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Blogs und Wikis: Von der digitalen Lernumgebung für Jurastudierende bis zum virtuellen Sandmuseum / Aus der Artikelreihe „Der Einsatz sozialer Medien an der Freien Universität“

10.05.2013

Seit 2009 betreibt die Freie Universität Berlin ein eigenes Blog- und ein Wiki-System.
Seit 2009 betreibt die Freie Universität Berlin ein eigenes Blog- und ein Wiki-System. Bildquelle: Stephan Töpper / David Tonke

Texte unkompliziert gemeinsam verfassen und sich zeit- und ortsunabhängig darüber austauschen, Wissen online verwalten und miteinander teilen, Lehre lernerzentriert gestalten – das Web 2.0 macht es möglich. Blogs und Wikis gehören zu den bekanntesten Instrumenten des sogenannten Mitmach-Web.Seit 2009 betreibt die Freie Universität Berlin ein eigenes Blog- und ein Wiki-System, mittlerweile gibt es mehr als 250 offizielle Blogs und mehr als 400 offizielle Wikis an der Freien Universität. Die Publikations- und Kommunikationsplattformen werden in Lehrveranstaltungen, Forschungsprojekten und in der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt.

Biblioblog“, so heißt das gemeinsame Blog der Bibliotheken  der Freien Universität Berlin. Über das Blog, das wie ein Journal chronologisch geführt wird, informieren die Universitätsbibliothek und zahlreiche Fachbibliotheken über digitale Ressourcen und interessante Literaturtipps sowie Nützliches und Unterhaltsames aus dem Bibliothekswesen.

„Angefangen hat alles mit der Idee, die Bibliotheksbesucherinnen und -besucher über neue Angebote in der Digitalen Bibliothek zu informieren. Heute füllen elf Redakteurinnen und Redakteure aus den unterschiedlichen Fachbibliotheken das Blog mit neuen Beiträgen“, erzählt Mario Kowalak. Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Universitätsbibliothek verantwortlich und hat das Blog 2009 initiiert. Mittlerweile zählt das „Biblioblog“ mehr als 1.000 Artikel.

„Unsere Intention war es auch, mit den Nutzern der Bibliothek in Kontakt zu kommen“, erklärt Mario Kowalak. Kommentare der Blog-Leser und Vorschläge für neue interessante Themen sind deshalb ausdrücklich erwünscht. In der Kategorie „Ressourcen im Test“ etwa haben Nutzer die Gelegenheit, neue digitale Angebote der Universitätsbibliothek zu bewerten und so mitzuentscheiden, welche Angebote dauerhaft in den Bestand aufgenommen werden. Das Blog habe nicht nur den Kontakt zu den Nutzern der Bibliotheken verbessert, auch die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Fachbibliotheken wäre durch den Online-Austausch bereichert worden, sagt Mario Kowalak.

E-Learning 2.0 – Web 2.0 in der Lehre

Durch den Einsatz von Web 2.0 Werkzeugen wie Blogs und Wikis in der Lehre rücken die Lernenden stärker ins Zentrum: Immer mehr Dozenten  nutzen das Potenzial des Web 2.0 und bieten den Studierenden so die Möglichkeit, selbstgesteuerter und kollaborativer zu lernen – beispielsweise bei der gemeinsamen Erstellung von Thesenpapieren, Projektberichten oder Seminararbeiten. Während die bisherigen E-Learning-Elemente vor allem Lernaktivitäten unterstützt haben, bei denen der Lehrende die Studierenden aktiv anleitet, fokussiert E-Learning 2.0 die von Nutzern erstellten Inhalte und das selbstorganisierte und auch problembasierte Lernen.

So setzen auch die Lehrenden der Freien Universität zunehmend auf die universitätseigenen Web 2.0-Werkzeuge und binden die Studierenden aktiv in den Lehr- und Lernprozess ein: Ignacio Czeguhn, Professor am Fachbereich Rechtswissenschaft, initiierte das E-Learning-Projekt „CULPANET“, in dem Studierende bereits am Anfang ihres Studiums an die selbständige Lösung praktischer Fälle herangeführt und dabei online intensiv betreut werden.

Das Kernelement des interaktiven Konzeptes ist ein sogenanntes Wiki, ein System für Webseiten, deren Inhalte von den Nutzern online direkt im Browser gemeinsam bearbeitet werden können. Die Studierenden üben anhand praktischer Fälle gemeinsam das Schreiben im Gutachtenstil und werden dabei online betreut. Lückentexte zur Selbstkontrolle und ein Diskussionsforum auf der zentralen Lernplattform Blackboard, in dem Studierende Fragen zur Vorlesung stellen können, ergänzen das auf den Lernenden ausgerichtete Konzept.

„Diese Art der Lehre trifft bei den Studierenden auf sehr positive Resonanz. Sie können das in der Vorlesung erworbene Wissen direkt anwenden und nachhaltig vertiefen. Entscheidend ist dabei die interpersonale Betreuung, die ohne das Wiki so nicht möglich wäre“, sagt  Professor Czeguhn. Der Erfolg zeigt sich auch in den Ergebnissen der schriftlichen Prüfungen. So hätten sich die Noten deutlich verbessert und die Durchfallquote der Abschlussklausur im Schuldrecht von 27% auf 13% reduziert, sagt Professor Czeguhn. Die Entwicklung von E-Learning-2.0-Szenarien bildet auch einen Schwerpunkt im Projekt „LEON – Learning Environments Online“ am Center für Digitale Systeme (CeDiS). Im Rahmen der Initiative SUPPORT werden die digitalen Lehr- und Lernumgebungen an der Freien Universität gezielt weiterentwickelt und ausgebaut.

Online Wissen schaffen – Web 2.0 in der Forschung

Forschungsthemen  entdecken, aktuelle Informationen finden, Wissen sammeln und verwalten, Forschungsergebnisse publizieren und diskutieren – das Web 2.0 bietet auch für Forschende eine Vielzahl von Werkzeugen, die  insbesondere die fach- und länderübergreifende Zusammenarbeit unterstützen und erleichtern können.

Christoph Heubeck, Professor am Institut für Geologische Wissenschaften, sammelt seit vielen Jahren Sandproben aus allen Teilen der Welt. Mit Hilfe eines Wikis kann er die Ergebnisse online seinen Studierenden, aber auch Kolleginnen und Kollegen weltweit zur Verfügung stellen, damit diese eigene Beiträge hinzufügen.

„Es gibt zahlreiche Webseiten zum Thema Sand. Doch nur wenige verfolgen einen wissenschaftlichen Anspruch und geben anderen Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, selbst etwas beizutragen“, sagt Professor Heubeck. Im „virtuellen Sandmuseum“  haben  Interessierte  die  Möglichkeit, eigene Proben einzustellen, die dann von anderen Nutzern für eigene Forschungsprojekte verwendet werden können. Zu jeder Sand-Probe gibt es einen digitalen Steckbrief mit mineralogischer und textureller Beschreibung, Fotografien, Angaben zum Fundort und Stichwörtern, die  es  erlauben, die Datenbank zu durchsuchen, beispielsweise nach Orten, Ablagerungsprozessen oder Ablagerungsräumen.


Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) stellt das Blog- und das Wikisystem für die Freie Universität Berlin bereit und berät Einrichtungen und Mitglieder der Freien Universität bedarfsorientiert beim Einsatz von Web 2.0 und Social Media in Lehre und Forschung.


Artikel-Reihe zum Social Web

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