Freie Universität Berlin


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Erstmals sind die Frauen in der Überzahl

Empfang für die 2011 neu berufenen Professorinnen und Professoren

31.01.2012

In keinem der vergangenen zwölf Jahre sind mehr Professorinnen und Professoren an die Freie Universität Berlin berufen worden als 2011: Von den insgesamt 74 Neuberufenen waren viele zum traditionellen Empfang ins Clubhaus gekommen.
In keinem der vergangenen zwölf Jahre sind mehr Professorinnen und Professoren an die Freie Universität Berlin berufen worden als 2011: Von den insgesamt 74 Neuberufenen waren viele zum traditionellen Empfang ins Clubhaus gekommen. Bildquelle: Marina Kosmalla
Lena Rudkowski ist die jüngste Juniorprofessorin ihres Fachs in Deutschland: Die 25-Jährige ist Professorin für Bürgerliches Recht (l.). Neben der Strafrechtsprofessorin Kirstin Drenkhahn (M.): der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Horst Simon.
Lena Rudkowski ist die jüngste Juniorprofessorin ihres Fachs in Deutschland: Die 25-Jährige ist Professorin für Bürgerliches Recht (l.). Neben der Strafrechtsprofessorin Kirstin Drenkhahn (M.): der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Horst Simon. Bildquelle: Marina Kosmalla
Jochen Bigus ist von der Universität Bern nach Berlin gekommen. Er ist Professor für Unternehmensrechnung mit dem Schwerpunkt Interne Unternehmensrechnung / Controlling am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität.
Jochen Bigus ist von der Universität Bern nach Berlin gekommen. Er ist Professor für Unternehmensrechnung mit dem Schwerpunkt Interne Unternehmensrechnung / Controlling am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität. Bildquelle: Marina Kosmalla
Nora Graf (l.) ist Professorin für Bioanorganische Chemie. Rechts: Manuela Boatca ist als Soziologie-Professorin mit dem Schwerpunkt Interdependente Ungleichheiten an das Lateinamerika-Institut der Freien Universität berufen worden.
Nora Graf (l.) ist Professorin für Bioanorganische Chemie. Rechts: Manuela Boatca ist als Soziologie-Professorin mit dem Schwerpunkt Interdependente Ungleichheiten an das Lateinamerika-Institut der Freien Universität berufen worden. Bildquelle: Marina Kosmalla
Judith Meinschaefer ist von der Universität Würzburg nach Berlin gekommen. Sie ist Professorin für französische, italienische und spanische Sprachwissenschaft.
Judith Meinschaefer ist von der Universität Würzburg nach Berlin gekommen. Sie ist Professorin für französische, italienische und spanische Sprachwissenschaft. Bildquelle: Marina Kosmalla
Rudolf Kerschreiter ist Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie. Er ist von der Ludwig-Maximilians-Universität München an den Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin berufen worden.
Rudolf Kerschreiter ist Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie. Er ist von der Ludwig-Maximilians-Universität München an den Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin berufen worden. Bildquelle: Marina Kosmalla
Die Heisenberg-Professorin Susanne Hartmann ist als Leiterin des Instituts für Immunologie des Fachbereichs Veterinärmedizin an die Freie Universität Berlin berufen worden. Sie kommt von der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die Heisenberg-Professorin Susanne Hartmann ist als Leiterin des Instituts für Immunologie des Fachbereichs Veterinärmedizin an die Freie Universität Berlin berufen worden. Sie kommt von der Humboldt-Universität zu Berlin. Bildquelle: Marina Kosmalla
Katharina Bluhm (l.) ist Professorin für Soziologie am Osteuropa-Institut der Freien Universität. Hier im Gespräch mit Claudia Jarzebowski, die für den Schwerpunkt Historische Emotionenforschung ans Friedrich-Meinecke-Institut berufen wurde.
Katharina Bluhm (l.) ist Professorin für Soziologie am Osteuropa-Institut der Freien Universität. Hier im Gespräch mit Claudia Jarzebowski, die für den Schwerpunkt Historische Emotionenforschung ans Friedrich-Meinecke-Institut berufen wurde. Bildquelle: Marina Kosmalla

