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„Einfach selber machen“

Funpreneur-Wettbewerb feiert 10-jähriges Jubiläum

25.04.2016

Stand des Funpreneur-Projekts „Rauchsalzkampagne“ bei der Abschlussveranstaltung in der IHK Berlin (v.l.n.r.: Marcel Schnabel, Nora Eichelbaum, Marco Dellermann).
Stand des Funpreneur-Projekts „Rauchsalzkampagne“ bei der Abschlussveranstaltung in der IHK Berlin (v.l.n.r.: Marcel Schnabel, Nora Eichelbaum, Marco Dellermann). Bildquelle: Wirtschaftsjunioren Berlin, Diana Beppler
Bei einem zweitägigen Ideen-Workshop finden sich Teams und entwickeln ihre Geschäftsidee für den Funpreneur-Wettbewerb.
Bei einem zweitägigen Ideen-Workshop finden sich Teams und entwickeln ihre Geschäftsidee für den Funpreneur-Wettbewerb. Bildquelle: Profund Innovation

Mit dem Sommersemester 2016 geht der Funpreneur-Wettbewerb in die 20. Runde und feiert damit sein 10-jähriges Jubiläum: Seit 2006 erproben sich an der Freien Universität jedes Semester Bachelorstudierende als Unternehmer auf Zeit und bringen Produkte und Dienstleistungen auf den Markt. Die besten Teams werden mit Preisgeldern von insgesamt 2.500 Euro belohnt. Marco Dellermann hat das Siegertreppchen mit seinem Projekt „Rauchsalzkampagne“ im Juni 2015 zwar knapp verpasst. Doch der ehemalige Mathematik-Student ist davon überzeugt, dass er heute noch von seinen Erfahrungen als Funpreneur profitiert. Das hat Alexandra noch vor sich: Sie studiert Volkswirtschaft und hat sich für die nächste Runde angemeldet. Beim Ideen-Workshop am 29. April startet sie ins Abenteuer.

„Ich habe mir die Projekte aus den vergangenen Semestern angesehen und war beeindruckt, was man in so kurzer Zeit auf die Beine stellen kann“, sagt Alexandra. Bisher fehle ihr im Studium das kompakte Know-how für ein Start-up, sodass sie sich noch nicht an die Umsetzung einer eigenen Idee herangewagt habe. Das soll sich bald ändern!

Marco Dellermann hat bereits die Erfahrung gemacht, „dass es ziemlich einfach ist, sich etwas aufzubauen“. Der erste Schritt sei wichtig und entstehe– so sei das auch bei der Rauchsalzkampagne gewesen – ziemlich spontan. „Ich kannte Rauchsalz aus Südafrika. In Berlin habe ich es nur im KaDeWe gefunden – ziemlich teuer und künstlich hergestellt. Mit der Idee, es besser und günstiger zu machen, habe ich mich für den Funpreneur-Wettbewerb angemeldet.“ Dort hat er ein Team gefunden, in Kompaktkursen das Handwerkszeug gelernt und die Unterstützung eines Wirtschaftspaten erhalten. „Zuerst haben wir viele verrückte Sachen ausprobiert. Aber denn ging unser Shop innerhalb von zwei Tagen online, kurz danach hatten wir 15 Bestellungen. Unser Ziel – 50 Bestellungen in fünf Wochen – wurde am letzten Wettbewerbstag sogar übertroffen.“

Ein greifbares Produkt und kurzfristige Erfolge

Auch Alexandra freut sich auf kreative Arbeit „mit Substanz“, aus der am Ende ein greifbares Produkt hervorgeht: „Es ist ein schöner Ausgleich zu meinem Studium, mal etwas ganz Reales und Praktisches zu machen und kurzfristige Erfolge zu haben.“ Eine konkrete Geschäftsidee für den Wettbewerb hat sie noch nicht. Inspiration und Mitstreiter will sie während des zweitägigen Ideenworkshops finden. Den hat auch Marco Dellermann noch in guter Erinnerung: „Es war toll zu sehen, wie die Teams dort mit Leidenschaft an ihren Ideen gebastelt haben – Studierende, die einfach mal etwas gründen wollten, um zu sehen, was passiert.“

