Lichte Büros und ein Zierkirschbaumgarten vor der Tür

Grundsteinlegung für den Neubau für die Kleinen Fächer und die naturwissenschaftliche Bibliothek

29.08.2012

Bestückten die Zeitkapsel mit der Niederschrift, einer Tageszeitung, einem Kuli und Münzen  (v.r.n.l.): Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt, Kanzler Peter Lange, Architekt Florian Nagler und Polier Roland Wolf.
Bestückten die Zeitkapsel mit der Niederschrift, einer Tageszeitung, einem Kuli und Münzen (v.r.n.l.): Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt, Kanzler Peter Lange, Architekt Florian Nagler und Polier Roland Wolf. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Mit einem Kran wird der Grundstein anschließend in die Baugrube befördert.
Mit einem Kran wird der Grundstein anschließend in die Baugrube befördert. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Blick über die Baustelle: Die gesamte Maßnahme umfasst eine Hauptnutzfläche von rund 12.250 Quadratmetern.
Blick über die Baustelle: Die gesamte Maßnahme umfasst eine Hauptnutzfläche von rund 12.250 Quadratmetern. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Die Arbeiten an einem ganz besonderen Bauvorhaben der Freien Universität sind an diesem Mittwoch in eine neue Phase eingetreten: Bei schönstem Spätsommerwetter wurde der Grundstein für den Neubau für die Kleinen Fächer und die naturwissenschaftlichen Bibliotheken in der Dahlemer Fabeckstraße gelegt. Das Gebäude, das direkt an die sogenannte Silberlaube und die Erziehungswissenschaftliche Bibliothek angrenzen wird, soll bis Ende 2014 fertiggestellt sein.

Die Institute des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften – die sogenannten Kleinen Fächer – werden in einem Institutsgebäude mit gemeinsamen Lehrräumen und gemeinsamer Bibliothek untergebracht. Dort werden auch die Bibliotheken der drei Fachbereiche Mathematik und Informatik, Physik und Biologie, Chemie und Pharmazie einziehen. Der Neubau wird nicht nur die an verschiedenen Orten in Dahlem angesiedelten Institute und Bibliotheken der Freien Universität zusammenführen, sondern auch das Erscheinungsbild der Rost- und Silberlaube verändern.

Neubau greift Idee einer Campus-Universität auf

Universitätspräsident Professor Peter-André Alt hob die Bedeutung der sogenannten Kleinen Fächer hervor: „Durch ihre Forschungsstärke tragen sie zum hohen Renommee der Freien Universität bei. Ohne die Kleinen Fächer hätte die Hochschule im Juni nicht erneut den Exzellenzstatus erringen können.“ Der Neubau zwischen Fabeckstraße und Otto-von-Simson-Straße greift die Grundidee einer Campus-Universität für das gesamte Areal auf und setzt die vorhandene zwei- bis dreigeschossige Bauweise der Rost- und Silberlaube mit ihrem regelmäßigen Raster und den innen liegenden Höfen fort; für die Fassade ist Holz und Glas vorgesehen. Das Gebäude ist funktional in drei Teilbereiche gegliedert: In der Bibliothek werden die Bücherbestände der Kleinen Fächer des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften und der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer zusammengeführt und mit der Erziehungswissenschaftlichen Bibliothek verbunden. Das Institutsgebäude beherbergt die Büros und Arbeitsräume der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zwischen diesen beiden Bereichen sind zentral die Seminarräume und Hörsäle untergebracht.

Ein Ort zum Entspannen

Das neue Gebäude entsteht auf dem früheren „Obstbaugelände“ – die Grünfläche zwischen der Erziehungswissenschaftlichen Bibliothek und der Fabeckstraße, die besonders im Sommer zum Ausspannen einlud. Doch Studierende und Mitarbeiter werden auch weiterhin Gelegenheit haben, im Freien zu lernen oder zu entspannen: Der neue Eingangsplatz an der Fabeckstraße, wo sich vorher ein Parkplatz befunden hat, soll als Zierkirschbaumgarten mit Sitzstufen und Bänken gestaltet werden. Die Höfe innerhalb des Gebäudeblocks bieten mit einer kleinen befestigten Fläche, Pflanzen und Sitzelementen ebenfalls Platz für Ruhepausen unter freiem Himmel.

Barrierefrei und ökologisch

Für die Planung und Ausführung des Gebäudes ist das Münchener Architekturbüro „Florian Nagler Architekten“ zuständig, das 2005 das Auswahlverfahren des europaweit ausgeschriebenen  Wettbewerbs gewann. Besonderer Wert wurde bei der Planung darauf gelegt, ein möglichst wirtschaftliches und ökologisches Gebäude unter Einhaltung der Energieeinspar-Verordnung 2009 zu bauen. Das Gebäude wird zudem vollständig barrierefrei erschlossen sein, sodass auch behinderte Studierende alle Räume problemlos nutzen können. Die gesamte Maßnahme – „Zusammenführung der Kleinen Fächer“ und „Neubau Naturwissenschaftliche Bibliothek“ – umfasst eine Hauptnutzfläche von rund 12.250 Quadratmetern und kostet insgesamt 51 Millionen Euro. Die Sanierung der Erziehungswissenschaftlichen Bibliothek beläuft sich auf rund 5 Millionen Euro.