Freie Universität Berlin


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„Als Manager gehen Sie immer ein persönliches Risiko ein“

René Obermann gab Studierenden der Freien Universität Tipps für eine Karriere in der Wirtschaft

13.12.2011

Tipps zu einer Karriere in der Wirtschaft von einem, der es geschafft hat: René Obermann ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG
Tipps zu einer Karriere in der Wirtschaft von einem, der es geschafft hat: René Obermann ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG Bildquelle: Marina kosmalla
Etwa 40 Studierende der Freien Universität hatten die Gelegenheit, sich mit Obermann in kleiner Runde auszutauschen
Etwa 40 Studierende der Freien Universität hatten die Gelegenheit, sich mit Obermann in kleiner Runde auszutauschen Bildquelle: Marina Kosmalla
Mit ein wenig Werbung für das eigene Unternehmen wollte René Obermann gern auch neue Mitarbeiter für die Deutsche Telekom gewinnen
Mit ein wenig Werbung für das eigene Unternehmen wollte René Obermann gern auch neue Mitarbeiter für die Deutsche Telekom gewinnen Bildquelle: Marina Kosmalla

Der Manager kennt sich aus in der Unternehmensbranche. Noch während des Studiums der Volkswirtschaftslehre gründete René Obermann ein Unternehmen und kletterte seitdem die Karriereleiter hinauf. 2006 wurde er – im Alter von 43 Jahren –  Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG. Studierende des Masterstudiengangs „Management und Marketing“ der Freien Universität hatten kürzlich Gelegenheit, René Obermann zu den Anforderungen an eine Karriere in der Wirtschaft zu befragen.

„Der Werdegang von René Obermann kann am besten mit den Begriffen „Self-made-man“ und „Bilderbuchkarriere“ beschrieben werden“, führte Thomas Mellewigt den bekannten Gast an der Freien Universität ein. Mellewigt ist Professor für Unternehmensführung und hatte den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG zu einem Gastvortrag sowie einer anschließenden Gesprächsrunde mit etwa 40 Studierenden eingeladen.

„Die Diskussion mit Studierenden ist wichtig“

„Ich freue mich, hier zu sein“, begann Obermann seinen Vortrag „Innovation, Effizienz und die Verantwortung des Unternehmers“, den er vor rund 500 Zuhörern im Max-Kade Auditorium im Henry-Ford-Bau der Freien Universität hielt. „Die Diskussion mit Studierenden ist wichtig, um Bodennähe zu behalten. Sie können kritische Rückmeldungen darüber geben, wie sie unser Unternehmen wahrnehmen, was sie von uns halten, und was sie gut oder weniger gut finden.“

Den Unternehmer beim Wort genommen, freuten sich die Studierenden des Master-Studiengangs „Management und Marketing“ über die einmalige Gelegenheit, sich mit Obermann in kleiner Runde auszutauschen. Anhand persönlicher Beispiele erklärte der Manager die wichtigsten Aufgaben von Führungspersonen: Kunden- und Marktorientierung, den Unternehmenserfolg gegenüber der eigenen Profilierung in den Vordergrund stellen, bereichsübergreifendes Denken sowie soziale Verantwortung, „die damit anfängt, dass man sie selber lebt und ein gutes Beispiel ist“, sagte Obermann. „Ich finde, dass Führungskräfte heute, wenn sie ihr Unternehmen prägen wollen, persönlich bescheiden sein sollten.“

Mit einem Bein im Gefängnis

Auch auf die Risiken, die mit den Aufgaben einer Führungskraft einhergehen, wies Obermann hin. „Als Unternehmer und als Manager sind Sie immer mit einem Bein im Gefängnis. Als Aufsichtsrat, als Vorstand oder als Geschäftsführer ist man heute in der beruflichen Praxis häufig in der Mitverantwortung. Auch wenn kein aktives Fehlverhalten vorliegt, kann man doch durch Unterlassen, durch Nichtsehen, durch Nichterkennen zur Rechenschaft gezogen werden. Als Manager gehen Sie neue Risiken ein. Sie müssen sich sehr gut und sehr bewusst dafür entscheiden, ob Sie dieses persönliche Risiko eingehen wollen.“