Freie Universität Berlin


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1948 – 2008: Die Freie Universität feiert Geburtstag

Am 4. Dezember jährt sich der Gründungstag zum 60. Mal

03.12.2008

Ausgabe von Bewerbungsunterlagen an die zukünftigen Studenten
Ausgabe von Bewerbungsunterlagen an die zukünftigen Studenten Bildquelle: Fritz Eschen
Der Direktor der Care-Organisation in den USA, Donald A. Ostrander (rechts) übbergibt 1952 eine Bücherspende. Neben ihm Rektor Prof. Dr. Freiherr von Kress.
Der Direktor der Care-Organisation in den USA, Donald A. Ostrander (rechts) übbergibt 1952 eine Bücherspende. Neben ihm Rektor Prof. Dr. Freiherr von Kress. Bildquelle: Universitätsarchiv, Freie Universität Berlin
Der Präsident der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, besucht 1963 die Freie Universität.
Der Präsident der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, besucht 1963 die Freie Universität. Bildquelle: Universitätsarchiv, Freie Universität Berlin
Überfüllter Hörsaal Anfang der 1980er Jahre
Überfüllter Hörsaal Anfang der 1980er Jahre Bildquelle: Rotraut Lindenberger
1997: Prof. Dr. Johann W. Gerlach, Präsident der Freien Universität, auf einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor
1997: Prof. Dr. Johann W. Gerlach, Präsident der Freien Universität, auf einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor Bildquelle: David Ausserhofer
19. Oktober 2007: Die Freie Universität wird ausgezeichnet in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Von links nach rechts: Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Prof. Dr. Christine Keitel-Kreidt
19. Oktober 2007: Die Freie Universität wird ausgezeichnet in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Von links nach rechts: Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Prof. Dr. Christine Keitel-Kreidt Bildquelle: Christian Kielmann

Es ist eine nahezu unglaubliche Geschichte: Weil sie massiven politischen Repressionen ausgesetzt sind, fordern Studenten der Berliner Universität im damaligen Ostsektor die Gründung einer neuen freiheitlichen Hochschule im Westteil der Stadt. Am 4. Dezember ist es so weit: In einem Festakt im Steglitzer Titania-Palast wird die Freie Universität Berlin aus der Taufe gehoben.

Stühle schleppen, Vorlesungen bei Kerzenschein, Mensa-Essen in einer Baracke – die Bedingungen, unter denen die ersten Studenten im Wintersemester 1948/49 lernten und arbeiteten, waren abenteuerlich – zusätzlich erschwert durch die besonderen Umstände der Berlin-Blockade. Die neue Universität, die mit maßgeblicher Unterstützung der amerikanischen Militärregierung in Berlin und des damaligen Regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter gegründet worden war, wuchs in den ersten Wochen buchstäblich aus dem Nichts. Einige Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – Vorläuferin der heutigen Max-Planck-Gesellschaft – waren die ersten Quartiere auf dem Dahlemer Campus mit Wissenschaftstradition, der sich rasch vom Provisorium zur festen akademischen Institution Berlins entwickelte.

Eine Universität im Wandel der Zeiten

Durch ihre Gründungsgeschichte und den Standort im Westteil Berlins war die Freie Universität stets eng mit den Zeitläuften der Stadt und der Bundesrepublik verbunden. So spiegelten sich  an der Hochschule gewissermaßen die gesellschaftspolitischen Brennpunkte einer jeden Zeit: der Aufbruch und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg Ende der 1940er Jahre, die politischen Proteste in den Jahren 1967/68 und schließlich, 1989, die Wende. Durch die dank großer Unterstützung der anderen Berliner Hochschulen wiedererstarkte Humboldt-Universität wurde die Freie Universität auf eine existenzielle Probe gestellt: Sie musste sich infolge massiver Haushaltskürzungen neu strukturieren. Eine Herausforderung, die gleichzeitig als Chance erfasst wurde, weil sie die Möglichkeit bot, das eigene Profil zu schärfen. Vorläufiger Höhepunkt dieser Neupositionierung war die Auszeichnung der Freien Universität als eine von bundesweit neun exzellenten Hochschulen im Wettbewerb des Bundes und der Länder im Herbst 2007.

Blick nach vorn

Seit dem vergangen Jahr verleiht die Freie Universität an ihrem Gründungstag den internationalen Freiheitspreis. Diesjähriger Preisträger ist der ehemalige polnische Außenminister Władysław Bartoszewski. Am selben Tag wird außerdem traditionell der Ernst-Reuter-Preis verliehen, mit dem die vier besten Dissertationen des Vorjahres ausgezeichnet werden.

Schon bereitet sich die Freie Universität auf den nächsten großen Geburtstag vor: 2010, in zwei Jahren, wird sie 200 Jahre alt. Am 4. Dezember 1810 wurde die Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität gegründet, die auf dem Humboldt’ schen Bildungsideal fußt. Ein Erbe, dem sich die Freie Universität verpflichtet fühlt.

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