Freie Universität Berlin


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Junge Poeten am Werk

Schülerinnen und Schüler der Paul-Klee-Grundschule präsentierten Gedichte

19.06.2009

Eines der Gedichte der Grundschüler mit dem Titel "Sommerwoche"
Eines der Gedichte der Grundschüler mit dem Titel "Sommerwoche" Bildquelle: Tomasz Kurianowicz
Galerie der Schüler der Paul-Klee-Grundschule, die ihre Werke im Henry-Ford-Bau ausstellten
Galerie der Schüler der Paul-Klee-Grundschule, die ihre Werke im Henry-Ford-Bau ausstellten Bildquelle: Tomasz Kurianowicz
Die Klasse auf der Bühne mit ihrer Lehrerin Doris Unzeitig
Die Klasse auf der Bühne mit ihrer Lehrerin Doris Unzeitig Bildquelle: Tomasz Kurianowicz

Deutschunterricht muss nicht langweilig sein - und eine Universität nicht nur ein Ort für Erwachsene. Das bewiesen die Kinder der Berliner Paul-Klee-Grundschule, die mit ihrer Lehrerin Doris Unzeitig die erste "Kinder-Gedichte-Vernissage" an der Freien Universität Berlin mit Gesang und Lyrik eröffneten.

Gedichte, Bilder und Fotografien: Den sechs- bis neunjährigen Schülern und Schülerinnen der Berliner Paul-Klee-Grundschule fehlte es weder an Kreativität noch an Disziplin, um eine eindrucksvolle und farbenfrohe Vernissage vorzubereiten.

Auf der ersten "Kinder-Gedichte-Vernissage", die der Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität unterstützt und begleitet hat, stellten 27 Kinder ihre mit Sorgfalt und Hingabe realisierten Exponate vor. Auf der Eröffnungsveranstaltung standen Gesang-, Performance- und Poesievorträge auf dem Programm.

Freies Spiel mit Sprache und Dichtung

Ziel des Projekts "Gedichte zum Sommeranfang", das die Tempelhofer Lehrerin Doris Unzeitig mit einem klassenübergreifenden Konzept entwickelt und umgesetzt hat, war die Einbeziehung der Grundschüler in den Deutschunterricht, der – anders als oftmals noch üblich – nicht allein stures Auswendiglernen und monotones Wiederholen von Buchstaben als Programm vorsah, sondern vielmehr das assoziative und freie Spiel mit Sprache und Dichtung - ein Schlüssel für die Entfaltung von Kreativität und Ausdruckskraft. Poesie, so das Urteil der engagierten Lehrerin, sei die perfekte Form, in der sich "Gefühle und Gedanken wirkungsvoll ausdrücken" ließen.

"Einfach ausprobieren!" hieß deshalb die Devise im Deutschunterricht der Paul-Klee-Grundschule. Und das merkte man den verschiedenen Gedichten auch an. Von Farben und bildhaften Motiven begleitet, erzählen die Poesiestücke von traumhaften Augenblicken, von der Schönheit des Sommers und vom bezaubernden Reichtum der Sprache oder ganz profan: von Momenten des Glücks - ob auf türkisch, deutsch oder polnisch.

Staunen und Klatschen

"Es ist schon eine Premiere, wenn wir Erziehungswissenschaftler nicht in die Schulen gehen, sondern die Kinder an die Uni holen. Das passiert viel zu selten!", sagte Professor Gerd Hoff, der die Lehrerin in ihrem Reformprojekt beraten und unterstützt hat. Auch die geladenen Gäste zeigten sich von den Ergebnissen beeindruckt: Es wurde viel gestaunt, gelacht und geklatscht.

"Die Kindern brauchen im Unterricht ein Erfolgserlebnis, das ihre Arbeit würdigt", sagte die Lehrerin Doris Unzeitig. Den Reaktionen des Publikums nach zu urteilen, ist dieser Anspruch vollständig geglückt. Stolz präsentierten die Kinder ihre Gedichte und verließen die Bühne mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Nun wandern die Exponate zurück an ihren Entstehungsort: an die Paul-Klee-Grundschule, damit sich auch die Mitschüler der jungen Poeten an den Gedichten erfreuen können.