„Die Netze der Freien Universität funktionieren gut – auch beim Einfangen renommierter Wissenschaftler“, sagte Professor Peter-André Alt mit Blick auf das Zukunftskonzept der Freien Universität als Internationale Netzwerkuniversität beim diesjährigen Empfang für die neu berufenen Professorinnen und Professoren. 74 Neuberufene, darunter 43 Frauen, kamen im vergangenen Jahr an die Hochschule. Damit sind der Universität erstmals mehr weibliche als männliche Neuzugänge „ins Netz gegangen“.

„Ich hoffe, dass es nach dem Einfangen auch mit der Bindung klappt“, sagte der Präsident. Die Statistik stimme ihn allerdings zuversichtlich: „Den zahlreichen Rufen an auswärtige Universitäten sind im vergangenen Jahr nur sechs Wissenschaftler gefolgt.“

Die Neuen kommen – wie schon in den Jahren zuvor – aus vielen Teilen der Welt nach Berlin. Diese lebendige Internationalität der Freien Universität erlebe sie jeden Tag bei ihrer Arbeit am Lateinamerika-Institut (LAI), sagte Manuela Boatca. Die Soziologieprofessorin, die zu globaler Ungleichheit forscht und in mehreren Sprachen lehrt, ist über das Boston College, die Universität in Rio de Janeiro und die Universität Eichstätt nach Dahlem gekommen. Sprache sei üblicherweise eine der stärksten Ausdrucksformen von Ungleichheit und oft auch eine kommunikative Hürde. Am LAI werde diese jedoch überwunden. Dort würden Doktorandenkolloquien dreisprachig geführt – auf Englisch, Spanisch und Deutsch: „Man spürt die Souveränität der Teilnehmer in verschiedenen Sprachen“, sagt Marina Boatca.

Von Anfang an eingebunden

Roland Netz ist Professor für Theoretische Physik – ein Fach, das für Geisteswissenschaftler nicht immer leicht verständlich sei, wie Präsident Peter-André Alt einräumte. Dass es jedoch gelingen könne, komplexe Inhalte laienverständlich zu vermitteln, habe Netz, der von der Technischen Universität München nach Dahlem gewechselt ist, schon bewiesen: Beim Ernst-Reuter-Tag im Dezember hatte Roland Netz den Festvortrag über die „Blutgerinnung aus Sicht der theoretischen Biophysik“ gehalten.

Die Juniorprofessorinnen Jana Petermann und Britta Tietjen, beide Biologinnen, sind unter anderem im Zusammenhang mit dem bei der DFG geplanten Biodiversitätszentrum berufen worden, für das sich die Freie Universität bewirbt. Jana Petermann, die von der kanadischen Universität in Vancouver nach Berlin gekommen ist, und Britta Tietjen vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), freuen sich über die Doppelberufung und das Vertrauen der Kollegen: „Wir waren von Beginn an in die Antragstellung eingebunden.“

Interdisziplinäre Unterhaltungen

Der Mathematiker Raman Sanyal war Miller-Research-Fellow an der University of California, Berkeley, bevor er den Ruf für das Fachgebiet Diskrete Geometrie an die Freie Universität erhielt. Promoviert wurde der 33-Jährige an der Technischen Universität bei Professor Günter Ziegler, der – wie sein Schüler inzwischen einem Ruf an die Freie Universität gefolgt ist.

Dass das Netzwerk der Hochschule bestens funktioniert, zeigte sich beim Empfang im Clubhaus der Universität an der Zehlendorfer Goethestraße auch daran, dass Veterinärmediziner und Kommunikationswissenschaftler, Chemiker und Philologen, Juristen und Mathematiker, Historiker und Biologen im Verlauf des Abends intensiv miteinander ins Gespräch kamen.