Freie Universität Berlin


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Zukunftstag mit Eisfabrik

Beim Girls‘ Day der Freien Universität am 22. April konnten Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 Wissenschaft hautnah erleben

26.04.2010

Helene mit selbstgemachtem Schokoeis
Helene mit selbstgemachtem Schokoeis Bildquelle: Bastienne Schulz
Alex Krüger zeigt, was Stickstoff alles kann
Alex Krüger zeigt, was Stickstoff alles kann Bildquelle: Bastienne Schulz
Schülerinnen bestaunen das Physiklabor
Schülerinnen bestaunen das Physiklabor Bildquelle: Bastienne Schulz

Aus Sahne, Zucker, Schokolade und Stickstoff wird…? Genau: Eis. „Molekulare Küche“ nennt das der Physiker Alex Krüger, der beim diesjährigen Girls‘ Day der Freien Universität den Workshop „Eis im Winter und im Sommer“ anbot. Dabei handelt es sich um alles andere als einen Kochkurs: Die Vorführung zeigte vielmehr, wie spannend Physik sein kann.

Alex Krüger führt fünfzehn Mädchen in ein Physik-Labor der Freien Universität in der Arnimallee. Sie staunen: „Ist das riesig! Wozu sind denn die Maschinen da? Wer arbeitet hier?", wird der Doktorand mit Fragen gelöchert. Die Mädchen sind zwischen 10 und 14 Jahren alt, besuchen unterschiedliche Schulen und haben diesen Workshop selbst ausgewählt. Denn sie wollten schon immer wissen, was flüssiger Stickstoff ist und vor allem: wie Eis gemacht wird.

Filmeffekte und selbstgemachtes Eis

Doch zunächst zeigt ihnen Alex Krüger von der Arbeitsgruppe Kuch am Institut für Experimentalphysik der Freien Universität, was Stickstoff alles kann: beispielsweise unsichtbar werden oder eiskalte Nebelmassen erzeugen. Füllt man flüssigen Stickstoff von einem Gefäß ins nächste, beobachten die Schülerinnen verblüfft, verschwindet er einfach. In Verbindung mit Wasser blubbert er und wabert als weißer Nebel über den Tischrand hinaus. „Das ist ja wie in einem Dracula-Film“, jubeln sie. Vorsichtig und nur ganz kurz dürfen die Finger in den flüssigen Stickstoff gehalten werden. Was passiert, wenn ein Gegenstand zu lange darin bleibt, zeigt Krüger mit einem aufgepusteten Gummihandschuh und verschiedenen Plastikteilen: knisternd schrumpfen sie, werden hart und können dann in Kleinstteile zertrümmert werden. Respektvoll rücken die Mädchen ihre Schutzbrillen zurecht, lassen sich aber durch den Schreckmoment nicht davon abhalten, mit Feuereifer das lang ersehnte Eis zusammenzubrauen oder – wie Sara und Dalia − selbst einen stickstoffgehärteten Schlauch herzustellen, als Andenken.

Spannende Physik und mehr

Ausprobieren, experimentieren und erforschen war das Motto des „Girls‘ Day – Zukunftstag der Freien Universität“, der zum neunten Mal stattfand. Natur- und geisteswissenschaftliche Fächer sollten mit Workshops die Schülerinnen davon überzeugen, dass Wissenschaft spannend ist und Mädchen für „mädchenferne“ Berufe interessiert werden können. Ist das gelungen? Für die Siebtklässlerin Mareike und Henriette aus der fünften Klasse ist das glasklar. Sie sind durch den Workshop auf die Idee gekommen, eine Fabrik für Stickstoffeis zu gründen. „Die heißt dann „M und H“, denn H&M“ gibt es ja schon", sind sich die Mädchen einig. Auch die anderen Teilnehmerinnen sind zufrieden: „Der Workshop war der beste Weg zu lernen, was Stickstoff alles kann − und sich das auch zu merken“. Dann wenden sie sich neugierig dem gleich nebenan stehenden autonomen Fahrzeug Spirit of Berlin" zu, das gar nicht auf der Workshop-Liste stand, und genießen bei Informatiker Sebastian Hempel von der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz der Freien Universität einen improvisierten Mini-Einführungskurs. Wer sagte noch, Mädchen interessieren sich nicht für Physik oder Autos?