Gipfeltreffen in Mitte

Die Präsidenten dreier Berliner Universitäten sprachen auf Einladung von Inforadio und der Technologiestiftung Berlin über ihre Strategien für die Exzellenzinitiative

21.01.2011

Sprachen über ihre Strategien für die Exzellenzinitiative: Professor Jörg Steinbach (Technische Universität), Professor Peter-André Alt (Freie Universität) und Professor Jan-Hendrik Olbertz (Humboldt-Universität, v.l.n.r.).
Sprachen über ihre Strategien für die Exzellenzinitiative: Professor Jörg Steinbach (Technische Universität), Professor Peter-André Alt (Freie Universität) und Professor Jan-Hendrik Olbertz (Humboldt-Universität, v.l.n.r.). Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Ihre Wanderschuhe hatten sie fest geschnürt und den Rucksack voller Forschungscluster: Unter dem Motto „Gipfelstürmer“ diskutierten die Präsidenten der Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Technischen Universität am Mittwochabend über ihre jeweiligen Wege zum „Gipfel“, zur Exzellenzinitiative. Moderiert wurde das Gespräch von RBB-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler, es wird am Sonntag, 23. Januar 2011, um 9.21 Uhr, 14.21 Uhr und 19.21 Uhr in der Sendung „Wissenswerte“ auf Inforadio ausgestrahlt.

Die Freie Universität wurde bereits im Jahr 2007 in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder für ihr Zukunftskonzept als internationale Netzwerkuniversität ausgezeichnet. Damit ist sie die erste der drei Berliner Universitäten, die sich exzellent nennen darf. Die Anträge von Humboldt-Universität und Technischer Universität für ihre Zukunftskonzepte scheiterten damals.

Für die neue Runde der Exzellenzinitiative im Jahr 2012 haben sich die drei Universitäten erneut um Förderung beworben, allesamt mit neuer Führungsspitze. Professor Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität, Professor Jan-Hendrik Olbertz,  Präsident der Humboldt-Universität sowie Professor Jörg Steinbach, Präsident der Technischen Universität, haben 2010 die jeweilige Leitung ihrer Universität übernommen.

Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Präsident Alt erläuterte die Strategie der Freien Universität als Netzwerkuniversität und kündigte an, dass die Freie Universität nicht nur ihr internationales Netzwerk ausweiten, sondern auch verstärkt mit den in Dahlem ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen kooperieren wolle. Als ein Modell, „das musterhaft für andere sein sollte“, hob Peter-André Alt die Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität hervor: „Wir haben dort bis zu 20 Prozent internationale Wissenschaftler, und die Schule bietet unter anderem einen Austausch mit Studenten der University of Cambridge an.“ Die Nachwuchsförderung stehe an der Freien Universität im Mittelpunkt.

„Studierende profitieren in exorbitanter Weise davon, wenn ihre Universität in der Exzellenzinitiative ausgezeichnet wird“, sagte Jan-Hendrik Olbertz. Nach möglichen Begleitproblemen der Exzellenzinitiative befragt, waren sich die drei Universitätspräsidenten einig, dass die Förderung ausgezeichneter Forschungscluster nicht zur Folge haben dürfe, dass andere Schwerpunktbereiche der Universitäten vernachlässigt würden. Auch müssten Bildung und Lehre ebenso stark gewichtet werden wie die Forschung. „Eine Universität ist nur dann stark, wenn sie eine gewisse Breite an Fächern hat“, sagte Alt. Außerdem hob er hervor, dass die Lehre eine wichtige Rolle in der Nachwuchsförderung spiele: „Der Nachwuchs soll das Lehren lernen.“

Neuanfang für die Zusammenarbeit der drei Berliner Universitäten

Alle drei Präsidenten bekräftigten, dass sie einen Neuanfang für die Zusammenarbeit der drei Berliner Universitäten einläuten möchten und in regelmäßigem und gutem Kontakt miteinander stünden. „Mir macht das mit den beiden Spaß“, sagte Jörg Steinbach mit Blick auf seine Präsidentenkollegen. Einig waren sie sich auch darin, dass die zunehmende Finanzierung der Universitäten durch Drittmitteln bei sinkender staatlicher Unterstützung nicht zukunftsfähig sei: „Wir fordern von der Politik einen Vertrauensvorschuss“, sagte Alt.

Weitere Informationen

 „Wissenswerte“ auf Inforadio am Sonntag, 23. Januar 2011, um 9:21, 14:21 und 19:21.