Der ehemalige Funpreneur ist auch heute noch in der Start-up-Szene unterwegs: „Über Profund Innovation bin ich zu Movinga gekommen, einem Online-Anbieter für Umzüge. Nebenher führe ich die Rauchsalzkampagne weiter – zum Glück mit Verstärkung.“ Livia sei für die Webseite und das Content Marketing zuständig. Marcel, sagt Dellermann, sei „seine Sicherheit und seine Bank“: Er kümmert sich um alles Rechtliche und die Buchhaltung. Marco Dellermann selbst ist für Betrieb und das Netzwerk verantwortlich.

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Beim Austauschtreffen lernen die Funpreneure ihren Wirtschaftspaten kennen, der sie bei der Umsetzung der Geschäftsidee unterstützt. Diese Aufgabe übernehmen häufig Mitglieder der Wirtschaftsjunioren Berlin und Gründer-Alumni der Freien Universität.
Beim Austauschtreffen lernen die Funpreneure ihren Wirtschaftspaten kennen, der sie bei der Umsetzung der Geschäftsidee unterstützt. Diese Aufgabe übernehmen häufig Mitglieder der Wirtschaftsjunioren Berlin und Gründer-Alumni der Freien Universität. Bildquelle: Profund Innovation

Alexandra kann sich ebenfalls eine Zukunft als Gründerin vorstellen, zumindest nebenberuflich. Viel Freizeit brauche sie nicht, ausgedehnte Arbeitszeiten seien kein Problem. Sie würde sich noch nicht direkt als Unternehmerin bezeichnen, aber sie besitze auf alle Fälle einen Unternehmergeist, den sie auch ausleben möchte. „Es ist ein Aspekt, den mein Studium nicht unbedingt bieten kann, worauf ich aber Lust habe und was mir Spaß macht. Deshalb ist es toll, dass es dieses Angebot an der Universität gibt.“

Schritt für Schritt zum Ziel

Für die nächsten Wochen kann Marco Dellermann der angehenden Funpreneurin ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Erst letzte Woche habe er folgenden Spruch gehört: „Eine Idee zu haben ist King. Aber die Umsetzung ist King Kong.“ Damit sei eigentlich alles gesagt: „Einfach machen. Ideen kann man viele haben. Aber wenn du eine davon umgesetzt hast, dann bist du schon mal weit gekommen.“ Um sich nicht ablenken zu lassen, brauche man ein messbares Ziel. Besonders in der Anfangsphase solle man sich im Team am besten zwei bis drei Mal pro Woche treffen. Das sei besonders wichtig, wenn man sich noch nicht kennt. Auch eine To-do-Liste sei sinnvoll: „Bis zum nächsten Meeting müssen dann immer zwei bis drei Aufgaben erledigt werden. Nach dem Wettbewerb kann es ein bisschen entspannter zugehen.“

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Weitere Informationen

Der 20. Funpreneur-Wettbewerb beginnt am Dienstag, 26. April 2016, um 18.15 Uhr im Raum 102 am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Garystraße 21. Zum 10-jährigen Jubiläum des Funpreneur-Wettbewerbs lobt das Netzwerk Unternehmertum der Freien Universität Berlin (NUFUB) im Sommersemester 2016 unter allen teilnehmenden Teams zusätzlich einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis für Social Entrepreneurship aus.

Der Funpreneur-Wettbewerb wird von der Berliner Bank, der IHK Berlin, den Wirtschaftsjunioren Berlin und der Unternehmensberatung Accenture unterstützt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich, per E-Mail an britt.perlick@fu-berlin.de. Den Terminplan gibt es hier .