Freie Universität Berlin


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Komponieren mit einer Koryphäe

Teilnehmer der Sommeruniversität an der Freien Universität Berlin schreiben neue Kammermusik

21.09.2008

Interpretin, Professor und Komponistin bei der Generalprobe
Interpretin, Professor und Komponistin bei der Generalprobe Bildquelle: Freie Universität Berlin / Sabrina Wendling

Sie studieren Musik und Musikkomposition an renommierten amerikanischen Universitäten, und ihr Studienfach lässt sie auch in den Semesterferien nicht los. 14 US-amerikanische und kanadische Studenten waren nach Berlin gekommen, um mit Samuel Adler, Professor an der New Yorker Juilliard School, sechs Wochen lang ihre Kompositionskünste zu vertiefen.

Präsentiert wurden die frisch geschriebenen Stücke von Musikern der Berliner Universität der Künste bei einem Konzert in der Neuen Synagoge an der Oranienburger Straße. Die Studenten waren Teilnehmer der Internationalen Sommeruniversität der Freien Universität (FUBIS). Studenten aus aller Welt kommen in den Semesterferien nach Berlin, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen oder an Kursen zu Geschichte, Kunst oder internationalen Beziehungen teilzunehmen.

Zum Programm der Sommeruniversität gehört auch der Musikkompositionskurs. „Der Kurs ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, und wir sind sehr stolz darauf, ihn anbieten zu können“, sagt Jessica Heyder von FUBIS. Tatsächlich zieht eine Koryphäe wie Samuel Adler viele Studenten nach Berlin. „In diesem Jahr gab es 123 Bewerbungen für den Kurs, so viele wie noch nie“, sagt der Musikprofessor. Er selbst hat mit seinen 80 Jahren mehr als 400 Kompositionen veröffentlicht und denkt noch lange nicht an den Ruhestand. In New York wartet schon ein Musikfestival auf ihn, außerdem will er ein neues Stück kreieren.

Kammermusik aus Amerika

In diesem Jahr lautete das Kursthema „Neue Kammermusik aus Amerika“. Komponiert wurden Soli, Duette und Trios für Bratsche, Violine und Cello. Kein Stück klingt wie das andere: Bei den „Tempo-Teufeln“ sausen die Geigenbögen der Musiker in Windeseile über die Saiten von Bratsche und Violine. Bei der „Ménage à Trois“ kommen nicht nur die Saiten, sondern auch die Resonanzkörper der Musikinstrumente für Klopf-Elemente zum Einsatz. Von der eher klassischen Ballade bis zur frechen Unterhaltung der Instrumente, die sich gegenseitig „ins Wort“ fallen und unterbrechen, bekamen die Zuhörer alles geboten.

Die jungen Künstler zeigten sich bei dem Konzert ganz fraglos von ihrer Schokoladenseite – so wie auch Samuel Adler, der kurz vor knapp noch den Glücksbringer von seiner Frau, einen Schokoladen-Maikäfer, in die Jacketttasche steckte.

Faszination Berlin

In ihrer Musik hatten sich die Studenten von der Hauptstadt inspirieren lassen: „Bis ich hierher kam, war New York meine Lieblingsstadt“, sagt Kompositionsstudentin Elizabeth Ogonek, aber „die künstlerische Energie in Berlin ist einfach nicht von dieser Welt.“ In den vergangenen drei Jahren hat die Studentin an vier Ferien-Kompositionskursen teilgenommen. Ihren fünften Kurs möchte sie wieder in Berlin machen – im nächsten Sommer, wenn es darum geht, Stücke für Holzbläser zu schreiben.