
Aufmerksam verfolgt Enn Läänmäe das Spiel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Basketball-Hochschulsportkurses. Als Austausch-Trainer verbringt der Este eine Woche an der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Thomas Rostek
Jeden Montag findet in der Sporthalle der Droste-Hülshoff-Schule in Berlin-Zehlendorf der Basketball-Kurs statt. Der Austausch-Coach Enn Läänmäe führte in seiner Trainingseinheit neue Übungen ein.
Jeden Montag findet in der Sporthalle der Droste-Hülshoff-Schule in Berlin-Zehlendorf der Basketball-Kurs statt. Der Austausch-Coach Enn Läänmäe führte in seiner Trainingseinheit neue Übungen ein. Bildquelle: Thomas Rostek
Hauptsache Bewegung: Silke Tosch besucht schon seit 17 Jahren den Basketball-Kurs des Hochschulsports der Freien Universität.
Hauptsache Bewegung: Silke Tosch besucht schon seit 17 Jahren den Basketball-Kurs des Hochschulsports der Freien Universität. Bildquelle: Thomas Rostek

Enn Läänmäe ist ungeduldig. Er erzählt gern von seiner Arbeit als Fußball- und Basketball-Coach, doch eigentlich zieht es ihn wieder zurück in die Sporthalle. In der Droste-Hülshoff-Schule in Berlin-Zehlendorf findet an diesem Abend – wie jeden Montag – das Basketballtraining des Hochschulsports der Freien Universität statt. Ausnahmsweise wird Enn Läänmäe von der Tallinn University of Applied Sciences in Estland heute Trainer Boris Benzmann unterstützen – im Rahmen des Austauschprogramms „ERASMUS+“, an dem sich auch die Zentraleinrichtung Hochschulsport der Freien Universität beteiligt.

„Ich habe über die Website meiner Universität von dem Austauschprogramm erfahren“, erzählt Enn Läänmäe. „Auslandserfahrungen sind sehr nützlich, für mich selbst und für meine Arbeit.“ Der Este ist stellvertretender Direktor des Zentrums für Sportwissenschaft an der Tallinn University of Applied Sciences und leitet darüber hinaus Fußball- und Basketballkurse an seiner Hochschule. Als Austausch-Coach hat er bereits einige Erfahrungen gesammelt. „2011 habe ich zwei Wochen lang Fußball, Futsal – eine Variante von Hallenfußball – und Basketball in Groningen unterrichtet“, sagt er. Die Trainingsbedingungen in den Niederlanden seien außergewöhnlich gut gewesen. Auch Deutschland kennt der Este bereits. In Münster, Bielefeld und Berlin hat Enn Läänmäe als Trainer an Sportwettkämpfen teilgenommen. Auf den sechstägigen Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt freut sich der 50-Jährige. „Ich werde mir auf jeden Fall Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor anschauen. Außerdem ist der Besuch eines Europapokal-Volleyball-Spiels geplant.“

Sport ist eine gemeinsame Sprache

Den Besuch des estnischen Kollegen hat Alexander Scholl eingefädelt. Er ist unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit, das Veranstaltungsmanagement und den Wettkampfsport des Hochschulsports an der Freien Universität Berlin zuständig. „Durch den internationalen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen von unseren Partnerhochschulen in Europa kann sich der Hochschulsport weiterentwickeln, sowohl inhaltlich als auch konzeptionell“, sagt Alexander Scholl. „Sprachliche und kulturelle Barrieren lassen sich im Sport leichter bewältigen als in anderen Bereichen. Der Besuch von Enn Läänmäe etwa bereichert sowohl ihn als auch uns als Einrichtung.“ Jörg Förster, Direktor der Zentraleinrichtung Hochschulsport, möchte die Internationalität im Hochschulsport bewusst fördern. So sei Sport besonders gut dafür geeignet, ausländische Studierende zu integrieren. „Auch viele internationale Studierende nutzen das Angebot des Hochschulsports. Wir bieten deshalb zahlreiche Kurse auf Englisch an, und die Webseite des Hochschulsports ist auf Deutsch und Englisch verfügbar“, sagt Förster.

Leidenschaft vermitteln, Talent einsetzen

Enn Läänmäe ist Sportler durch und durch. In den 80er Jahren spielte der 50-Jährige als Profi-Fußballer in der Nationalmannschaft der damaligen Estnischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Eine eigenständige estnische Nationalmannschaft kam jedoch erst 1991, nach der Unabhängigkeitserklärung des baltischen Landes, zustande – leider zu spät für Enn Läänmäe. Jetzt trainiert er Teams an der Universität und Jugendmannschaften und hält Vorlesungen zu sportwissenschaftlichen Themen. „Mein Tag ist Sport pur“, sagt Enn Läänmäe.

Diese Leidenschaft versucht Enn Läänmäe, im Training seinen Schützlingen weiterzugeben. Für die Teilnehmer des Hochschulsportkurses ist es an diesem Abend zunächst ungewohnt, mehrere Trainingseinheiten zu absolvieren. „Eigentlich wärmen wir uns immer nur auf und spielen dann“, sagt Silke Tosch. „Das Training mache ich sonst immer in einem anderen Kurs.“ Die Basketball-Begeisterte trainiert schon seit 17 Jahren beim Hochschulsport. Die Stunde des Austausch-Coaches gefällt ihr gut, Verständigungsprobleme gibt es keine. „Dass Enn kein Deutsch spricht, ist nicht weiter schlimm. Im Basketball kann man die Übungen ja einfach vormachen, das reicht meistens aus“, sagt Silke Tosch. Auch Trainer Boris Benzmann ist mit seinem Kollegen zufrieden. „Er macht einige Übungen, die ich noch gar nicht kannte, die aber sehr effektiv sind“, sagt er.

Sein sportliches Talent gibt Enn Läänmäe nicht nur als Trainer weiter, sondern auch als Vater. „Ich habe drei Töchter. Meine älteste, die jetzt 17 Jahre alt ist, spielt in der estnischen U17-Fußball-Nationalmannschaft“, erzählt er stolz. „Vielleicht kommt auch sie einmal nach Berlin, wenn sie mit der Schule fertig ist. Zum Studieren.“

Weitere Informationen

Erasmus+

Das Austausch-Programm Erasmus+ richtet sich sowohl an Studierende als auch an Mitarbeiter und Auszubildende des Hochschulsports.

Die Zentraleinrichtung Hochschulsport der Freien Universität ist zudem Mitglied im „European Network of Academic Sport Services“ (ENAS). Dort werden Kontakte zu anderen europäischen Hochschulen geknüpft, etwa nach Tallinn.

Vom 3. bis 7. Juni 2014 findet an der Freien Universität die „International Administrative Staff Teaching and Training Week“ zum Thema „Internationalization and Sports in Higher Education“ statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Zentraleinrichtung Hochschulsport und dem International Office der Freien Universität.

Weitere Informationen im Internet: www.hochschulsport.fu-berlin.de