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Auf einen Kaffee ins Kanzleramt

Fachinformatiker der Freien Universität hat an der Weltmeisterschaft der Berufe in Leipzig teilgenommen

22.07.2013

René Skillen (4. Reihe, Dritter von links) gehörte zu den 40 deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Berufe-WM. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die gesamte Mannschaft ins Kanzleramt eingeladen.
René Skillen (4. Reihe, Dritter von links) gehörte zu den 40 deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Berufe-WM. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die gesamte Mannschaft ins Kanzleramt eingeladen. Bildquelle: Jesco Denzel

Rund eine Woche lang stand René Skillen im Rampenlicht: Als Mitglied des deutschen Teams bei der Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills“ in Leipzig ging es für den Fachinformatiker der Freien Universität zuletzt von Empfang zu Empfang. Für das Siegertreppchen hat es für den 22-Jährigen am Ende zwar nicht gereicht, aber „es war eine super Erfahrung“, wie er sagt. Das würdigte sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel: Sie lud die 40 deutschen WM-Teilnehmer der verschiedenen Disziplinen zu einem Besuch ins Kanzleramt.

Natürlich, interessiert und humorvoll habe Angela Merkel gewirkt, erzählt René Skillen. Und manchmal auch erstaunt angesichts der Mitbringsel einiger Teilnehmer: Diese zeigten ihre Werkstücke aus dem Wettbewerb – darunter auch ein von Skillens Teamkollegen in der Disziplin Schreinerei gefertigter und für Laien nicht ohne weiteres erkennbarer – Treppenaufgang aus Holz.

Die Informatiker der deutschen Mannschaft führten Roboter vor, wie Skillen erzählt. Er selbst konnte leider kein Anschauungsobjekt zeigen: Der IT-Spezialist musste im Wettbewerb Systeme administrieren. Dabei stand er in Konkurrenz zu Wettbewerbern aus 30 Nationen. Für den Einsatz dankte Merkel dem deutschen Team persönlich: Sie lud die gesamte Mannschaft zu einer Führung ins Kanzleramt ein und würdigte bei dieser Gelegenheit Merkel auch den Wert der dualen Ausbildung.

Frischgebackener Fachinformatiker für Systemadministration

Nur wenige Wochen ist es her, dass René Skillen diese Ausbildung nach zwei Jahren am Fachbereich Mathematik und Informatik der Freien Universität erfolgreich abgeschlossen hat. Dort ist er auch künftig als Fachinformatiker tätig. „Hätte ich nicht für die Abschlussprüfung lernen müssen, wäre meine WM-Vorbereitung vielleicht besser gelaufen“, sagt Skillen, der sich Wettkämpfern aus Korea, der Schweiz und Brasilien geschlagen geben musste. Für ihn sei die Weltmeisterschaft dennoch „eine super Erfahrung“ gewesen: Vor und während der Wettkampftage habe es viele gemeinschaftliche Aktivitäten für das deutsche Team gegeben.

Skillens Ausbilder Stefan Bavar sieht die WM-Teilnahme seines Schützlings auch darin begründet, dass die Azubis der Freien Universität von den „ausgezeichneten IT-Ressourcen der beteiligten Einrichtungen“ profitierten. Der Ausbildungsleiter der Freien Universität, Lothar Fahrenkrog-Petersen, sprach Skillen seinen Dank aus: Dessen Engagement trage dazu bei, dass die Universität nicht nur in der Lehre und Forschung als exzellente Einrichtung wahrgenommen werde, sondern auch in der beruflichen Ausbildung.

Umschwärmte Kanzlerin

Für den Wettbewerb qualifiziert hatte sich Skillen im vergangenen Herbst bei der Berufe-Europameisterschaft. Zuvor hatte er sein Können in Wettbewerben auf Bundesebene bewiesen. Die Einladung von höchster Stelle gab es jedoch nur für das WM-Team: Sie wurden bei Kaffee und Kuchen im Kanzleramt gewürdigt. „Um Merkel bildete sich schnell eine Traube“, erzählt Skillen. „Sie konnte bei so vielen Gästen natürlich nur mit einzelnen ins Gespräch kommen.“ Nach einer halben Stunde und etlichen Gruppenfotos sei sie dann auch ganz plötzlich wieder weg gewesen – so schnell, wie sie nach dem Mannschaftsrundgang mit Mitarbeitern des Kanzleramts aufgetaucht war.