Freie Universität Berlin


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„Auf den klassischen Sozialstaat können wir nicht verzichten“

WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger ist neue Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin

07.08.2012

Die Soziologin Jutta Allmendinger ist neue Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin.
Die Soziologin Jutta Allmendinger ist neue Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Melanie Hansen

Sie ist eine der führenden Soziologinnen Deutschlands – und ist jetzt zur  Honorarprofessorin an der Freien Universität bestellt worden: Professorin Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), wird ab dem Sommersemester 2013 auch in Dahlem lehren. Sie arbeitet zu Themenbereichen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz: Allmendinger forscht zum Arbeitsmarkt, zu Bildung und Geschlechterverhältnissen im Kontext sozialstaatlicher Regelungen und Institutionen.

Wie sollte der Arbeitsmarkt beschaffen sein, damit er allen gerecht wird – Männern, Frauen und Familien? Wie lässt sich das deutsche Bildungssystem verbessern? Wie sieht die Zukunft des Sozialstaats aus? Es sind drängende Fragen der Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Gesellschaftspolitik, mit denen sich Jutta Allmendinger als Wissenschaftlerin auseinandersetzt und deren Klärung sie auch als Honorarprofessorin der Freien Universität voranbringen möchte. „Die Ehrung bedeutet mir sehr viel“, sagt die Soziologin. „Ich habe nun die Möglichkeit, übergreifend in Berlin zu forschen und zu lehren.“ So werde neben der Freien Universität auch das WZB von der neuen Kooperation profitieren.

Alt: „Soziologin mit herausragendem Renommee“

Jutta Allmendinger ist die Freie Universität nicht unbekannt: 1993 hat sie sich hier habilitiert, 1987 war sie an der Harvard University promoviert worden (Ph.D.). Bis 1991 war sie als wissenschaftliche Angestellte am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin beschäftigt. Von 1992 bis 2007 war Jutta Allmendinger Professorin für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU); dort war sie von 2003 an beurlaubt, weil sie als Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Bildungsforschung in Nürnberg tätig war.

2007 wurde die Soziologin Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und folgte damit auf Professor Jürgen Kocka von der Freien Universität Berlin. Jutta Allmendinger ist Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Professor Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin, freut sich auf die neue Honorarprofessorin: „Jutta Allmendinger ist eine Soziologin mit herausragendem Renommee. Durch ihr Engagement an der Freien Universität Berlin wird die Zusammenarbeit zwischen der Universität und dem WZB gestärkt und zugleich die Kooperation mit allen außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Campus Dahlem intensiviert.“

Bildungsrepublik und Sozialstaat

Ihre Honorarprofessur am Institut für Soziologie der Freien Universität wird Jutta Allmendinger erst im Frühjahr 2013 antreten, weiß aber schon heute, welches Thema sie dann näher beleuchten wird: das Verhältnis von Bildungs- und Sozialpolitik. „Investitionen in Bildung sind dringend notwendig, aber das darf nicht auf Kosten des Sozialstaats gehen. Wir müssen mehr für Bildung tun, wir müssen mehr präventive Sozialstaatsinvestitionen haben. Wenn wir Bildung gegen sozialen Schutz ausspielen, haben wir relativ schnell amerikanische Verhältnisse.“