Freie Universität Berlin


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„Es ist eine reizvolle Aufgabe, eine Institution mitzugestalten“

Kommunikationswissenschaftler Klaus Beck zum Vizepräsidenten der Freien Universität gewählt

03.06.2013

Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Beck ist Vizepräsident der Freien Universität Berlin.
Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Beck ist Vizepräsident der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Als „konsequent“ bezeichnet er seine Entscheidung, sich der Wahl zum Vizepräsidenten gestellt zu haben: „Wenn ich mich für die Selbstverwaltung der Hochschulen ausspreche, dann muss ich auch an der ein oder anderen Stelle selbst etwas dafür tun", sagt Klaus Beck. Im Erweiterten Akademischen Senat wurde der Kommunikationswissenschaftler nach dem vorläufigen Wahlergebnis im ersten Wahlgang mehrheitlich zum Vizepräsidenten für Internationales gewählt.

Ein weltweites Netz an Verbindungsbüros, 17 Prozent ausländische Studierende und mehr als 330 Partneruniversitäten auf allen Kontinenten: Die Freie Universität ist international gut positioniert. Eine völlige Umorientierung der Internationalisierungsstrategie sei daher nicht nötig, eher möchte Klaus Beck in den nächsten Monaten Bestehendes optimieren.

Etwa das Ungleichgewicht im Studierenden-Austausch: Derzeit empfängt die Freie Universität deutlich mehr Studierende aus dem Ausland als sie selbst für ein Studium in die Ferne schickt. „Ich hoffe, dass wir mit entsprechenden Informationen noch mehr Studenten dafür gewinnen können, für ein oder mehrere Semester ins Ausland zu gehen.“

Er selbst habe diese Chance als Student vertan, sagt der gebürtige Rheinländer. „Das ist heute kaum mehr vorstellbar, aber als ich 1982 angefangen habe zu studieren, gab es noch gar kein ERASMUS-Programm. Bis heute bereue ich ein stückweit, dass ich damals kein Auslandssemester absolviert habe.“

Dramaturg, Journalist oder Wissenschaftler?

Was er hingegen nicht bereut, ist seine Entscheidung für die wissenschaftliche Laufbahn. Klaus Beck hat Publizistik und Theaterwissenschaft an der Freien Universität studiert. Er hätte sich auch vorstellen können, als Dramaturg am Theater oder als Journalist zu arbeiten, „aber durch meine Arbeit als studentische Hilfskraft war mir schnell klar, dass ich es mit einer wissenschaftlichen Karriere versuchen wollte.“

Ein Vorhaben, das mit Erfolg gekrönt wurde: Beck arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, an dem er schließlich auch promovierte.

1997 wechselte er als Assistent an die Universität Erfurt: Gemeinsam mit deren Gründungsdirektor, dem Politiker und Publizisten Peter Glotz, half er, den neu entstandenen Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft aufzubauen. „Diese Stelle war wirklich ein Glücksfall“, sagt der 50 Jährige. „Ich hatte dort sehr gute Möglichkeiten, mich zu entfalten.“

„Werner Väth war ein sehr guter Kommunikator"

Vor allem habe er dort gemerkt, wie reizvoll es sein kann, eine Institution mitzugestalten. „Das war eine sehr anstrengende, aber aufregende Zeit“, sagt Klaus Beck. Nach drei Jahren als Hochschullehrer in Leipzig folgte er 2004 dem Ruf nach Greifswald auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft. Knapp drei Jahre danach kehrte er an die Freie Universität Berlin zurück, als Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kommunikationspolitik/ Medienökonomie.

Und was wird aus dem Wissenschaftler Klaus Beck, nachdem er die Wahl zum Vizepräsidenten angenommen hat? „Ich möchte auch als Vizepräsident unbedingt weiter lehren“, sagt er. Auch sei er noch aktuell an Forschungsprojekten beteiligt.

Als Vizepräsident folgt der Kommunikationswissenschaftler auf Professor Werner Väth, der im November vergangenen Jahres im Alter von 67 Jahren gestorben ist. Und der große Fußstapfen hinterlassen hat, wie Beck betont: „Werner Väth war ein sehr guter Kommunikator.

Er war immer derjenige, der seine Position dazu genutzt hat, zwischen den verschiedenen Statusgruppen zu vermitteln. Diese Vermittlungsposition habe ich als sehr vorbildhaft empfunden, und ich werde mich bemühen, es ebenso zu machen.“