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Bei Sonnenschein in See gestochen

Das Semesterprogramm Berlin European Studies (FU-BEST) hat gerade begonnen

02.09.2013

Auf der Tour sahen die Studierenden viele historische Gebäude.
Auf der Tour sahen die Studierenden viele historische Gebäude. Bildquelle: Núria Saladié
Polina und Santiago hatten Spaß auf dem Boot. Die Tour bot eine gute Gelegenheit, um die zukünftigen Mitschüler kennenzulernen.
Polina und Santiago hatten Spaß auf dem Boot. Die Tour bot eine gute Gelegenheit, um die zukünftigen Mitschüler kennenzulernen. Bildquelle: Núria Saladié

Ein, zwei oder drei Semester deutsche und europäische Geschichte und Kultur in Berlin studieren: Das neue Semester des Programms „Berlin European Studies“ (FU-BEST) hat an der Freien Universität Berlin für 150 US-amerikanische Studierende und zwei Teilnehmer aus Russland und Mexiko begonnen. Während der Orientierungstage sahen die neuen Teilnehmer auf einer Bootstour schon die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Studierenden bleiben noch bis zum 5. Dezember in Berlin. Interessierte können sich auch für das Frühlingssemester und anschließend, unter bestimmten Bedingungen, für das reguläre Sommersemester der Freien Universität bewerben.

Etwa 50 Teilnehmer kamen bei Sonnenschein zu einer Führung zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zusammen. Begleitet von Dirk Verheyen, promovierter Politikwissenschaftler und Leiter des FU-BEST-Programms, und Kristin Kretzschmar vom FU-BEST-Team spazierten die Studierenden zum Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park, wo sie einiges über Berlins wechselvolle Geschichte hörten. Danach lernten die Gaststudenten Berlin von einer anderen Seite kennen: vom Wasser aus! Auf einer Spreetour sahen die Teilnehmer noch einiges von der Stadt, etwa die Museumsinsel, das Regierungsviertel und den Hauptbahnhof. Polina, Studentin der Neurowissenschaft an der University of California, ist beeindruckt von der Architektur: „Es ist erstaunlich, wie gut das Alte und Neue integriert sind, es ist perfekt zusammengefügt.“

Erweitertes Klassenzimmer

Für Dirk Verheyen ist das sogenannte „erweiterte Klassenzimmer“ (extended classroom) eines des Schlüsselkonzepte des Programms: Studierende sollen nicht nur in Seminaren und durch Vorlesungen lernen, sondern in die Stadt gehen und aktiv neue Ecken entdecken, um Kenntnisse vor Ort zu erwerben. Deshalb empfiehlt Verheyen die Unterbringung in einer Gastfamilie, um Berlin und Deutschland kennenzulernen, obwohl es auch möglich ist, eine eigene Wohnung zu beziehen.

Dirk Verheyen, der selbst 25 Jahre in den USA gelebt hat, weiß um die Unterschiede zwischen Deutschland und Nordamerika – und dass viele Ankömmlinge erst einmal einen kleinen Kulturschock erleben. „Es ist wichtig, die Unterschiede zwischen den Ländern zu bemerken und entdecken“, sagt Verheyen, „aber nicht um zu verurteilen, sondern um zu einem Verständnis zu gelangen.“ Jenna aus New Hampshire etwa ist erstaunt über den Nahverkehr: „Die Menschen fahren Fahrrad, als ob sie Auto führen“. Und Santiago, Student der Kommunikationswissenschaft aus Mexiko-Stadt, will Berlin und Deutschland überhaupt erst entdecken – obwohl er einen deutschen Pass hat, war er noch nie im Land.

Die Teilnehmer werden ermutigt, die Veranstaltungen des International Clubs und einen wöchentlichen Stammtisch zu besuchen, um sich kennenzulernen und auszutauschen. Mit einem Sprachtandem können sie schrittweise ihr Deutsch verbessern: Sie lernen von einem Muttersprachler Deutsch, während sie dem Tandempartner ihre eigene Sprache vermitteln.

Europäisches und amerikanisches Lehrsystem

Das europäische Lehrsystem kennenzulernen, ist auch ein wichtiger Bestandteil des Programms. Verheyen kombiniert im Programm den amerikanischen und europäischen Lehrstil. „Wir nutzen akademische Standards, die amerikanischen Studierenden bekannt sind, aber mit einem europäischen Vorgehen“, sagt er. Die Kurse des FU-BEST-Programms sind hauptsächlich englischsprachig und vermitteln die Geschichte, Politik, Gesellschaft und Kultur Deutschlands und Europas. Sie werden ergänzt durch Projekte und Exkursionen innerhalb Deutschlands und ins Ausland sowie ein reiches Kulturprogramm. Die vielfältigen Lehrveranstaltungen und das „erweiterte Klassenzimmer“ sollen Polina, Jenna, Santiago und den anderen rund 150 Teilnehmern Kenntnisse der Sprache und des Landes vermitteln – und zeigen, wie facettenreich die Stadt ist.

Weitere Informationen

FU-BEST-Programm

Das 2005 gegründete Programm FU-BEST richtet sich vor allem an nordamerikanische Studierende. Im Jahr 2011 wurde das Semesterprogramm als erstes seiner Art in Deutschland erfolgreich durch das „American Forum on Education Abroad“ evaluiert, eine der bedeutendsten Berufsorganisationen für Bildungsprogramme im Ausland. Es gibt bereits Kooperationsvereinbarungen mit fast 20 Universitäten, wie zum Beispiel der American University, UNC Chapel Hill, der University of Maryland, der Rutgers University und der University of California.

Kontakt

Dr. Dirk Verheyen, FU-BEST-Programm, Telefon: 030 / 838-56582, E-Mail: fubest@fu-berlin.de