Fahrschule 2.0

Team „meet-m“ gewinnt im Finale des Gründerwettbewerbs der Freien Universität

28.12.2010

Siegerteam "meet-m": Maximilian Stauss, René Wetzel, Tizia Macia, Robert Wasenmüller (v.l.)
Gewinnerteam "meet-m"(v.l.): Maximilian Stauss, René Wetzel, Tizia Macia, Robert Wasenmüller Bildquelle: Wirtschaftsjunioren Berlin / Oliver Elsner

Bei den Siegern stimmte einfach alles: Idee, Umsetzung, Marktauftritt, Geschäftsbericht, Präsentation – Platz 1 war ihnen sicher. Tizia Macia, Robert Wasenmüller und Maximilian Stauss haben einen Online-Kalender für Fahrschulen entwickelt, mit dem Lehrer und Schüler ihre Fahrstunden überblicken, buchen und umbuchen können – und gewannen damit den „Funpreneur“-Wettbewerb der Freien Universität.

In wenigen Wochen haben die Studentin der Geschichte und die beiden Mathematik-Studenten nicht nur die Web-Applikation programmiert, sondern auch noch feste Kunden für ihren Service gewonnen: Zwei Fahrschulen haben bereits einen Vertrag für zwei Jahre unterschrieben, acht weitere testen die Anwendung. Der Gründerwettbewerb wird jedes Semester von profund, der Gründungsförderung der Freien Universität, veranstaltet. Ziel dabei ist es, eine Geschäftsidee mit fünf Euro Startkapital in kurzer Zeit am Markt umzusetzen.

Als das Team „meet-m“ den mit 1.200 Euro dotierten ersten Preis erhielt, applaudierte das Publikum im Goldberger-Saal der Industrie und Handelskammer Berlin – die Insider tuschelten: „Schon wieder Wetzel?“ Immobilienberater René Wetzel hatte bereits im letzten Durchgang das Siegerteam unterstützt – jetzt stand er erneut als Coach mit auf dem Treppchen. Das sorgte für Respekt unter seinen Kollegen bei den Wirtschaftsjunioren Berlin, die seit drei Jahren mit viel Engagement einen Großteil der Wirtschaftspaten für den Wettbewerb stellen.

Der Elevator-Pitch muss sitzen

Dank einer Kooperation mit dem Fahrlehrer-Verband Berlin durfte das Team sein Produkt per Mail allen 1.600 Fahrschulen in Berlin vorstellen. „Wie habt ihr das geschafft?“, lautete eine Frage aus dem Publikum. „Wir haben den Verbandsvorsitzenden auf dem Handy angerufen“, antwortete Robert Wasenmüller selbstbewusst. Wie er denn an die Nummer gekommen sei, wurde weitergefragt. Aber Wasenmüller musste kein Geheimwissen preisgeben: Die Nummer habe auf der Internetseite gestanden. Jeder könne da anrufen, man müsse nur in drei Minuten zu überzeugen wissen. „Wie man das macht, haben wir im Seminar beim Elevator-Pitch gelernt“, sagte Wasenmüller. Als Elevator-Pitch wird ein Verkaufsgespräch (Pitch) bezeichnet, das in sehr kurzer Zeit geführt wird, bestenfalls aber die Dauer einer Fahrstuhlfahrt (Elevator) hat. Ganz offensichtlich hat das Team von „meet-m“ sein Wissen erfolgreich angewendet, denn auch die bundesweite Fachzeitschrift „Die Fahrschule“ plant für die nächste Ausgabe einen Artikel über das neue Produkt ein.

Dass die Fahrschulen sich mit dem Online-System besser organisieren können, sei nur ein willkommener Nebeneffekt, wusste „meet-m“ zu berichten. Viel wichtiger sei es, dass sie sich so dem Lebensstil ihrer Zielgruppe anpassen könnten. Denn die jugendlichen Kunden organisierten ihren Alltag mittlerweile fast ausschließlich per Computer oder Smartphone. Da wollten auch die Fahrschulen mit dem Zeitgeist gehen, und die Geschäftsidee von „meet-m“ kommt gerade recht.

Preise für Visionen und Lichter

Den zweiten Platz und ein Preisgeld von 800 Euro erhielten Marina Kumok und Vicky Zlobinski von der Gruppe „ViSEOns“ für ihre Geschäftsidee, mit bestimmten Verfahren die Google-Platzierung von Kunden zu verbessern. Der mit 500 Euro verbundene dritte Platz ging an „Die Erleuchter“. Das Team will die Lichtmuffel unter den Fahrradfahrern bekehren und verkauft LED-Leuchten im Zweier-Set zum Preis von fünf Euro. Zu den „Erleuchtern“ gehören Heiko Fleschen, André Holkämper und Dina Westerheide.

Die nächste Runde des Funpreneur-Wettbewerbs startet am 26. April 2011 und ist offen für Studierende aller Fachbereiche und aller Berliner Universitäten.

Weitere Informationen

Britt Perlick, profund – Die Gründungsförderung der Freien Universität Berlin,
Telefon: 030 / 838-73636, E-Mail: britt.perlick@fu-berlin.de