Freie Universität Berlin


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Kinder erklären Außerirdischen ihre Gefühle

2250 Schüler besuchten die siebte KinderUni der Freien Universität

15.10.2010

Emotico – die Figur des kleinen Außerirdischen, der nichts von den Gefühlen weiß, hätten die Schüler gerne mit zurück ihre Klasse genommen.
Emotico – die Figur des kleinen Außerirdischen, der nichts von den Gefühlen weiß, hätten die Schüler gerne mit zurück ihre Klasse genommen. Bildquelle: Nina Diezemann
Gehirnpuzzle. Spielerisch lernten die Kinder, wie ein Gehirn aussieht und was das mit den Gefühlen zu tun hat.
Gehirnpuzzle. Spielerisch lernten die Kinder, wie ein Gehirn aussieht und was das mit den Gefühlen zu tun hat. Bildquelle: Nina Diezemann
Durch das Einordnen der wahrgenommen Gefühle auf einer Skala, erfahren die Psychologen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“, was Kinder über sich wissen.
Durch das Einordnen der wahrgenommen Gefühle auf einer Skala, erfahren die Psychologen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“, was Kinder über sich wissen. Bildquelle: Jan Hambura

2250 Kinder aus 97 Klassen und 76 Schulen. Sie alle haben an der diesjährigen KinderUni der Freien Universität im September teilgenommen. Auch dieses Jahr warteten wieder neue Angebote auf die Teilnehmer: unter anderem die Kurse „Das Web vergisst nie“, „Wir analysieren Honig“ und das  „Labor der Gefühle“.

Wann Laura Geburtstag hat weiß Fatima bereits. Denn Laura ist ihre beste Freundin. Doch selbst wenn sie es bisher nicht wüsste, könnte sie das genaue Datum, Angaben zu ihren Hobbys und fast 100 Bilder der Freundin finden. Ganz einfach. Im Internet. Mit nur wenigen Klicks.

Denn die 11-jährige Laura hat eine eigene Seite bei „Facebook“. Ihre persönlichen Daten und Fotos kann dort jeder einsehen. Während Lauras Daten im Internet frei einsehbar sind, hat Fatimas Tante, die die 10-Jährige bei dem „sozialen Netzwerk“ angemeldet hat, zumindest ihr genaues Geburtsdatum entfernt. „Eine richtige Entscheidung“, sagt der Kursleiter. Denn so werde es der Internetplattform unter anderem erschwert, altersgerechte Werbung auf der Seite der Schülerin zu schalten.

Fatima und Laura sind Teilnehmerinnen des Kurses „Das Web vergisst nie“ der diesjährigen KinderUni. Gemeinsam mit ihrer Klasse sind sie an die Freie Universität gekommen, um zu lernen, wie sie ihre persönlichen Daten im Internet schützen können. Und so fängt Laura noch während des Kurses damit an, ihre Fotos zu löschen. „Denn ich möchte nicht, dass jeder auf der Welt sie sehen kann“, sagt die Schülerin.

Kinder ergründen ihre eigenen Emotionen

Nur wenige Gebäude weiter sitzt eine Gruppe von Kindern vor den Bildschirmen ihrer Laptops. Sie sind an diesem Morgen Emotionsforscher. Denn Emotico, ein Marsmännchen, ist direkt im „Labor der Gefühle“ der Freien Universität gelandet und will von den Kindern wissen, wie Menschen fühlen. Die Viertklässler hören der Stimme aus den Kopfhörern zu. Und klicken. Zu ihrer Rechten sitzt jeweils ein Erwachsener, der den Kindern dabei hilft, sich im Brettspiel „Labor der Gefühle“ zu Recht zu finden.

So konnten die Kinder Sätze wie „Ich achte darauf, wie ich mich fühle“ kommentieren und auf einer Skala einordnen, wie sie selbst ihre Gefühle wahrnehmen. Durch die Antworten der Kinder erfahren die Psychologen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“, was Kinder über sich wissen. Aber auch die Kinder profitieren von dem Spiel: Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass sich alleine durch das Spiel das Emotionswissen und Emotionsverständnis der Kinder verbessert.

Mitmach-Kurse ermöglichen Einblick in Wissenschaft

Die KinderUni wurde dieses Jahr bereits zum siebten Mal veranstaltet.  Ziel ist es, Kindern einen altersgerechten Einblick in die Forschung zu ermöglichen und so ihre Begeisterung für die Wissenschaft zu wecken: In kleinen Gruppen und Mitmach-Kursen konnten die Kinder sich als Forscher ausprobieren.

Um möglichst vielen Schülern die Teilnahme an den rund 90 Kursen zu ermöglichen, hat das Zuse-Institut-Berlin gemeinsam mit der Freien Universität das automatisierte Zuteilungsverfahren KUniKIP entwickelt, das über eine objektive Verteilung der Kurse der KinderUni wacht.

„Das Optimierungsprogramm hat es ermöglicht, dass 38 von 41 Schulen die KinderUni besuchen konnten, die sich in diesem Jahr zum ersten Mal für eine Teilnahme angemeldet hatten“, sagt der Koordinator Wieland Weiß.