Nachtschicht im Gewächshaus

Der Botanische Garten der Freien Universität lud zum nächtlichen Sommerfest

18.07.2012

Aufwendige Lichtinstallationen ließen das 43 Hektar große Gelände des Botanischen Gartens der Freien Universität erstrahlen.
Aufwendige Lichtinstallationen ließen das 43 Hektar große Gelände des Botanischen Gartens der Freien Universität erstrahlen. Bildquelle: Jan Hambura
Nächtliche Besucher des Botanischen Museums: Isabel und Jakob.
Nächtliche Besucher des Botanischen Museums: Isabel und Jakob. Bildquelle: Jan Hambura
Höhepunkt der Botanischen Nacht: das Feuerwerk.
Höhepunkt der Botanischen Nacht: das Feuerwerk. Bildquelle: Eberhard Klöppel

Wer die Pflanzen des tropischen Regenwalds oder der Apenninen erkunden will, muss nicht bis zum Äquator oder nach Italien reisen, ein Ausflug nach Dahlem reicht aus: Mit seinen rund 22.000 Pflanzenarten hat der Botanische Garten der Freien Universität Berlin Besuchern einiges zu bieten. Und das nicht nur tagsüber, sondern einmal im Jahr auch nach Einbruch der Dunkelheit: Rund 9.700 Gäste waren zur Botanischen Nacht gekommen.

Pünktlich zum Beginn des Sommerfestes des Botanischen Gartens hörte der Regen auf - und so waren die Berliner in Scharen der Einladung gefolgt. Neben Tausenden Pflanzenarten sorgten rund 150 Künstler an 20 Spielorten für Unterhaltung in der denkmalgeschützten Gartenanlage. Essensstände säumten den Weg zum Großen Tropenhaus.

Hobbygärtner und Museumsliebhaber

Je später der Abend, desto schöner ließen die aufwendigen Lichtinstallationen das rund 43 Hektar große Gelände des Botanischen Gartens erstrahlen. Doch bevor es Nacht wurde, nutzten viele Besucher noch die Führungen durch die Gärten und Gewächshäuser. So gab der Biologe Boris Smalla unter dem Titel „Gegen alles ist ein Kraut gewachsen“ vielen Kleingärtnern praktische Tipps, die seinem Vortrag lauschten.

Markus Reich ist kein Hobbygärtner. Den 35-Jährigen hatte an diesem Abend ein anderer Grund in den Botanischen Garten geführt: Er wollte das Botanische Museum einmal nachts und in Ruhe genießen. Alleine war er allerdings nicht: Auch die neunjährige Isabel und der zwölfjährige Jakob besuchten mit ihrer Mutter die Ausstellung. Geübt zogen sich die Kinder die Podeste unter den Kleindioramen hervor, die jüngeren Museumsbesuchern einen guten Blick auf die dreidimensionalen Schaubilder erlaubten.

Im Botanischen Garten leben nicht nur Pflanzen

Sommerlich warm war es in den Gewächshäusern. In Haus C staunten die Besucher nicht schlecht, als sie neben all dem Grün auch tierische Bewohner entdeckten: Zwischen Kaffee-, Kakao- und Bananenpflanzen leben einige chinesische Zwergwachteln. Die flugunfähigen Vögel ließen es sich trotz des großen Besucherandrangs im Gewächshaus nicht nehmen, hin und wieder die Wege der Gäste zu kreuzen.

Höhepunkt der Botanischen Nacht war das Feuerwerk: Exakt zwölf Minuten lang leuchtete der Himmel über Dahlem farbenfroh: im Takt der „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel.