Freie Universität Berlin


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In Szene gesetzt: Schauspieler Christoph Bach gibt Rudi Dutschke

ZDF-Dreharbeiten an der Freien Universität: Alumnus Christoph Bach spielt Studentenführer Rudi Dutschke – Kinopremiere am 22. April

21.04.2010

Hauptdarsteller Christoph Bach neben dem Foto Rudi Dutschkes im Henry-Ford-Bau der Freien Universität
Hauptdarsteller Christoph Bach neben dem Foto Rudi Dutschkes im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Schauspieler Christoph Bach bei den Dreharbeiten auf dem Campus der Freien Universität
Schauspieler Christoph Bach bei den Dreharbeiten auf dem Campus der Freien Universität Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Rudi Dutschke, Akteur und Sprecher von 1967/68, hier bei einer Veranstaltung im November 1979 im Audimax der Freien Universität
Rudi Dutschke, Akteur und Sprecher von 1967/68, hier bei einer Veranstaltung im November 1979 im Audimax der Freien Universität Bildquelle: Klaus Mehner
Auf den Spuren des Originals: Dutschke-Darsteller Christoph Bach im Audimax der Freien Universität
Auf den Spuren des Originals: Dutschke-Darsteller Christoph Bach im Audimax der Freien Universität Bildquelle: Bernd Wannenmacher

„Und bitte!“ Christoph Bach betritt den Henry-Ford-Bau der Freien Universität, ein Kamerateam folgt ihm in den ersten Stock, bis er neben dem Porträt-Mobile berühmter Alumni steht. Bach hat selbst in den 1990er Jahren an der Freien Universität studiert, jetzt schlüpft der Schauspieler für einen ZDF-Fernsehfilm in die Rolle Rudi Dutschkes, der von 1961 bis 1973 Student an der Freien Universität war.

„Tolles Foto“, sagt Christoph Bach mit Blick auf das Bild seines filmischen Alter Ego Rudi Dutschke, mit dem er tatsächlich leichte Ähnlichkeit hat. „Das ist mir vorher nie in den Sinn gekommen. Viel wichtiger als das Aussehen ist für den Film aber Dutschkes Sprachduktus.“ Den habe er genaustens einüben müssen. Überhaupt habe er sich  sehr intensiv auf die Rolle des wohl berühmtesten Studenten der Freien Universität vorbereitet, auch durch Gespräche mit Zeitzeugen aus den 1960er Jahren. Der Film erzählt Rudi Dutschkes Lebensgeschichte, indem er Originalaufnahmen und Interviewpassagen mit fiktiven Szenen mischt.

Drehort: Henry-Ford-Bau

Der Henry-Ford-Bau an der Dahlemer Garystraße war der zentrale Ort für Rudi Dutschkes politisches Agieren. Hier fanden die „Teach-ins“ statt, auf denen er seit 1966 als Sprecher des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) auftrat. Wo Dutschke damals mit Kommilitonen vor dem Audimax der Freien Universität das erste „Sit-in“ in Deutschland inszenierte, um lautstark gegen die Exmatrikulation von „Langzeitstudierenden“ zu protestieren, geht es heute ruhiger zu: Die während der Filmaufnahmen gelegentlich vorbeilaufenden Studenten nehmen kooperativ Umwege in Kauf oder huschen auf Zehenspitzen am TV-Team vorbei. In diesem Jahr wäre Dutschke 70 Jahre alt geworden. Er starb im Dezember 1979 an den Spätfolgen des Attentats, das im April 1968 auf dem Berliner Kurfürstendamm auf ihn verübt wurde. Dr. Jochen Staadt vom Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität kennt ihn noch persönlich aus den siebziger Jahren und hat die Dreharbeiten kenntnisreich unterstützt. Er ist gespannt auf den Film: „Dutschkes Lieblingsfilm war Louis Malles „Viva Maria“, mit Brigitte Bardot und Jeanne Moreau, weil darin Revolution Spaß machte. Mal sehen, ob der ZDF-Dutschke auch Spaß versteht, oder ob wir hier nur einen bierernsten Rudi erleben.“

Schauspielberufung und Studium an der Freien Universität

Schon von klein auf wollte Christoph Bach Schauspieler werden. Von 1995 bis 1998 studierte der heute 35-Jährige zunächst Film- und Theaterwissenschaften sowie Germanistik an der Freien Universität, ehe er ein Schauspielstudium an der Universität der Künste in Berlin begann. Das Studium an der Freien Universität habe ihm ermöglicht, an das Schauspiel aus einer anderen, weniger naiven Perspektive heranzugehen, sagt er.

Porträt und „Doku-Drama“

Gedreht wurde an der Freien Universität für das ZDF-Magazin „Leute heute“, der Beitrag wird am 27. April ausgestrahlt. Am selben Tag um 20.15 Uhr läuft auf demselben Kanal der Fernsehfilm „Dutschke“. Kinopremiere hat „Dutschke“ schon kurz vorher: am 22. April im Babylon-Kino in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte.