Elefanten betäuben mit dem Blasrohr

Die Veterinärmediziner öffneten am vergangenen Sonnabend für Besucher Kliniken und Stallungen

29.06.2011

Mit dem Blasrohr den Elefanten zu betäuben, versuchten große und kleine Besucher.
Mit dem Blasrohr den Elefanten zu betäuben, versuchten große und kleine Besucher. Bildquelle: Anja Matys
Spaziergang mit der Toggenburger Ziege Elvis.
Spaziergang mit der Toggenburger Ziege Elvis. Bildquelle: Anja Matys
Kleinsttiere auf dem Düppeler Campus: Besucher konnten auch wimmelnde Kleiderläuse durch das Mikroskop betrachten.
Kleinsttiere auf dem Düppeler Campus: Besucher konnten auch wimmelnde Kleiderläuse durch das Mikroskop betrachten. Bildquelle: Anja Matys
Stoffmäuse-Weitwurf auf dem Campus Düppel.
Stoffmäuse-Weitwurf auf dem Campus Düppel. Bildquelle: Anja Matys

Eine ruhige Hand und ausreichend Puste braucht man schon, um einem Elefanten eine Betäubungsspritze mit dem Blasrohr zu setzen. „Es ist ziemlich schwierig, mit dem langen Rohr zu zielen“, stellt eine ältere Besucherin fest und staunt über die 6-jährige Anne, die den Elefanten auf dem Foto zielsicher trifft.  Vielleicht werde sie ja mal Tierärztin, sagt Anne. Sie freut sich über den Stempel auf dem Laufzettel für das „Tierische Diplom“.

Was Tierärzte über den Umgang mit dem Blasrohr hinaus wissen und beherrschen müssen, erfuhren die Besucher am vergangenen Sonnabend beim Rundgang in Düppel. Vieles konnten sie gleich selbst ausprobieren: den Herzschlag eines (echten) Schafs mit dem Stethoskop abhören oder mittels Endoskopie einen minimal-invasiven Eingriff vornehmen, um Gummibärchen aus einem „Dummy“ zu entfernen.  Auch Laborarbeiten gehören in der Tiermedizin zum Alltag, hier gab es für die kleinen Nachwuchstierärzte einen Stempel für das Pipettenstecken mit Stoppuhr. In der Bibliothek waren tierische Skelette versteckt, an Informationsständen der Institute des Fachbereichs wurden unter anderem Organe identifiziert, Parasiten oder Vogelarten geraten. Gar nicht so einfach war das Wurfspiel mit den Mäusen – die waren klein und grau, aber ganz aus Stoff.

„Live“ im Tierklinikalltag

Wer ein krankes Tier hat, ist froh, dass die Kleintierklinik auch am Wochenende geöffnet hat. Die Besucher des Tages der offenen Tür durften bei laufendem Klinikbetrieb einen Blick in Labore und Behandlungszimmer werfen. Den Träger des langen Schnabels auf dem Röntgenbild erkannte auch der Laie schnell: Der Storch wird wegen eines Schulterbruchs behandelt. Dass Tiere ebenso wie Menschen an bösartigen Tumoren erkranken können, dokumentiert der Linearbeschleuniger, der in der Klinik zur Strahlenbehandlung eingesetzt wird. Auch die Pferdeklinik hatte ihre Tore für Interessierte weit geöffnet.

Elvis zum Anfassen

Elvis lässt sich gern streicheln. Vor allem kleine Besucher waren begeistert von dem stattlichen Tier, einer der selten gewordenen Schweizer Toggenburger Ziegen. Zwar ist Elvis am liebsten im Stall bei seiner Ziegenfreundin Priscilla – dennoch ließ er sich brav und geduldig an der Leine über den Campus führen.

Wer einfach nur die ländliche Idylle des grünen Düppeler Campus bei dem schönen Wetter genießen wollte, versorgte sich unter anderem in der Hexenküche mit bunten Cocktails oder stärkte sich  mit Bratwurst, Eis und Waffeln. Und selbstverständlich kamen bei den Tiermedizinern auch die Vierbeiner nicht zu kurz – nach Pfotenabdruck in Ton und Absolvieren des Geschicklichkeitslaufs gab es für die Besucherhunde selbstgebackene Hundekekse zur Belohnung.