Freie Universität Berlin


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Müsli zum Mitnehmen

Ein Team aus vier Studierenden der Freien Universität entwickelt für den Funpreneur-Wettbewerb ein „Oatmeal to go“

27.06.2016

Müsli in getrockneten Einzelteilen – mit ihrer Idee für den Oatful Day beteiligen sich vier Studierende am Funpreneur-Wettbewerb von Profund Innovation.
Müsli in getrockneten Einzelteilen – mit ihrer Idee für den Oatful Day beteiligen sich vier Studierende am Funpreneur-Wettbewerb von Profund Innovation. Bildquelle: Oatful Day
Das Oatful-Day-Gründerteam: Flavio Mejia Morelli, Tim Lehmann, Myrna Hantke und Lisa Zhao.
Das Oatful-Day-Gründerteam: Flavio Mejia Morelli, Tim Lehmann, Myrna Hantke und Lisa Zhao. Bildquelle: Oatful Day

Was zeichnet einen Unternehmer aus? „Er muss auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren“, meint Tim Lehmann, VWL-Student an der Freien Universität. Lisa Zhao, die Anthropologie studiert, hält Durchhaltevermögen und den Glauben an die eigene Geschäftsidee für die wichtigsten Eigenschaften. Die beiden haben in den vergangenen Wochen ihre unternehmerischen Fähigkeiten erprobt: Zusammen mit ihren Kommilitonen Myrna Hantke und Flavio Mejia Morelli bilden sie eines der Teams, die am Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität teilnehmen.

Bei diesem Planspiel geht es darum, innerhalb von zwei Monaten mit nur fünf Euro Startkapital ein Geschäftskonzept umzusetzen. Organisiert wird der Wettbewerb von Profund Innovation, der zentralen Service-Einrichtung für den Wissens- und Technologietransfer an der Freien Universität Berlin.

Kennengelernt hat sich das Gründer-Team über ein Bachelor-Modul zur allgemeinen Berufsvorbereitung. Myrna Hantke, BWL-Studentin, hatte die Idee: ein veganes Haferfrühstück zum Mitnehmen, abgefüllt in umweltfreundlichen Pappbechern. „Myrna und ich sind beide Veganerinnen. Für uns gibt es auf dem Campus nur wenig Angebote“, erzählt Lisa Zhao. „Unsere Zielgruppe sind vor allem die Studierenden der Freien Universität.“

Haferbrei zum Mitnehmen

Der Name des Produktes lautet „Oatful Day“. „Oat“, englisch „Hafer“, ist die Grundzutat. Hinzu kommen Trockenfrüchte, Schokolade und Getreidesamen. Dieses „Oatmeal“ wird mit heißem Wasser aufgegossen und ist in Großbritannien ein beliebtes Frühstück. Anfang Juni haben die Gründerstudenten „Oatmeal“, für das sie drei Geschmacksrichtungen entwickelt haben, zum ersten Mal zum Verkauf angeboten: in verschiedenen Cafés in Campus-Nähe und an einem Stand am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. „Erst war der Absatz etwas schleppend. Aber dann haben wir den Kunden unser Produkt besser erklärt, was viele überzeugt hat“, sagt Tim Lehmann.

Vor dem Verkaufsstart stand dem Team ein großer logistischer Aufwand bevor. „Eine Herausforderung des Funpreneur-Wettbewerbs ist die Akquise, also das Anwerben von Kooperationspartnern“, sagt Lisa Zhao. Wichtig war es, einen Hersteller zu finden, der biologisch abbaubare Verpackungen produziert – was auch gelang. Der Deckel des Pappbechers sieht aus wie gewöhnliches Plastik, ist aber aus Maisstärke hergestellt. Einen Produzenten für die Etikette der Verpackungen fanden die vier über ihren Wirtschaftspaten. Denn jedem Team, das am Funpreneur-Wettbewerb teilnimmt, steht ein erfahrener Unternehmer beratend zur Seite.

Viele Herausforderungen

Außerdem ging es darum, einen Partner mit Hygienelizenz finden. „Das war die größte Herausforderung“, sagt Lisa Zhao. Schließlich konnten die „Oatmeals“ in einem Café abgefüllt werden. Um die Verkaufszahlen zu steigern, musste das Team weitere Cafés von ihrer Idee überzeugen. Und natürlich mussten die Zutaten bestellt, die Website gestaltet und ein Business-Plan geschrieben werden.

Auch eine zweite Aktion auf dem Markt am Winterfeldtplatz in Schöneberg verlief aus Sicht der Jungunternehmer sehr erfolgreich. Den Gewinn wollen die vier nicht komplett für sich behalten; ein Teil geht als Spende an die Berliner Tafel. Ob sie ihre Geschäftsidee weiterverfolgen, steht noch nicht fest. Lust hätten sie jedenfalls. „Für das Projekt geht fast die ganze Freizeit drauf“, sagt Lisa Zhao. Aber man lerne auch sehr viel. „Plötzlich verlieren die Produkte um einen herum an Abstraktheit.“