Freie Universität Berlin


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„Es ist wichtig, etwas für sich zu tun“

Psychologen der Freien Universität bieten Training „Den Ruhestand genießen“ an / Neue Kurse ab Oktober, Anmeldung im September

07.09.2011

Den Ruhestand genießen: Wie, das können Interessierte während eines Trainings mit Psychologen der Freien Universität erarbeiten.
Den Ruhestand genießen: Wie, das können Interessierte während eines Trainings mit Psychologen der Freien Universität erarbeiten. Bildquelle: MorgueFile_wallyir

Hannelore Lwowsky-Lüpges ist seit längerer Zeit Rentnerin. Sie findet es wichtig, auch weiterhin geistig gefordert zu werden. Während der Langen Nacht der Wissenschaften 2010 ist sie auf ein Angebot der Hochschulambulanz der Freien Universität aufmerksam geworden: das Gruppentraining „Den Ruhestand genießen“. Da habe sie sich gleich in eine Liste eingetragen „und im Winter ging es los“. Ein zweiter Grund für ihre Teilnahme an dem Projekt der Freien Universität sei ihr Interesse an anderen Menschen gewesen.

„Unser Angebot richtet sich an psychisch gesunde Menschen ab 50 Jahren, die sich mit dem Thema Ruhestand auseinandersetzen wollen“, sagt Ilka Lißmann, promovierte, Leitende Psychologin in der Hochschulambulanz für Psychotherapie, Diagnostik und Gesundheitsförderung an der Freien Universität. Ziel des achtwöchigen Kurses sei es, besser mit Verlusterfahrungen umgehen zu lernen und präventiv Depressionen vorzubeugen. Viele Menschen verlören mit dem Ende des Arbeitslebens wichtige soziale Kontakte oder benötigten Anregungen, wie sie die ungewohnte freie Zeit sinnvoll ausfüllen können.

Denkmuster analysieren und Kontakte pflegen

In einer festen Gruppe setzen sich die fünf bis acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer in wöchentlichen Doppelstunden mit ihren Erfahrungen sowie ihren Wünschen und Zielen für den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt auseinander, erläutert die Psychologin. Von jedem Treffen hat Hannelore Lwowsky-Lüpges „etwas mitgenommen“: „Einmal haben wir Denkmuster analysiert, die dem Wohlbefinden abträglich sind“, erzählt sie. Sätze wie „Das schaffe ich nie“ sage sie inzwischen nicht mehr. Auch gehe sie achtsamer mit menschlichen Kontakten um: „Freundschaften sind wie Pflanzen, wenn man sie nicht pflegt, gehen sie ein.“ Eine Freundin war es auch, die sie zur Langen Nacht der Wissenschaften an die Freie Universität mitnahm, wo sie auf das Kursangebot aufmerksam wurde.

Bisherige Teilnehmer waren im Alter zwischen 53 und 78 Jahren

Drei Monate nach der letzten Doppelstunde treffen sich die Mitglieder erneut und berichten von ihren Erfahrungen. „Das Feedback unserer Teilnehmer im Alter zwischen 53 und 78 Jahren ist durchweg positiv“, berichtet Ilka Lißmann. „Wir regen auch dazu an, sich unabhängig von uns weiter zu treffen.“

Weitere Informationen

Im Oktober beginnt ein neues Gruppentraining, für das im September Vorgespräche stattfinden. Die wöchentlichen Treffen, donnerstags von 17.15 Uhr bis 19.00 Uhr, sind so terminiert, dass auch Berufstätige teilnehmen können. „Wir freuen uns auf Menschen, die die Offenheit mitbringen, sich darüber auszutauschen, was es für jeden Einzelnen bedeutet, älter zu werden“, sagt die Psychologin.

Kontakt: Dr. Ilka Lißmann, 838-55041, ilka.lissmann@fu-berlin.de