Freie Universität Berlin


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Unternehmens- und wirtschaftsethische Ausbildung international

Workshop zu „Corporate Social Responsibility“ mit Wissenschaftlern der Freien Universität und der Europa Universität Viadrina an der Warsaw School of Economics

13.09.2010

Gruppenfoto unter dem polnischen Adler: Teilnehmer des "2nd International Workshop on Business Ethics Education"
Gruppenfoto unter dem polnischen Adler: Teilnehmer des "2nd International Workshop on Business Ethics Education" Bildquelle: Katarzyna Negacz

Was bedeutet soziale Unternehmensverantwortung („Corporate Social Responsibility“)? Und wie sieht sie in verschiedenen Ländern aus? Vertreter von Hochschulen und Teilnehmer aus der Praxis aus fünf Ländern trafen sich jetzt in Warschau zu einem Workshop.

Während es in anderen Ländern längst um das Wie einer Corporate Social Responsibility (CSR)-Strategie geht, beschäftigt man sich in Deutschland immer noch mit der Frage, ob CSR oder Unternehmens- und Wirtschaftsethik an den Universitäten vertreten sein soll. In internationalen Foren wird darüber hinaus die Frage diskutiert, wie „national“ eine CSR-Strategie sein kann oder muss: Welche Rolle spielen die historisch-kulturellen Unterschiede in den verschiedenen Marktwirtschaften für die Entwicklung einer solchen Strategie? Auf Polen und Deutschland bezogen heißt das: Inwieweit muss die Ausbildung in der Unternehmens- und Wirtschaftsethik an den Hochschulen etwa die Unterschiede zwischen dem System der polnischen freien Marktwirtschaft und der deutschen sozialen Marktwirtschaft reflektieren?

Privatdozentin Michaela Haase ist am Marketing-Department der Freien Universität Berlin für den Arbeitsschwerpunkt Marketing und Ethik verantwortlich: „Tatsächlich bestehen Unterschiede in der Interpretation des Wirtschaftssystems und seiner Funktionsweise. Dazu gehören etwa die wahrgenommene Gerechtigkeit des Systems und die Moral der Akteure. Welche Handlungen diese (als Marktteilnehmer, als Mitarbeiter, als Unternehmer) als ‚richtig’ oder ‚falsch’ empfinden, ist kulturell geprägt", sagt die Wissenschaftlerin. „Unternehmens und Wirtschaftsethik – so die Vermutung – ist weniger erfolgreich, wenn sie an den bestehenden Moralvorstellungen ‚vorbei’ gelehrt wird, statt an diesen anzusetzen“.

CSR auch an Hochschulen ansiedeln

Vor zwei Jahren hat die Bundesregierung die Entwicklung einer nationalen Corporate Social Responsibility-Strategie angekündigt. Am 22. Juni 2010 hat das nationale CSR-Forum dazu einen Empfehlungsbericht an die Bundesregierung beschlossen. Darin geht es auch um Anreize für Hochschulen, sich mit dem Thema CSR oder den „Principles for Responsible Management Education“ der UN zu befassen.

Jetzt trafen sich Vertreter von Hochschulen aus fünf Ländern und Teilnehmer aus der Praxis zu einem internationalen Workshop an der Warsaw School of Economics (SHG), um sich mit Fragestellungen zu CSR zu befassen. Diesem Workshop war ein erster Ende Januar 2010 in Berlin vorausgegangen, der aus einer Initiative von Hochschulangehörigen aus Kanada (Université de Montréal), Frankfurt/Oder (Europa Universität Viadrina) und Berlin (Arbeitsschwerpunkt Marketing und Ethik am Marketing Department der Freien Universität Berlin) hervorging und vom DAAD gefördert wurde. Diskussionsthemen in Warschau waren das jeweilige Verständnis von CSR, die Entwicklung ethisch-ökonomischer Kompetenzen, die Ziele und Begründung der unternehmens- und wirtschaftsethischen Bildung und die Finanzmarktbildung.

An dem Workshop beteiligte Einrichtungen: HEC Montreal; Warsaw School of Economics (SHG); University of Łódź; Freie Universität Berlin; Internationales Hochschulinstitut Zittau; Europa Universität Viadrina, Frankfurt/Oder; Marriot School of Management, Utah; Adam-Mickiewicz University, Poznań; FH Johanneum, Graz; Responsible Business Forum; Center for Strategy and Development IMPACT; TUV Akademia Polska Sp. z o.o.; Oikos International, Warsaw.