Kino vor dem Kino: Visuelle Unterhaltung zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Gastvortrag des Kulturwissenschaftlers, Sammlers und Autors Dr. Stephan Oettermann am Institut für Theaterwissenschaft

03.02.2010

Der Blick in ein Panorama als Postkartenmotiv.
Der Blick in ein Panorama als Postkartenmotiv. Bildquelle: Sammlung Dr. Stephan Oettermann

Mit einem Gastvortrag über „Visuelle Unterhaltung – Figurentheater, Panorama, Diorama, Pleorama in Berlin zu Beginn des 19. Jahrhunderts“ wird der Kulturwissenschaftler, Sammler und Autor Dr. Stephan Oettermann am 4. Februar im Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft ein weitgehend in Vergessenheit geratenes Kapitel visueller Kultur vor der Erfindung des Kinos anschaulich machen.

Am Beispiel der neuen Metropole Berlin werden die wichtigsten visuellen Medien der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorgestellt. Lange vor der Erfindung des Kinos lassen sich eine Vielzahl visueller Unterhaltungstechniken und -architekturen nachweisen, durch die und in denen die Bilder buchstäblich in Bewegung gerieten.

Zu ihnen gehören, neben Panorama, Diorama und Pleorama, das Cosmorama (Die Reise im Zimmer), die Weihnachtsausstellungen (perspektivisch-optisch-plastische Schaustellungen), die Kinetozographie (Theatrum mundi, Eidophusikon, Gropius’sches Figurentheater), Diaphanie (Mondscheintransparente, Diaphanoramen) und das Moving Panorama. Es soll nicht nur die Funktionsweise der einzelnen Medien anschaulich gemacht werden, sondern es soll auch gezeigt werden, dass es sich um vom zeitgenössischen Publikum und von der Kunstkritik hochgeschätzte Veranstaltungen handelte.

Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Kinos

Der Kulturwissenschaftler Dr. Stephan Oettermann gehört international zu den herausragenden Spezialisten für die Geschichte öffentlicher Vergnügungen (Jahrmarkt, Circus, Schaustellungen u.ä.) im Zeitraum 1700-1930. Bekanntheit erlangte er durch seine Publikationen zum Panoptikum (1980), Elefanten in Europa (1982) und zur Geschichte der Tätowierung (1985). Zuletzt erschien von ihm ein siebenbändiges "Biobibliographisches Lexikon der Zauberkünstler: 4500 Becherspieler, Eskamoteure, Manipulatoren, Falschspieler, Illusionisten und Experimentatoren, Entfesselungs- und Verwandlungskünstler, Papierzerreißkünstler und Handschattenspieler, Fakire, Schwertschlucker, Feuer- und Hungerkünstler, Rechenkünstler und Mnemotechniker, Bauchredner und Stimmen-Imitatoren, Laternisten und Phantasmagoren, Mental-Magier, Muskelleser, Hypnotiseure und Telepathen“ (zusammen mit Sibylle Spiegel).

Weitere Informationen

Zeit und Ort:

  • Donnerstag, 4. Februar, 18.00 Uhr c.t.
  • Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft, Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin
    (S- und U-Bahnhof Rathaus Steglitz, Bus X83 Schmidt-Ott-Straße)