Freie Universität Berlin


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Präsidentenwahl an der Freien Universität

Christiane Lemke hat ihre Kandidatur zurückgezogen, einziger Kandidat ist Peter-André Alt

21.04.2010

Professor Peter-André Alt stellt sich am 12. Mai zur Wahl um das Amt des Präsidenten der Freien Universität Berlin
Professor Peter-André Alt stellt sich am 12. Mai zur Wahl um das Amt des Präsidenten der Freien Universität Berlin Bildquelle: Stephan Töpper

Für die Wahl zur Neubesetzung des Präsidentenamtes am 12. Mai kandidiert Professor Peter-André Alt. Die zweite Bewerberin für das Amt, Professorin Christiane Lemke, hat ihre Kandidatur zwischenzeitlich zurückgezogen, wie der Zentrale Wahlvorstand der Freien Universität bekannt gab. Christiane Lemke erläutert ihren Schritt und Peter-André Alt stellt seine wichtigsten Ziele als möglicher Präsident vor.

„Es hat sich für mich sehr kurzfristig eine neue Situation ergeben“, sagte Christiane Lemke: Sie habe einen Ruf auf den renommierten Max-Weber-Lehrstuhl  für Deutschland- und Europastudien an der New York University erhalten. „Das ist eine sehr attraktive Aufgabe, die ich mir seit langem gewünscht habe und die genau in den Kernbereich meiner Forschungsarbeit passt.“ Die Entscheidung für New York habe sie sich nicht leicht gemacht, betonte die Wissenschaftlerin der Universität Hannover: „Das Amt des Präsidenten der Freien Universität ist eine reizvolle Herausforderung und ich empfinde die Nominierung als große Ehre. Aber die New York University verlangt eine schnelle Entscheidung, und es wäre unehrlich gegenüber der Freien Universität gewesen, wenn ich die neue Situation nicht sofort mitgeteilt hätte.“

Ziele von Peter-André Alt

Zur Wahl am 12. Mai stellt sich der Germanist Peter-André Alt. Er ist Sprecher der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule und Direktor der Dahlem Research School (DRS) der Freien Universität. Für campus.leben hat er acht Thesen formuliert, in denen er seine wichtigsten Ziele beschreibt, die er als Präsident verfolgen würde:

1. Im Zentrum des neuen Exzellanzantrags der Freien Universität soll die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in sämtlichen Stationen - von der Promotion bis zur Berufung - durch Stipendien und Projektmittel für den Aufbau eigener Vorhaben und Forschergruppen stehen (Career Pathways System).

2. Der Forschungscampus Dahlem soll auf der Grundlage von Ideenwettbewerben in Forschungsschwerpunkten, gezielter Verbundplanung und in Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen - insbesondere mit den regionalen Max-Planck-Instituten - zu einem international wettbewerbsfähigen, durch europäische Fördergelder abgesicherten Wissenschaftsstandort weiterentwickelt werden.

3. Die Qualität des akademischen Unterrichts soll durch neu zu schaffende Lehrprofessuren, Stiftungsprofessuren und weitere Juniorprofessuren verbessert, die Lehre selbst als zentrales Qualifizierungselement für den Nachwuchs aufgewertet, soziale Bildungs- und Chancengleichheit durch den Verzicht auf Studiengebühren gewährleistet werden.

4. Die Betreuung in den einzelnen Studiengängen soll über Mentorierungskonzepte, professorale Tutoriate und Unterstützung von Erstsemestern durch fortgeschrittene Studierende (Buddy-System) intensiviert werden.

5. Die Studienreform soll zu größeren Freiräumen bei Modul- und Prüfungstypwahl, zu Alternativen der Leistungsbewertung und mehr Optionen innerhalb des Lehrangebots bei weiterhin gegliederten und prinzipiell sequenzierten Strukturen für Bachelor- und Master-Programme führen.

6. Der Anteil der Wissenschaftlerinnen soll in allen Karrierephasen erhöht werden, vor allem durch frühzeitige Heranführung von Schülerinnen an naturwissenschaftliche Disziplinen, Steigerung der Zahl der Doktorandinnen, durch Frauenförderprofessuren und entsprechende Berufungsstrategien.

7. Durch medial betriebenen internationalen Lehrexport, der auch finanzielle Ressourcen erschließt, soll die Idee der 'Netzwerkuniversität' in eine neue Dimension eintreten, die es erlaubt, die technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters im Konzept weltweiter "Twinning Campus"-Modelle produktiv aufzugreifen.

8. Die neu zu wählende Hochulleitung soll für sämtliche Statusgruppen dieser Universität erreichbar sein - in wöchentlichen Sprechstunden, die für jeden offen zugänglich sind.

In der folgenden Kurzvita finden sich biografische Daten und Forschungsstationen:

Prof. Dr. Peter-André Alt, geboren 1960. Studium der Germanistik, Politischen Wissenschaft, Geschichte und Philosophie in Berlin (FU). 1984 Promotion, 1993 Habilitation, 1994-1995 Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, seit 1995 o. Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft: 1995-2002 an der Universität Bochum, 2002-2005 an der Universität Würzburg, seit 2005 an der Freien Universität Berlin. Diverse Buchpublikationen zur deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts sowie zur klassischen Moderne. Schillerpreis der Stadt Marbach 2005, Opus-Magnum-Stipendium der Thyssen- und Volkswagen-Stiftung 2008. Forschungs- und Lehraufenthalte