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Preisverdächtige Alumni

Die Werke von drei Ehemaligen der Freien Universität sind für den Deutschen Buchpreis 2013 nominiert

09.09.2013

Für den Deutschen Buchpreis 2013 nominiert: Judith Kuckart (l.), Olaf Kühl und Monika Zeiner (r.)
Für den Deutschen Buchpreis 2013 nominiert: Judith Kuckart (l.), Olaf Kühl und Monika Zeiner (r.) Bildquelle: Laima Chenkeli ǀ Maria Kossak ǀ Milena Schlösser

Er gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen der deutschen Literaturszene: der Deutsche Buchpreis. In diesem Jahr sind unter den Nominierten für den mit 25.000 Euro dotierten Preis drei Alumni der Freien Universität: Monika Zeiner, Judith Kuckart und Olaf Kühl. Die Autoren müssen sich nun gegen eine hochkarätige Konkurrenz durchsetzen, um auf die Shortlist zu gelangen. Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2013 wird am 7. Oktober bekanntgegeben.

Es ist Monika Zeiners erstes Buch, jedoch bereits die zweite Nominierung für einen Literaturpreis: Für ihren im Frühjahr erschienenen Roman „Die Ordnung der Sterne über Como" wurde die promovierte Romanistin bereits mit dem Debütpreis des internationalen Literaturfests Lit.Cologne ausgezeichnet. Ihre Buchpreis-Nominierung bezeichnet sie als „große Überraschung“. Zeiner studierte ab 1994 Romanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität und wurde 2004 über Liebesmelancholie im Mittelalter in italienischer Literaturwissenschaft promoviert. 

Die Berlinerin erinnert sich gern an die Zeit ihres Studiums und beschreibt die Möglichkeit, „links und rechts zu schauen und auch mal eine fachfremde Vorlesung zu besuchen“, als besonders wertvoll: „Ich hatte viel Zeit zum Ausprobieren und habe das sehr genossen“, sagt die Autorin heute. Während ihres Studiums begann sie, Theater- und Hörspieltexte zu schreiben, später wagte sie sich an ihren ersten Roman – der auch in Dahlem verortet ist. Die beiden Hauptpersonen kehren nach Jahren an die Freie Universität zurück und besuchen eine Vorlesung zur Geschichte der Liebe.

Gastprofessor Olaf Kühl

Der Übersetzer aus dem Polnischen und Russischen, Olaf Kühl, studierte Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte an der Freien Universität. Im Wintersemester 2011/2012 kehrte er für ein Semester nach Dahlem zurück und übernahm die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung. Von den Studierenden war er beeindruckt: „Während meiner Gastprofessur habe ich gemerkt, dass ich es mit gut ausgebildeten und motivierten Studenten zu tun habe. Ich habe mehr von ihnen gelernt als sie von mir!“

Kühl ist neben seinen Übersetzungen zudem als Russlandreferent des Regierenden Bürgermeisters von Berlin tätig. Für seinen zweiten Roman „Der wahre Sohn" wurde er nun für den Buchpreis nominiert. Sein Verleger habe ihm die gute Nachricht per Telefon überbracht: „Nach einer Weile rief er mich erneut an und sagte: ‚Es gibt eigentlich nichts zu besprechen. Ich wollte Ihnen nur noch einmal sagen, wie riesig ich mich freue!’ Da wurde mir erst wirklich klar, was da passiert war“, erinnert sich Olaf Kühl.

Für ihren siebten Roman nominiert: Judith Kuckart

Die dritte im Ehemaligen-Trio ist Judith Kuckart – in der deutschen Literaturszene keine Unbekannte: „Wünsche", ihr bereits siebter Roman, überzeugte die diesjährige Jury. Kuckart studierte ab 1979 Germanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität und schrieb ihre germanistische Magisterarbeit 1985 über Else Lasker-Schüler. Die Autorin wurde mehrfach ausgezeichnet: 1998 erhielt Kuckart das renommierte Aufenthaltsstipendium der Villa Massimo in Rom, das vor ihr bereits den Autorinnen Julia Franck und Kathrin Schmidt gewährt worden war. Beide sind inzwischen mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden – die Zeichen stehen also gut für Judith Kuckart.

Am 11. September gibt die Jury die sechs Finalisten bekannt und macht aus der Longlist eine Shortlist. Am 7. Oktober, am Vorabend der Frankfurter Buchmesse, wird dann der Sieger mit dem Deutschen Buchpreises 2013 ausgezeichnet.

Weitere Informationen

Der Deutsche Buchpreis

Zwar ist er nicht der höchstdotierte Literaturpreis Deutschlands, doch unangefochten jener, mit der meisten Medienaufmerksamkeit: der Deutsche Buchpreis, der seit 2005 jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen wird. Eine prominent besetzte Jury nominiert 20 deutschsprachige Romane (Longlist) und ermittelt im Anschluss sechs Finalisten (Shortlist). Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Oktober verleiht sie schließlich die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für den besten Roman. In diesem Jahr sind unter anderen Romane der drei bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart nominiert: Daniel Kehlmanns „F", Clemens Meyers „Im Stein" und Uwe Timms „Vogelweide". Im letzten Jahr wurde die Berliner Schriftstellerin Ursula Krechel für ihren Roman "Landgericht" mit dem Buchpreis ausgezeichnet.

Bücher

Monika Zeiner, „Die Ordnung der Sterne über Como", Blumenbar, 19,99 Euro

Judith Kuckart, „Wünsche", DuMont Buchverlag, 19,99 Euro

Olaf Kühl, „Der wahre Sohn", Rowohlt Berlin Verlag, 24,95 Euro