Freie Universität Berlin


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Klimaverträgliche Geldanlage

Studierendeninitiative initiiert und finanziert Solardach an der Freien Universität

21.07.2009

Standort der Photovoltaikanlage: das Dach des Gebäudekomplexes für die Geistes- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin in Dahlem
Standort der Photovoltaikanlage: das Dach des Gebäudekomplexes für die Geistes- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin in Dahlem Bildquelle: Solardach Invest GmbH
Feierliche Enthüllung des Solarstromzählers durch Mitglieder der Studierendeninitiative UniSolar
Feierliche Enthüllung des Solarstromzählers durch Mitglieder der Studierendeninitiative UniSolar Bildquelle: Jan Hambura

Studierende und Mitarbeiter der Berliner Universitäten sowie Privatpersonen haben mit einem Darlehen den Bau einer Solaranlage an der Freien Universität ermöglicht. Dadurch leisten sie nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern investieren in eine umweltschonende Geldanlage. Standort der Photovoltaikanlage, die mit einer Leistung von rund 100 Kilowatt zu den größten Berlins gehört, ist der Gebäudekomplex für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Dahlem.

„Die Sonnenstrahlen in Berlin garantieren jedes Jahr vier bis sechs Prozent Zinsen“, sagt Stefan Feuerhahn. Der ehemalige Berliner Student und Diplom-Ingenieur arbeitet mittlerweile am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg. Mit anderen Berliner Studierenden gründete er die Initiative „UniSolar Berlin“, die sich für den Bau von Solaranlagen an Berliner Hochschulen einsetzt. Bei der Planung und Suche nach einem geeigneten Dach wurde die Initiative vom Energie- und Umweltbeauftragten der Freien Universität, Andreas Wanke, und der Technischen Abteilung unterstützt. Die Photovoltaikanlage produziere mit einer Jahresproduktion von 90.000 Kilowattstunden immerhin den Strombedarf von 25 Vier-Personen-Haushalten. Das sei ein Zehntel der Strommenge, die in der Rostlaube verbraucht werde, so Wanke. Der Kanzler der Freien Universität, Peter Lange, begrüßte die Initiative der Studierenden. „Die Nutzung erneuerbarer Energien ist eine wichtige Zukunftsaufgabe und trägt zur Verbesserung der Umweltbilanz der Freien Universität bei“, sagte Lange. Die Freie Universität werde auch in der Zukunft weitere Standorte für den Bau von Solaranlagen zur Verfügung stellen.

80 Personen investieren in Solaranlage

Die 1000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage wurde von der Studierendeninitiative UniSolar finanziert. Die Einzelbeträge der Darlehensgeber, zu denen Studierende und Mitarbeiter der Freien Universität sowie Privatpersonen gehören, bewegen sich zwischen 250 und 10000 Euro, insgesamt kamen 100400 Euro zusammen. Die noch fehlenden 200000 Euro wurden über einen Kredit der Umweltbank finanziert. Die Darlehensgeber erhalten ihr Geld ratenweise innerhalb von 20 Jahren zurück. Jedes Jahr werden ein Zwanzigstel ihres Darlehens sowie vier bis sechs Prozent Zinsen auf ihr Konto überwiesen. „Je intensiver die Sonnenstrahlen desto mehr Zinsen erhalte ich“, erklärt ein Student. Der durch die Photovoltaikanlage gewonnene „saubere Strom“ wird bereits seit dem 26. Mai 2009 direkt in das Berliner Stromnetz eingespeist. Im Gebäude der Freien Universität befindet sich ein Zähler, der die aktuelle Leistung und die bislang eingespeisten Kilowattstunden anzeigt. „Das Erneuerbare Energien Gesetz garantiert uns einen bestimmten Abnahmepreis pro Kilowattstunde, sodass die Rückzahlung der Darlehen gesichert ist“, sagt Feuerhahn. Die Photovoltaikanlage produziert mit rund 90.000 Kilowattstunden pro Jahr ungefähr 10 Prozent des Jahresverbrauches des Gebäudekomplexes für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Berlin-Dahlem. Stefan Feuerhahn und seine Mitstreiter haben ihr Ziel erreicht. Doch es geht weiter, vor kurzem haben Studierende die Initiative „UniSolar Berlin 2“ gegründet. Sie sind noch auf der Suche nach Darlehensgebern. Passende Dächer hat Andreas Wanke bereits gefunden.