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„Beste Bedingungen für die besten Köpfe“

Charité und Max-Delbrück-Centrum forschen ab 2013 gemeinsam im Berliner Institut für Gesundheitsforschung

07.11.2012

Zukunftsweisend: Die Forschung von Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wird im neuen Berliner Institut für Gesundheitsforschung zusammengeführt.
Zukunftsweisend: Die Forschung von Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wird im neuen Berliner Institut für Gesundheitsforschung zusammengeführt. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Der Name verspricht Großes: Bund und Land Berlin haben sich darauf verständigt, schon im kommenden Jahr das „Berliner Institut für Gesundheitsforschung" – kurz BIG – zu gründen. Das Zentrum entsteht aus der Zusammenführung der Forschung von Charité und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung sollen dort Hand in Hand arbeiten, um neue Therapien und innovative Ausbildungsmodelle zu entwickeln. Die Bad Homburger Unternehmerin und Stifterin der Stiftung Charité, Johanna Quandt, wird die wissenschaftliche Arbeit des BIG in den kommenden zehn Jahren mit bis zu 40 Millionen Euro fördern.

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Professor Peter André Alt, bezeichnete die Einigung zwischen Bund und Land nach gut einjährigen Verhandlungen als einen wichtigen Tag für die Berliner Wissenschaft, für die medizinische Forschung an der Charité und damit auch für die beiden Mutteruniversitäten, die sie tragen – die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin. „Die Universitäten gehen davon aus, dass das gemeinsame Engagement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Stifterin Frau Johanna Quandt auch neue Spielräume für die auf Landesmittel gestützte Finanzierung ihrer wissenschaftlichen Spitzenleistungen schafft“, sagte Alt.

Insgesamt sollen der neuen Einrichtung bis 2018 mehr als 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. 90 Prozent davon kommen vom Bund, zehn Prozent vom Land. Die bestehende Grundfinanzierung von Charité und MDC durch öffentliche Zuschüsse bleibt weiterhin zusätzlich gewährleistet. Das Land Berlin sagte darüber hinaus zu, auch nach Auslaufen der Exzellenzinitiative ab 2018 den bisher gezahlten Landesanteil der Exzellenzmittel zu verstetigen und den Universitäten für die Förderung der Spitzenforschung zur Verfügung zu stellen.

Disziplingrenzen durchlässiger machen

„Mit dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung schaffen wir einen Leuchtturm und schlagen ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung werde die Grenzen der Disziplinen durchlässiger machen und helfen, dass medizinische Erkenntnisse den Patienten schneller zugutekämen.

„Ich will dazu beitragen, dass wir den besten Köpfen beste Bedingungen bieten“, begründete  Johanna Quandt ihr privates Engagement. „Studierende, Ärzte und Spitzenwissenschaftler aus aller Welt sollen in der von Charité und Max-Delbrück-Centrum gebildeten Institution auch in Zukunft herausragende und international sichtbare Gesundheitsforschung betreiben können.“

Aus den Mitteln der „privaten Exzellenzinitiative“ der Stifterin sollen vorrangig gemeinsame und nachhaltig wirksame Projekte und Programme der neuen Institution gefördert werden. Erste Schwerpunkte werden nach Angaben der „Stiftung Charité“ auf der temporären Verpflichtung ausländischer Spitzenforscher als „visiting fellows“ liegen sowie der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Unter anderem sollen mit dem Geld Stellen geschaffen werden, die Medizinern während der Facharztausbildung ausreichend Zeit für die Forschung ermöglichen (clinical scientists), und es sollen innovative Vorhaben in der akademischen Ausbildung gefördert werden, wie zum Beispiel die Einrichtung eines Studiengangs für „Public Health“.