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Mit Zornibold und Freudibold Gefühle erlernen

Kindergarten-Präventionsprogramm Papilio erhält mit 4.000 Euro dotierten Preis

03.03.2009

Kindergartenkinder freunden sich mit den Kistenkobolden Zornibold, Heulibold, Bibberbold und Freudibold an
Kindergartenkinder freunden sich mit den Kistenkobolden Zornibold, Heulibold, Bibberbold und Freudibold an Bildquelle: Papilio

Die Kistenkobolde Zornibold, Heulibold, Bibberbold und Freudibold sind die Stars im Kindergarten. Rund 40.000 Kinder haben die von der Augsburger Puppenkiste inszenierte Geschichte mit den Hauptdarstellern gesehen.

Die Kobolde sind Teil von Papilio, einem Programm zur frühzeitigen Prävention von Sucht und Gewalt im Kindergarten. Das mit 4.000 Euro Preisgeld geehrte Projekt, das vom gemeinnützigen beta Institut Augsburg in Kooperation mit der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Professor Herbert Scheithauer durchgeführt wird, richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, an Kinder und an die Eltern.

Die Erzieher haben die Schlüsselrolle. Sie werden fortgebildet, damit sie Papilio einführen und die Kinder mit Hilfe des „entwicklungsfördernden Erziehungsverhaltens“ unterstützen können. Die Eltern dagegen werden über Elternabende und Informationen einbezogen und können Teile von Papilio auch zu Hause umsetzen. Für Kinder gibt es drei Maßnahmen: den Spielzeug-macht-Ferien-Tag, das Meins-deinsdeins-unser-Spiel sowie „Paula und die Kistenkobolde“, deren Hauptdarsteller Zornibold, Heulibold, Bibberbold und Freudibold sind. Entlang einer faszinierenden Geschichte, die auch von der Augsburger Puppenkiste inszeniert wurde, unterstützen sie die Kinder beim „Gefühle lernen“ – beim Erwerb emotionaler Kompetenzen.

Das Programm Papilio wird seit 2006 in Kindergärten in zehn Bundesländern durchgeführt. Es setzt primärpräventiv im Kindergartenalter an, weil Kinder von zwei bis sieben Jahren die sozial-emotionalen Kompetenzen erlernen, die sie später vor der Entwicklung von Sucht und Gewalt schützen

Wirksamkeit wissenschaftlich belegt

Eine Studie mit rund 700 Kindern konnte nachweisen, dass Kinder, die am Papilio-Programm teilgenommen haben, mehr prosoziales Verhalten zeigen und dass Verhaltensstörungen - ein zentraler Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt - reduziert werden. Das Besondere am Programm ist, dass es in jedem Kindergarten eingeführt werden kann und dort Teil des Alltags wird. Die tägliche Präsenz macht die nachhaltige Wirkung aus, und sie unterstützt zudem die Erzieherinnen und Erzieher, ohne Mehraufwand ihre pädagogischen Ziele wirkungsvoll und nachvollziehbar umzusetzen.

Papilio wurde im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird vom „Bündnis für Demokratie – gegen Extremismus und Gewalt“ veranstaltet, das im Jahr 2000 von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründet wurde.

Weitere Informationen

Einen Link zu einem weiteren Artikel über das Präventionsprogramm "Papilio" im Wissenschaftsmagazin "fundiert" der Freien Universität Berlin finden Sie oben rechts in der Rubrik "Links zum Thema". Das Magazin kann über die Emailadresse kommunikationsstelle@fu-berlin.de bezogen werden.